Friedrich der Große im Fernsehen

Pflichtprogramm Fernsehen, weil Friedrich zu unserem engeren Kompetenzbereich gehört. Heute auf ARTE gelaufen und am Montag, dem 16. Januar um 22.45 Uhr auf ARD.

Die Hälfte der 90 Minuten befaßt sich mit dem Verhältnis zu seinem Vater, die andere Hälfte mit seinen Kriegen.

Der Untertitel des Films lautet in der Ankündigung: „Verehrt, verteufelt, geliebt, gehasst: Friedrich II., König von Preußen. „

Aus dem Film ergibt sich nicht, warum er verehrt oder geliebt werden könnte. Friedrich wirkt auf weiten Strecken wie eine lächerliche Karikatur. Einer der Eingangssätze lautet, er habe Kriege angezettelt wie andere Hüte aufprobierten.

Hartmut Dorgerloh, Chef der Schlösser und Gärten: Er war hochbegabt und schwer erziehbar. Wir wissen nicht, was er und Katte hinter verschlossenen Türen miteinander gemacht haben …

Die Historikerin Monica Kurzel-Runtscheiner sagt, er sei ein Frauenfeind gewesen und habe generell an seinem Hof keine Frauen zugelassen. Aus einem Frauenfeind sei im Alter ein Menschenfeind geworden, der sich nur noch für seine Windhunde interessiert habe.

Der Film bedient Vorurteile und vor allem Klischees. Es stimmt nicht, wie die meisten Historiker behaupten und wie auch dieser Film nahe legt, dass in Sanssouci keine Frauen geduldet wurden. Der Berlin Story Verlag zeigt mit zwei Büchern gerade, dass es so eben nicht war. Friedrich lud die junge Sängerin Gertrud Elisabeth (damals noch Schmehling) Mara sechs Wochen lang zum abendlichen Konzert in sein Schloß. Er musizierte mit ihr.

„Historiker sind faule Hunde“ – heißt es deswegen im Nachwort zur demnächst erscheinenden Biografie Die Mara – das Leben einer berühmten Sängerin. Weil die Historiker gnadenlos abschreiben, aber nicht an die Quellen gehen.

Der Roman über das Leben von Mara ist bereits erschienen. „Zwei eigensinnige Charaktere begegnen sich: Eine junge, ehrgeizige Sängerin und ein alter, zynischer Monarch.“

Hoffentlich wird nicht die gesamte von der Stiftung Schlösser und Gärten verantwortete Veranstaltungsreihe Friederisiko so.

Filmplakat von DOKfilm.