FAZ über „Das Betriebssystem erneuern“

Marie Katharina Wagner von der FAZ schreibt ein Buch über die Piratenpartei (Ankündigung rechts). Da muss sie erst einmal die beiden Bücher, die bereits vorher erschienen sind gründlich verreißen. Muss sie das? Gute Journalisten würden einfach mal ihre Klappe halten und nicht die Mitwettbewerber, die um Monate schneller waren, hämisch an den Pranger stellen. Wie sieht das denn aus, wenn das eigene Buch im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels über zwei Seiten angekündigt ist (mit einer Anzeige vom Gütersloher Verlagshaus = Bertelsmann = Random House) und wenige Tage danach der Verriss der Konkurrenz in der Zeitung kommt, bei der man angestellt ist. Geschmacklos? Intrigant? Scheinheilig?

Wer das Buch „Das Betriebssystem erneuern“  jetzt gleich kennenlernen möchte, kann es als Ebook sofort runterladen, einzelne Kapitel ab 2,49 Euro, das ganze Buch für 9,99 Euro. LINK ganz unten.

Was schreibt also Maria Katharina Wagner über das Buch „Das Betriebssystem erneuern“ von Stefan Appelius und Armin Fuhrer aus dem Berlin Story Verlag? Da stehe ich jetzt vor einem Dilemma. Ich würde gern den einen oder anderen Satz zitieren, in dem es heißt, dass die Autoren zwar viel recherchiert hätten, aber wenig zu deuten wissen, oder dass der Erkenntnisgewinn gering sei, selbst wenn jeder einzelne Landesverband und bis hin zu kommunalen Mandatsträger im Porträt vorgestellt wird. Maria Katharina Wagner lässt nichts gelten. Wenn ein Satz scheinbar positiv wirkt, dann dient er nur dazu, die Aussage im nächsten Satz zu zerlegen.
Sie wirft den Autoren unterschwellig vor, eine „respektvolle, bisweilen bewundernde Beschreibung“ an den Verleger abgeliefert zu haben, der selbst bei den Piraten aktiv ist. Aber die ausführlichen, äußerst kritischen Pasagen zu Liquid Democracy erwähnt sie nicht, die zum Teil massive Kritik an der Programmatik kommt in der Besprechung nicht vor. Auf einen Verriß aus sein, alles in diese Richtung hinbiegen, das macht Marie Katharina Wagner weiter angreifbar.

Dabei sind die beiden Autoren sind nicht ganz unerfahren. Armin Fuhrer kommt vom Investigativ-Ressort des FOCUS Er hat zahlreiche Bücher zu politischen und historischen Themen geschrieben.

Der Politologe Stefan Appelius kümmert sich als Prof. um soziale Bewegungen. Über seine umfangreiche Arbeiten erfährt man auf seiner Internetseite etwas.

Das Dilemma besteht darin, dass man die FAZ nicht zitieren darf ohne von der Rechtsabteilung bös eins auf die Nase zu kriegen. Ich weiß, wovon ich spreche. Im Jahr 2001 schrieb ein FAZ-Autor einen Beitrag über das historische Ensemble „Hotel Rom“ Unter den Linden (wo sich die Berlin Story damals befand) aus meinem Tagebuch, also aus diesem Blog, zum Teil wörtlich ab. Wir zitierten den abgeschriebenen Artikel und mußten der FAZ dafür mehr als 1000 Euro Urheberrechts-Strafe zahlen.

Marie Katharina Wagner kennt die Berlin Story schon länger. Hier (Foto oben) recherchiert sie gerade Anfang Januar 2012 im Historiale Berlin Museum über Marina Weisband. Zur gleichen Zeit nimmt ein Fernsehteam etwas über die Piratenpartei auf. Auf dem Trabis sitzt Marina Weisband, damals die Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei. Der Trabi, der die Mauer durchbricht, symbolisiert Freiheitswillen. Daneben befindet sich Enno Lenze. Er ist im Vorstand der Historiale und seit 1997 bei großen Geschichtsevents dabei, damals bei 350 Jahre Unter den Linden mit mehr als tausend Darstellern, heute bei der in jedem Jahr stattfindenden Historiale, in diesem Jahr mit 70.000 Besuchern. Das ist das größte Geschichtsfestival Europas. Lenze ist auch der Verleger des Berlin Story Verlags, in dem das von Wagner besprochenen Buch herauskam, und er ist Pirat.

Für die Autoren von „Das Betriebssystem erneuern“ hebt sich nach dem schwachen Verriß einer Mitwettbewerberin in der wichtigsten Zeitung Deutschlands nicht gerade die Stimmung. Nur gut, dass es  Stimmen gibt, die es anders sehen. Manuel Bewarder, der in der WELT über die Piratenpartei berichtet, twitterte, nachdem er das Buch an einem Wochenende durchgelesen hatte: „Das beste Buch über die Piratenpartei.

„Das Betriebssystem erneuern“ von Stefan Appelius und Armin Fuhrer … Hier Gibt es mehr über das Buch und wie man es im Berlin Story WebShop als Papierbuch bestellen kann.

Wer JETZT das Buch lesen möchte und wer vielleicht erste einen Teil lesen möchte, kann die wichtigsten Beiträge ab 2,49 Euro oder das gesamte Buch für 9,99 Euro als Ebook bestellen … Das ist cool. Das ist zeitgemäß. Es kommt bei Marie Katharina Wagner leider auch nicht vor, dass es ein Ebook gibt und dass man sogar einzelne Kapitel bestellen kann.

„Das Betriebssystem erneuern“:

Sie fühlen sich von den Altherren-Parteien nicht vertreten, wollen echte Demokratie und haben etwas zu sagen. Sie treten selbstbewusst auf, zeigen keine Politikverdrossenheit, sondern nehmen ihre Sache in Angriff. Die Weltlage verändert sich vor unseren Augen grundlegend und die Piraten vertreten das Neue. Sie sind keine Internetpartei. Alle Meinungsforschungsinstitute sowie die etablierten Parteien sehen sie im nächsten Bundestag. Was wollen die Piraten eigentlich genau? Wer sind Sie? Warum kommt diese Partei gerade jetzt – und warum mit massivem Erfolg? Was ist anders als bei den Grünen?

Der Beitrag von Marie Katharina Wagner jetzt online in der FAZ …