Deutsches Historisches Museum — Restaurierungswerkstätten

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„Ich hätte da mal ne Zeitung mit Hitler, was kriege ich denn dafür?“ Das sind den Restauratoren die liebsten Anfragen.

 

Nichts. Wie alles Museen nimmt das Deutsche Historische Museum Sachen, wenn überhaupt, nur geschenkt. Die Lager sind voll. In der Abteilung zeitgeschichtliche Dokumente auf Papier liegen 160.000 Dokumente ab 1914, meist DDR, weil der Bestand des Museums für deutsche Geschichte der DDR – auch im Zeughaus – übernommen wurde.

 

Übernommen wurde auch der gesamte Bestand der 590 Transparente der größten und letzten Demonstration in der DDR vom 4. November 1989. Danach war Schluss mit DDR. Die Transparente wurden damals eingesammelt, in einem Theaterfundus verwahrt und kamen 1994 zum DHM.

 

Problem! Und was für ein Problem! Die passen ja nicht in die Grafikschränke! Also wurden Aufbewahrungsmodelle gebastelt, wie man mit den Transparenten, an denen auch noch Stangen sind, die genau so aufbewahrt werden müssen, irgendwie zu Rande kommt (rechts, etwas oben).

 

Für asymmetrische Transparente wie das gegen Krenz (rechts) wurden entsprechende Hüllen gebaut. Die Transparente werden aber erst in Papier eingewickelt, das Säure und andere Einflüsse fernhält.

 

In der Plakatsammlung werden 80.000 Exemplare aufbewahrt. restauriert wird dort ergänzend, so dass man wieder ein vollständiges Plakat ohne Risse, ohne Klebebandreste, ohne Kaffee- oder Wasserflecken vor sich hat.  Bei dem Goebbels-Plakat fehlte die obere rechte Ecke – jetzt ist sie wieder dran.

 

In der Metallwerkstatt gibt es einen großen Feind: den Rost. Der Soldatenkopf aus der Nazi-Zeit ganz oben kann nicht so richtig rosten. Er ist aus Zink und nur mit Bronzefarbe hübsch gemacht.

 

Die Führung fand für den Freundeskreis des Museums statt. Das Interesse war so groß, dass drei Gruppen gebildet werden mussten.