Freitag, 15. Dezember 2006

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Elke Linda Buchholz, Michael Bienert und Otto von Bismarck in schwarz/weiß. Was bedeutet das? Im Mai 2007 kommt „Kaiserzeit und Moderne“. Heute haben wir über die letzten Schritte des fast fertigen Buchs gesprochen. Die Zwanziger Jahre der beiden Autoren sind in der zweiten Auflage.

Wir erinnern uns, daß die Anzahl der Einwohner Berlins in der Kaiserzeit, also zwischen 1871 und 1916, um das Vierfache angestiegen ist, von 800 000 Menschen auf 3,6 Millionen. Das bedeutete, daß in jedem Jahr Schulen für 5 000 bis 6000 Schüler gebaut werden mußten, zwischen 300 und 400 während der Kaiserzeit. Das waren keine Plattenbauten, sondern individuell gestaltete Gebäude. Viele dieser Schulen gibt es noch, sie funktionieren noch. Schulbau war der größte Etatposten im Berliner Haushalt. Und wohin mit den Leichen? Das wurden auch immer mehr. Zwischen all den Mietskasernen und Reformbauten mußten auch Friedhöfe entstehen, nämlich 70 bis 80. Und Parks. Und Kläranlagen. Und Kunst. Und Wissenschaft, Forschung sowie die Wirtschaft, die sich in Europa an die Spitze drängte.

Elke Linda Buchholz und Michael Bienert zeigen das Moderne der Kaiserzeit und fangen deswegen mit der Friedrichstraße an, mittenmang, wo das Amüsement sich durchsetzte. Sie hören auf mit einem Sockel am Potsdamer Platz, einen leeren Sockel, den man heute noch sehen kann, den Liebknecht Sockel, auf dem es nie ein Liebknecht-Denkmal gab. Diese merkwürdige Geschichte wird uns auch im neuen Buch von Sven Felix Kellerhoff begegnen, „Ortstermin Mitte“, das planmäßig etwas früher herauskommt.

Mit Buchholz und Bienert haben wir großes Glück, weil sie so gründlich recherchieren, begnadete (echt! ich übertreibe da nicht) Autoren sind und weil sie visuell denken, also die Abbildungen in ihrem Manuskript wesentlicher Bestandteil sind – zur Freude zunächst unseres Art Directors Norman Bösch und später dann der Leser.

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