Die Verlage haben die Konzepte verpennt

Die Verlage bieten keine Zukunftsfähigen Vertriebsmodelle an“ oder ähnliches hören wir oft. Daher möchten wir mal auflisten was wir in diesem Verlag versucht haben und wie es ausging.

  • Bücher verschenken: Wir haben in ganz Berlin Bücher mit Auszügen aus den aktuellen Titeln verschenkt, wir haben komplette Bücher verschenkt (teilweise an spezielle Zielgruppen wie Bus- oder Taxifahrer) und wir verschenken Teile der Inhalte zum Problesen online. Ein Erfolg ist hierbei schwer zu messen
  • Fair-Pay Bücher: Wir haben ein eBook verschenkt und es dem Leser überlassen, ob er zahlen möchte. Leider wurde der Versuch durch ein Anwaltsschreiben der Preiswächter gestoppt
  • Buchlesungen: Man kann damit einen Dialog zwischen wenigen Lesern und dem Autoren erreichen, verkauft haben wir dadurch aber selten etwas. Neue Kunden erreichen wir auch wenig

Was mir immer wieder empfohlen wird:

  • Weitere Lesungen machen: Wie oben beschrieben haben diese in der Vergangenheit keinen wirtschaftlichen Erfolg gebracht
  • Einen Mehrwert bieten: Mit einem Mehrwert beim gekauften Buch soll man unlizenzierten Kopien z.B. im internet Vorbeugen. Leider sind die Bücher oft speziell und textlastig. Auch hier fällt uns für unser Programm nicht viel ein.
  • Günstige eBooks: Nach und nach bieten wir alle Bücher auch als eBook an. Der Preis liegt bei ca. 50-60% vom gedruckten Buch. Jedoch verdienen wir somit an den eBooks auch wesentlich weniger. Diese kosten den Verlag nur etwa 1/4 weniger als das gedruckte Buch. Das erklärte ich in diesem Blog bereits

Und nun machen wir wieder weiter und stehen werden unsere Bücher bei Skoobe und Google Books anbieten.

Aber nun möchte ich den Ball zurück spielen: Was können ich für euch tun, damit ihr mehr Bücher aus unserem Verlag kauft? Was fehlt euch thematisch oder an Geschäftsmodellen?

Comments

  • Moni sagt:

    Nur eine Idee, du wirst wissen, in wie weit man sie umsetzen kann, abhängig vom tatsächlichen Buchverkauf (Totholz) eine Anzahl von freiverfügbaren Downloads zur Verfügung stellen. Je mehr ein Buch gekauft wird, desto mehr kann es anderen (die nicht so viel Kohle ausgeben wollen) zum Download zur Verfügung gestellt werden. Ja, die Anzahl der Downloads ist begrenzt, ob man da eine Warte- oder Anmeldeliste schafft, keine Ahnung.. ist mir nur so durch den Kopf gesprungen ;-)

  • enno sagt:

    Gute Idee, aber wird wegen der Buchpreisbindung vermutlich nicht gehen. Lasse ich aber mal prüfen. Problem da ist: Man muss für einen exakten Preis eine ganz exakte Leistung bekommen. Schon die Sache mit „wir schenken dir ein Buch und du bezahlst einen beliebigen Betrag, wenn du magst“ war verboten. Buch + Download könnte man an sich direkt anbieten, allerdings muss ich dann bei vielen Bildarchiven für jedes verkaufte Buch die Bildrechte fürs eBook bezahlen, auch wenn das eBook nicht abgerufen wird. Derzeit ist die Verteilung bei mir etwa 98% Totholz und 2% eBook, da würde das also nicht lohnen.

  • Monika Belz sagt:

    Exakter Preis = exakte Leistung 1 Buch Totholz + X-Downloads die der Käufer zur Verfügung stellen lassen kann.
    Das mit den Bildrechten ist .. na ja.. wenn man mit geringer Anzahl oder 1=1 anfängt und den Zeitraum der Abrufbarkeit ggf. begrenzt – vielleicht eine Chance. Allerdings kommen wir wohl wegen den Bildrechten nicht an einer Gesetzesänderung herum ;-) – Danke für die Prüfung und die Antwort

  • enno sagt:

    Das ist halt das Problem. Ich müsste Bilder und Text für jedes möglicherweise heruntergeladene eBook lizenzieren. Zumindest wollte sich bisher niemand auf etwas anderes einlassen. Somit würden die Bücher für alle deutlich teurer (so 20% würde ich tippen). Das lohnt auch wieder nicht. Bisher ist es einfach schwer andere von diesen Ideen zu überzeugen.

  • […] Als Verleger höre ich oft, dass die Krise der Buchverlagsbranche selbstgemacht ist. Man hat keine Ideen und man probiert nichts aus. Dass das so nicht stimmt erklärte ich bereits. […]

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