Elio Adler von der Werteinitiative mit Joachim Gauck und Thea Dorn


Elio Adler (rechts) von der Werteinitiative jüdisch-deutsche Positionen im Gespräch mit dem ehemaligem Bundespräsidenten Joachim Gauck und der Autorin Thea Dorn zu 70 Jahre Grundgesetz mit dem Thema „Vom Kopf ins Herz“ im vollen Saal des Hotels Angleterre am Checkpoint Charlie.

Gauck rät im Hinblick auf die die aktuelle Entwicklung in Deutschland zu Gelassenheit. Es sei nicht das Höllentor zu Auschwitz. Wir sollten andere Meinungen ertragen, solange sie sich auf unsere Demokratie beziehen. Selbst reaktionär sein sei nicht verboten. Erziehung zur Freiheit bedeute, anderen zuzuhören und Diskussionen zu führen. Allerdings gäbe es Menschenkinder ohne eigene Meinung, die sich lieber anderen anschließen – wie in einem Fischschwarm. Das ICH muss so stark sein, dass es die Meinung eines Anderen erträgt. Es sei grotesk, dass so viele Menschen aus vielen Ländern zu uns kommen wegen unser Freiheit. Und hier gibt es Ränder, die diese Freiheit beschneiden wollen.

Thea Dorn meint, wie brauchen eine robuste Identität, gefestigte Persönlichkeiten, die einen heterogenen Nationalstaat wie die Bundesrepublik tragen. Sie erinnert an den Wappenspruch im offiziellen Dienstsiegel und Hoheitszeichen der Vereinigten Staaten von Amerika E pluribus unum, also aus vielen eines. Die Verwendung des Wahlspruchs im Jahr 1782 bezog sich ursprünglich auf die einzelnen Bundesstaaten, die zusammen die Vereinigten Staaten bilden.

Vielfalt in der Einheit könnte man das vielleicht treffender übersetzen. Es gab in der Diskussion Stimmen, die daran erinnerten, dass Milde im Umgang mit Antisemiten und mit gewalttätigen Gegnern unserer Demokratie nicht unbedingt zum Ziel führten.