Neptunbrunnen und Rossebändiger – das Volk will sie zurück

Schlossdiskussion1

Schlossdiskussion2

1945 ließ der sowjetische Stadtkommandant die Rossebändiger, die einst Zar Nikolaus I. seinem Schwager König Friedrich Wilhelm IV. schenkte und die vor dem Schloß standen, hinter das Gebäude des Alliierten Kontrollrats im Heinrich-von-Kleist-Park stellen, dem Gebäude des Berliner Kammergerichts.

Die Rossebändiger von Peter Clodt von Jürgensburg sollen zurück vors Schloß. Das Volk will das so. Die Gesellschaft Historisches Berlin will das so. Der Verein für die Geschichte Berlins will das so. Klaus von Krosigk möchte auch gern, dass die zentralen Gestaltungselemente zurückgeholt werden,  und stellt sich damit gegen seinen Chef, den obersten Denkmalpfleger Berlins. Das ist nicht einfach, öffentlich eine andere Meinung zu vertreten. In Tauroggen war es auch richtig.

Dagegen, gegen die Rückkehr von Neptunbrunnen und Rossebändiger an den historischen Standort,  waren nur zwei bei der Diskussion im Berlin Saal des Zentrums für Berlinstudien, nämlich die Vertreterinnen von Regula Lüscher, der Stadtbaudirektorin.

Die Rossebändiger waren und sind von großer Bedeutung. Die Gesellschaft historisches Berlin berichtet darüber (pdf), aber auch der SPIEGEL würdigt die Bedeutung, und ebenso erfährt an in Wikipedia etwas darüber.

Prof. Schäche: Wir können jetzt nicht die Sau durch die Stadt treiben und den Platz mit etwas ganz Neuem bespielen. Die Moderne ist in dieser Umgebung abwesend. Es paßt alles zusammen, selbst das höchst anständig gebaute Staatsratsgebäude greift die Maßstäblichkeit des Schlosses auf.

220px-Berlin_-_Neptunbrunnen_-_um_1900

Die Vertreterinnen des Senats befanden sich extrem in der Defensive, weil auf der Hand liegt, dass der Neptunbrunnen und die Rossebändiger an ihren Platz gehören. Zum Neptunbrunnen steht hier weniger, weil ihn jeder kennt. Sein Platz ist aber am Schloß, Richtung Breite Straße.

Horst Peter Serwene ist es zu verdanken, dass die beiden Vereine diese Veranstaltung im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal zusammen auf die Beine stellten und an einem Strang ziehen.

 

Mehr über die Freiraumplanung vor dem Schloß in diesem Tagebuch am 16. Januar 2013 …