Dienstag, 30. August 2005

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Die Geschichte des Hauses Unter den Linden 40 wird weiter erforscht. Christin Linße von berlinsights [www.berlinsights.de], auch bei uns im Haus und spezialisiert auf ausländische Besucher der Stadt, stellte ihre Forschungsergebnisse vor. Sie hat die Adreßbücher von 1907 bis 1943 gewälzt, Bildmaterial gesucht, und im Internet recherchiert.
 
Diese schöne Eisenverzierung auf dem Foto an der Haupteingangstür Unter den Linden 40, ein geflügeltes Rad, beflügelte die 1885 gegründete Deutsche Schlafwagengesellschaft. Die Cunard Line hatte ihre Niederlassung hier, die den Pullmann Salonwagen einführte und den Orient Express seit 1883 betrieb. 1917 bis 1928 befand sich das Schweizer Verkehrsbüro im Haus, seit 1918 Benz & Cie, später ab 1927 Daimler Benz. 1918 befindet sich Mitropa im Haus, ab 1919 das Mitteldeutsche Reisbüro, 1927 bis 1935 das amtliche Reisebüro der Schweizer Bundesbahn.
 
Zur DDR-Zeit war die französische Botschaft im Haus. Frankreich hatte die DDR bereits im Jahr 1973 anerkannt, 1984 kam das französische Kulturzentrum in der Friedrichstraße hinzu und Honecker war 1988 in Frankreich. Unter dem Dach befand sich zur DDR-Zeit die Privatpraxis von Prof. Dr. Goll. Dies alles hier nur als historische Stichworte, hoffentlich einigermaßen richtig, demnächst kommt sicherlich alles genauer in der entsprechenden Rubrik unserer Homepage über die Geschichte des Hauses.
 
Nachtrag – Christin Linße schlägt folgende Korrekturen vor, um der historischen Wahrheit näher zu kommen:
Die Cunard Line hat nicht den Pullman Wagen erfunden oder eingesetzt, sondern die Kreuzfahrtschiffe (noch immer) am Laufen. 1885 wurde nicht die Deutsche Schlafwagengesellschaft gegründet, sondern die CIWL (Compagnie Internationale des Wagon Lits).
 

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