Ein Fall für Nachama — der Pestarzt im Stadtmuseum


Ein Fall für Nachama. Dieser Pestarzt (oben) in der neuen Dauerausstellung des Stadtmuseums ist nicht echt. Es handelt sich um eine symbolische Rekonstruktion. Symbolische Rekonstruktionen sind für Rabbiner Andreas Nachama, den Chef der Topographie des Terrors, „Disney“. Die symbolische Rekonstruktion des Raums im Berlin Story Bunker, in dem Hitler sich erschossen hat, nennt Nachama „Hitler Disney“. Das Jahr vor Hitlers Tod war das blutigste der Weltgeschichte. Mit dem Selbstmord des Diktators endet das Sterben. Deswegen ist dieser Raum aus unserer Sicht von Bedeutung. Wir werden sehen, was Nachama dann Paul Spies vorhält, dem Chef des Stadtmuseums.


Noch ein Fall für Nachama. Diese Urkunde der Ersterwähnung von Berlin (Cölln) liegt in einer Museumsvitrine in der neuen Daueraustellung im Stadtmuseum. Die Urkunde ist gar nicht echt. Die Echte liegt in Brandenburg und natürlich nicht im Licht, sondern schön verschlossen. Was die Besucher in der Museumsvitrine im Märkischen Museum sehen, ist nachgemacht, ein Faksimile (ein Fake?). Nach der Kategorisierung von Nachama ist das „Disney“.

Warum ich so auf Nachama herumhackte? Weil mich keiner sonst so beleidigt hat und die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ und damit mein ehrenamtliches Engagement (im Gegensatz zu seinem Kampf gegen den Antisemitismus, für den er sich bezahlen lässt) als „Disney“ bezeichnet hat. Disney, in der Eigenwerbung “The Happiest Place on Earth”. Ich empfinde es als niederträchtig, zumal er sein Urteil abgegeben hat, bevor die Dokumentation eröffnet war und er sie immer noch nicht gesehen hat.


Museumsfest 2018 im Hof des Märkischen Museums.