Dienstag, 25. November 2008

Dr. Jens Schoene, Friedliche Revolution, Vortrag auf dem Kongress Jens Schöne eröffnet nach Marianne Birthler die zweitägige Konferenz Opposition und SED in der Friedlichen Revolution.

Jens Schoene schrieb FRIEDLICHE REVOLUTION fuer den Berlin Story Verlag und eroeffnete jetzt die gleichnamige Konferenz.

Jens Schöne hat im Berlin Story Verlag das soeben erschienene Buch „Friedliche Revolution“ geschrieben. Im Untertitel heißt das Buch Berlin 1989/90 – Der Weg zur Deutschen Einheit. Wir machen ja Bücher hauptsächlich über Berlin. (Leipzig lieben wir auch.) Das Buch gab es natürlich auch auf der Konferenz. Dr. Jens Schöne ist stellvertretender Landesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. An der Konferenz nahmen fast alle zentralen Aktiven von damals teil, soweit sie heute noch eine Rolle spielen wollen. Es waren damals nicht viele. 500 bis 700, die sich tatsächlich und öffentlich und mit der ganzen, bekennenden Person gegen das Regime stellten.

der harte Kern der DDR-Opposition nimmt an der Konferenz teil Dr. Ilko-Sasch Kowalczuk (hier nicht im Bild) schilderte vor den Teilnehmern der Konferenz in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in der Luisenstraße die breite gesellschaftliche Krise, die jeden in der DDR erreichte, auch die Mitmacher, sogar die Linientreuen. Die Lebenserwartung nahm in den 80er Jahren leicht ab. Der Ärger auf das lange Warten auf einen Trabi oder Wartburg nahm zu. Die Privilegien Weniger wurden immer ärgerliche. Der Vergleich mit dem Westen leichter und offensichtlicher. Die Blamage mit dem Ein-Megabit-DDR-Chip 1988 war peinlich. Je aufwendiger produziert wurde, desto besser konnte abgerechnet werden. Der Erlös spielte keine Rolle. Die Arbeitsproduktivität lag bei einem Drittel gegenüber der Bundesrepublik. Die DDR war der größte Schwefeldioxid- und auch der größte Staubverschmutzer Europas – Ost und West. Drei Prozent der Fließgewässer konnten als ökologisch in Ordnung bezeichnet werden. Die Lage war katastrophal. (Sie war so katastrophal, daß meinem Bericht über die Umweltsituation der DDR für das Europäische Parlament zunächst wenig Glauben geschenkt wurde. Ich hatte Anfang 1990 viele Umweltgruppen besucht und eine Bestandsaufnahme von unten gemacht.)
Noch schlimmer: Die Fußballmannschaften der DDR schieden aus europäischen Pokalvorrunden aus, der BFC Dynamo, der 1. FC Leipzig sowie auch noch Dynamo Dresden. Das Vertrauen war hin.
Man lernt aber auf Konferenzen doch immer was. Zum Beispiel, daß dem Kommentator des Rundfunks der DDR nach dem Tor von Rahn im Spiel gegen Ungarn 1954 ganze 40 Sekunden lang nichts einfiel. Ihm blieb einfach die Sprache weg.
Sven Felix Kellerhof als Moderator inmitten der DDR-Oppositionellen Sven Felix Kellerhoff als Moderator zwischen zentralen Kräften der friedlichen Revolution in der DDR. Marianne Birthler, Stasi-Beauftrage Bund, erinnert daran, wie niederdrückend die Situation war und wie die Wende ihren Blick auf die Welt völlig veränderte. Für Martin Gutzeit, Stasi-Beauftragter Berlin, SDP-Gründer und Pfarrer, bleibt das Unerwartete, die ständige Herausforderung für unser Geschichtsverständnis. Reinhard Schult vom Neuen Forum konnte sich im Oktober 1989 überhaupt nicht vorstellen, daß die Sowjetischen Truppen freiwillig und ohne Gewalt abziehen würden. Gerd Poppe von der Initiative Frieden und Menschenrechte teilt die Einschätzung von Gutzeit, daß die DDR bankrott war, daß permanente Bevormundung und Entmündigung , völliges Fehlen von Menschenrechten nichts mit Sozialismus zu tun hatte. „In 40 Jahren DDR gab es keine 5 Minuten Sozialismus“ wird Bärbel Bohley zitiert.

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