Excelsior Bunker am Anhalter Bahnhof

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Sechs-Zylinder-Dieselaggregat zur Stromversorgung des Bunkers. 27.000 Liter Diesel reichen für 14 Tage. Heizung gibt es nicht, die braucht man bei 3.100 Menschen auf engstem Raum nicht. Aber Kondenswasserableitungen.

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Eine Krankenstation mit einer Dusche für den Notfall. Die Station ist nur zum Ruhen oder für leichte Fälle, nicht für Operationen. Es gibt kein Krankenpersonal – das muss sich aus den Bunkerinsassen rekrutieren.

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Technische Anlagen aus den Sechzigerjahren. Ob so ein Bunker etwas bringt, darüber war man sich auch damals nicht einige.
Die Wasserversorgung kommt aus einem 60 Meter tiefen Brunnen. Die Luft von außen wird gründlich gefiltert und mit Wasser gekühlt. Man geht davon aus, dass es draußen brennt.

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Betten oder eher Pritschen in drei bis vier Etagen. Etwas kurz. Wer in den Bunker kommt, muss die Betten aus dem Lagerraum holen, die Ketten runter lassen und dann selbst aufbauen. Es gibt kein Personal. 3.100 Menschen auf engstem Raum 14 Tage ohne jegliche Privatsphäre.

Der öffentliche Zivilschutzbunker befindet sich gegenüber vom Anhalter Bahnhof hinter dem heutigen Excelsior Gebäude, wo früher das Hotel Excelsior stand. Von diesem kaiserlichen Nobel-Hotel führte ein eigener Gang zum riesigen und bedeutenden Anhalter Bahnhof (nicht zur S-Bahn …).

Der Bunker ist funktionsfähig. Er hat eine Deckenstärke von 1,10 Metern und soll vor Atomstrahlen schützen. Er ist ausgelegt für 14 Tage Aufenthalt von 3.100 Menschen, für jedermann.

Man könnte sagen, es handelt sich um einen Selbstorganisations-Bunker. Die fünf Mann Besatzung kümmern sich nur um die Eingangsschleuse – wenn 3.100 Menschen drin sind, wird sie geschlossen und nach zwei Wochen wieder geöffnet.

Außerdem kümmert sich diese Mini-Mannschaft um die technische Versorgung. Nicht um die Küche.

Nicht um die 78 Toiletten. 78 Toiletten, das bedeutet, Frauen kommen alle achteinhalb Stunden dran, Männer – wegen der Pissoirs – alle sieben Stunden.

Es gab in Berlin während der Zeit des Kalten Krieges 23 Bunkeranlagen, die für ein Prozent der Bevölkerung ausreichten.

Die Bunkeranlage kann an gelegentlich mit den Berliner Unterwelten ansehen. Mehr über das Hotel Excelsior bei Berliner Unterwelten …

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