Freitag, 23. Oktober 2009

Luther und die Historische Mitte
Hans Stimmann (Senatbaudirektor i.R., im Berlin Story Verlag Berlin 1989-2009), Dieter Hoffmann-Axthelm (Publizist und Planer, Berlin Story Verlag Autor), Hermann Rudolph (Herausgeber des Tagesspiegel), Volker Hassemer (Senator a.D. sowie Wolfgang Thierse (amtierender Bundestagsvizepräsident) auf dem Podium in der Marienkirche.

Marienvirtel mit Neuem markt zwischen marienkirche und Rotem Rathaus
Es geht in der Marienkirche um ein Thema, das es nur in Berlin geben kann, nämlich die städtebauliche Neuordnung eines im Krieg wenig zerstörten und durch die DDR abgeräumten Platzes. Eines Platzes ohne Namen, wie Klaus Hartung im Tagesspiegel bereits 2005 ausführlich schreibt, der Platz zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche, der oft einfach mit als Alexanderplatz bezeichnet wird.
Wikipedia zum Neuen Markt

Dieser Platz, sagt Hoffmann-Axthelm, das ehemalige Marienviertel rund um den Neuen Markt, liegt zwischen den Kraftfeldern Alexanderplatz und dem Humboldtforum (also dem ehemaligem Schloß, das bald wieder gebaut wird).
Marienviertel und Neuer Markt heute, zwischen Rotem Rathaus rechts und marienkirche links
Der Platz braucht einen menschlichen Maßstab. Aufmarschplätze brauchen wir nicht mehr. Unter dem Platz liegt das älteste Berlin.
Tiefergehende historische Informationen zum Platz …

Lutherdenkmal, alt

Von den Plattenbauten der Karl Liebknecht Straße aus zu sehen steht etwas verborgen hinter Bäumen Martin Luther. Von den Zechern auf dem Alex wird er gern besucht – mangels Dixie. Luther soll wieder nach vorn auf den Platz und zwar im Jahr 2017, nämlich 500 Jahre nach dem Thesenanschlag des großen Reformators, dessen Ideen die Welt verändert haben. Luther soll aber nicht wieder auf den acht Meter hohen Sockel, sondern allein und auf nicht so hohem Unterbau stehen. Den Sockel und alle anderen Reformatoren gibt es nicht mehr.

Der Platz, sagt Stimmann, ist klar definiert. Rathaus und Kirche sind schon da. Thierse meint, in Berlin sei viel durch Bürger bewegt worden, das Holocaust-Mahnmal, die Gestaltung der historischen Mitte und hier sei es wieder eine Aktion der Bürger gegen den Senat. Der Senat habe auf die Gestaltungsvorschkläge des Planwerks Innenstadt damals nicht reagiert, 1999 sei eine Art Moratorium beschlossen worden.
Nur in Berlin ist diese Diskussion und diese Initiative möglich, hochkarätig besetzt, in diesem Fall vom Tagesspiegel und der Stiftung Denkmalschutz veranstaltet und breit in der Öffentlichkeit diskutiert, in der Presse, im Fernsehen — und es gibt Bücher dazu.

grosser juedenhof, Cover

Der große Jüdenhof
Ein Berliner Ort und das Verhältnis von Juden und Christen in der deutschen Stadt des Mittelalters
Der große Jüdenhof in der Berliner Altstadt bestand bis 1950. Derzeit ist seine Wiederherstellung als ein Stadtdenkmal in heutiger Architektur und Nutzung auf historischem Grundriß geplant. Doch was war eigentlich ein Judenhof?
Dieter Hoffmann-Axthelm, der große Jüdenhof

Stimmann Stadtmitte

Hans Stimmann, Stadtmitte
Berliner Altstadt, Von der DDR-Staatsmitte zur Stadtmitte
Der ehemalige Senatsbaudirektor Hans Stimmann meldet sich mit diesem Buch als Akteur des Berliner Städtebaus zurück. Mit seinem Buch „Renaissance der Berliner Altstadt“ will er anstiften zu mehr Bürgersinn und zu mehr zivilgesellschaftlicher Verantwortung, wenn es um die Frage nach der Wiederbelebung des historischen Zentrums geht.

Festival of Lights und der Reichstag
Festival of Lights und die Zentrale

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