Francesco Algarottis Briefwechsel mit Friedrich II.

Neben aktuellen Erfolgstiteln wie Der Späti oder Herschel bekommen auch weniger medienwirksame Bücher ihre verdiente, manchmal etwas verzögerte Aufmerksamkeit. Ein schönes Beispiel ist die 2008 bei uns erschienene Ausgabe der Briefe von Friedrich II. und Francesco Algarotti (herausgegeben von Wieland Giebel). Gerade erscheint eine sehr wohlwollende Buchbesprechung von Holger Böhning im Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte, während der Aufbau Verlag den Briefwechsel in seinem Literaturkalender zitiert.

Algarotti, Francesco / Friedrich II.: Briefwechsel mit Friedrich II. Nach dem italienischen Original aus dem Jahr 1799 mit einem Vorwort des Übersetzers Friedrich Fursten aus dem Jahre 1837 […]

 

Hübsch ist der Neudruck des Briefwechsels von Francesco Algarotti mit dem preußischen Kronprinzen ab 1739 und dann über Jahrzehnte mit dem König. Das mitabgedruckte Vorwort des Übersetzers und Herausgebers der Ausgabe von 1837, Friedrich Fursten, atmet ganz den Geist dieser Zeit, gern alle Personen um Friedrich II. herum zu verkleinern, um den König umso deutlicher als Riesen des Geistes, der Güte und Menschlichkeit zu zeigen, an dessen Genius allenfalls Voltaire heranragte, wenn dieser – wie fast immer betont wird – nicht einen gar so schlechten Charakter gehabt hätte. Algarotti, so Fursten, habe zwar weder zu den großen Gelehrten, noch zu den ausgezeichneten Dichtern gehört, doch sei ihm eine vielseitige Bildung und eine talentvolle Gewandtheit nicht abzusprechen, diese Eigenschaften seien es gewesen, die ihm dem König, der gerne wandelnde Enzyklopädien um sich gehabt habe, unentbehrlich hätten werden lassen (S. 11). Wichtig war Algarotti für Friedrich auch dadurch, dass dieser ihm als Verstärker seiner Kriegsrechtfertigungen und Anschauungen in die europäische Öffentlichkeit diente. Der Italiener publizierte Abhandlungen, die ihre Tendenz bereits in Titeln trugen wie »Ueber den Anfang des, dem Könige von Preußen, von Oestreich, Frankreich, Rußland u.s.w. im Jahre 1756 erklärten Krieges« oder »Ueber den Erfolg der Schlacht von Lowositz« (S. 12). – HOLGER BÖNING, BREMEN

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Auch der Aufbau Verlag ist auf Algarottis Briefwechsel aufmerksam geworden und zitiert daraus in seinem beliebten Aufbau Literatur Kalender 2014.

Damit steht Algarotti zwischen „Dichterinnen und Dichter[n] aus allen Zeiten und Himmelsrichtungen […], dazu gibt es Bilder aus ungewöhnlicher Sicht, biographische Ergänzungen und in den Zeitläuften längst gedachte Gedanken von brennender Aktualität. Wie gewohnt enthält das ständig aktualisierte Verzeichnis der Geburts- und Sterbedaten über 5.000 Einträge.“

Algarotti

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