Engelbecken — braune Soße — zu wenig Sauerstoff — Offener Brief

Engelbecken am 7. Juli 2014

Offener Brief zur groben Vernachlässigung des Gartendenkmals Engelbecken

 

Sehr geehrte Frau Dr. Wagner,
Sehr geehrter Herr Büttner,

 

wir Anwohner und Anwohnerinnen des Engelbeckens, Betreiber des Cafés am Engelbecken, Jogger oder auch sonstige Freizeitnutzer und Freizeitnutzerinnen des Engelbeckenparks / Engelbeckensees beschweren uns über die grobe Vernachlässigung und Verwahrlosung insbesondere des Engelbeckensees und zeigen die Mängel hiermit mit dringendem Handlungsbedarf an.

 
Gleichzeitig fordern wir Sie auf, die schnellstmögliche, sehr kurzfristige Beseitigung der nachfolgend aufgeführten Mängel zu veranlassen.
 
Die erst 2012 neu eingebaute Wasserfilteranlage zur Selbstreinigung des Wassers ist in diesem Jahr nicht mehr in Betrieb, sodass es nur noch eine Frage von Wochen sein wird, bis die Wasserqualität wegen Sauerstoffmangel beim nächsten größeren Sommerunwetter zu kippen droht, alle Wassertiere die sich in diesem Jahr dort angesiedelt haben in Mitleidenschaft zieht und Fische und Schildkröten tot auf der Wasseroberfläche schwimmen werden. Das Wasser ist bereits übermäßig verschmutzt und verschlammt. Das funktionierende Ökosystem des Sees, der keinen frischen Zulauf hat, ist stark in Gefahr.
 

Nach Kenntnis der Betreiber des Cafes am Engelbecken, Cheena Riefstahl und Akin Aydogan, die bereits mehrfach vergeblich den Kontakt mit dem Grünflächenamt aufgenommen hatten, sind die eingebauten Umwälzpumpen nicht ausreichend gewartet worden und nun defekt.
Dringend muss auch der Filterkies ausgetauscht werden.
Ich erinnere daran, dass die Kies-Filteranlage vor 4 Jahren imposant mit viel Presse eingeweiht und in Betrieb genommen wurde. Wieso man nun dieses Gartendenkmal und Kleinod Engelbeckensee und Engelbeckenbrunnen wieder mal von den Zuständigkeiten her verkommen lässt, ist uns Allen nicht verständlich.

Insbesondere in diesem Jahr haben sich viele Wassertiere und Vögel angesiedelt, die die Großstadtkinder aus der Umgebung sonst kaum noch zu sehen bekommen. Manche vielleicht nur noch im Bilderbuch, manche vielleicht noch nicht mal mehr da….
Es gibt erstmalig eine Schwanenfamilie mit 4 kleinen Schwänen, verschiedene Wildentenarten, verschiedenen Schildkrötenarten, viele verschiedene Fischarten, Fischreiher und seit einiger Zeit Komorane.
 
Wenn man morgens am See ist, kann man Kindergartengruppen beobachten, die auch mal schweigend und staunend in der Natur z.B. dem Treiben der Schwanenfamilie zuschauen.
Man kann beobachten, wie die Schwaneneltern den kleinen Schwänen durch abtauchen die Futtersuche beibringen oder Fischreiher und Komoran vom Schwanenhäuschen aus geduldig den See beobachten, um sich dann schnell einen Fisch zu schnappen. Oder die Schildkröten, die mal ausgesetzt kein richtiges zu Hause haben und sich um das Schwanennest versammeln um sich zu sonnen.
 

Die Kinder beobachten, wie Schwan-Mama, nachdem Schwan-Papa mit den kleinen Schwänen auf Tauchgang geht, dass große Nest säubert und wieder aufschüttelt, damit die kleinen Schwäne es wieder kuschelig haben…….

Es gibt auch kein Verständnis von uns, weshalb das Schwanenhäuschen nicht in die regelmäßige Wartung miteinbezogen wird. Seit heute Nacht liegt es mal wieder umgekippt am Beckenrand.
 
Wir mahnen auch hier die schnellstmögliche Mängelbeseitigung und regelmäßige Wartung des Häuschens an.
 
Im Sinne der Dringlichkeit der Mängelbeseitigung erwarten die UnterzeichnerInnen, dass sich Landesdenkmalamt und Grünflächenamt Berlin-Mitte nicht gegenseitig in ihren Zuständigkeiten behindern, sondern im Sinne der kurzen Wege die schnelle Mängelbeseitigung veranlassen.

Mit freundlichen Grüßen

Liane Bruckhaus, Anwohnerin; Cheena Riefstahl, Café am Engelbecken