Dienstag, 13. März 2007

Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, möchte gern ein anschauliches Geschichtsprogramm zu den preußischen Reformen in der Langen Nacht der Museen am 25. August 2007 von 18 Uhr bis Mitternacht. So, wie wir von der Historiale es vorgeschlagen haben und sehr gern machen: Szenische Darstellungen, Einbeziehung des Publikums, Heranführen an ein Thema, das als sperrig gilt, das aber für uns so wichtig ist. Städteordnung, das ist ja auch die Grundlage dafür, daß wir uns als Bürger einmischen können, sei es bei der Museumsinsel oder bei der Entwicklung der Luisenstadt. Es begann damals Preußens Sternstunde an Innovationsbereitschaft und Reformfreude. Wir möchten auch einen Beitrag leisten, das Denkmal von Staatskanzler Fürst von Hardenberg gegenüber dem Abgeordnetenhaus aufzustellen. Es befand sich früher auf dem Dönhoffplatz und neu geschaffen werden muß. Da machen wir erstmal ein Denkmal aus Pappe, wie wir die Generäle der Befreiungskriege Unter den Linden so lange Sommer für Sommer aufgestellt hatten, bis die echten kamen.

Liebe ergrauten 68er, nächstes Jahr ist das 40 Jahre her, echt. Ist es nicht wie gestern? Naja … Einer, der in Berlin überall dabei war, ist Michael Müller. Er hat Benno Ohnesorg liegen sehen, als er angeschossen wurde, er war kurz nach dem Attentat auf Dutschke vor Ort, er sollte von Dutschke aus einer besetzten Kirche „durch demokratische Abstimmung“ vor die Tür gesetzt werden. Da mischte sich aber der Hausherr ein. Er beschreibt, wer damals eine Rolle spielte und wer sich heute so hinein mogelt, als hätte er oder sie damals etwas Größeres beigetragen. Michael Müller, damals Reporter der Berliner Morgenpost, war vorher in den Vereinigten Staaten und hatte dort schon die Anfänge der Studentenbewegung erlebt. Er war auch dabei, als die Auslieferung der Springer Zeitungen am 11. April 1968 verhindert werden sollte und die Transporter abgefackelt wurden. „Du weißt doch, wie wir hier reinkommen. mach mal die Tür auf.“ Berlin 1968 erscheint Ende diesen Jahres. Enteignet Springer! – Das war ja auch eine der zentralen Forderungen damals – dann hätten wir heute wahrscheinlich nicht so schön im Journalistenclub ganz oben im Springerhaus gesessen und geahnt, wie dieses größte Mahnmal gegen die Mauer die Regierung der DDR genervt hat.

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