Donnerstag, 12. Januar 2006

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung [www.faz.de] besprach heute unser Buch Bienert/Buchholz über die Zwanziger

Mit der Kutsche bis Paris
Im Jahr 1928 machte sich Gustav Hartmann mit seiner Pferdedroschke auf den Weg von Berlin nach Paris und zurück. Zweitausend Kilometer reiste er in 165 Tagen. Berlin fand so zu einem Symbol für den Übergang von der Kaiserzeit zum schnellen zwanzigsten Jahrhundert. Denn zu diesem Zeitpunkt fuhren schon Autos und Busse. Vier Jahre zuvor war am Potsdamer Platz die erste Ampel installiert worden. Gustav Hartmann wurde – auch das Zeichen der neuen Zeit – zu einem Medienstar. Der Ullstein-Verlag, damals einer der großen Zeitungsverlage, hatte einen Reporter mitgeschickt. Später widmete ihm Hans Fallada den Roman „Der eiserne Gustav". Michael Bienert und Elke Linda Buchholz gehen in ihrem Stadtführer auch diesem Mythos nach – vor allem aber dem Mythos Berlin. Sie beginnen bei der Novemberrevolution 1918/19, widmen sich dann der Entwicklung des Stadtverkehrs, den Bauten, der Kunst, der Großstadtpresse. Der Kurfürstendamm bekommt ein eigenes Kapitel wie auch die „Metropole des Verbrechens". Das letzte Kapitel erzählt unter anderem vom reichen jüdischen Leben bis 1933. Bienert und Buchholz erzählen davon, was damals berühmt war oder wurde und was heute davon noch zu sehen ist – etwa vom Denkmal des „eisernen Gustav" auf der Potsdamer Straße. „Die Zwanziger Jahre in Berlin" ist nicht nur ein wohlgeordneter, kluger Wegweiser durch das Berlin von heute. Es ist auch ein Nachschlagewerk für jene, die meinen, es habe bessere Zeiten als die unsere gegeben.
Die Zwanziger Jahre in Berlin – Ein Wegweiser durch die Stadt von Michael Bienert und Elke Linda Buchholz. Berlin Story Verlag, Berlin 2005. 280 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Broschiert, 19,80 Euro. ISBN 3-929829-28-2. Direkte Bestellmöglichkeit in unserem Webshop
 

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