Der Anhalter Bahnhof muß weg! – Albert Speer 1938

Germania Große_HalleDieser Beitrag in diesem Tagebuch bezieht sich auf den Eintrag vom 1. Januar 2014, wo es um den Anhalter Bunker geht, der jetzt zum Berlin Story Bunker wird.

Der Anhalter Bahnhof wurde in den 1950er Jahren abgetragen, aber schon vorher, im „Dritten Reich“, sollte er weg.

Albert Speer (1905 bis 1981), Generalbauinspekteur für die Reichshauptstadt, hatte in Übereinstimmung mit Hitler skizziert, wie die Welthauptstadt GERMANIA ab 1950 aussehen sollte. Speer wurde im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1946 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Im Programm für die Neugestaltung Berlins, vorgestellt von Albert Speer am 27. Januar 1938, heißt es:

„… Lage, Richtung und Breite der neuen Straßen müssen so gewählt werden, dass sie der flüssigen Abwicklung eines groß gesteigerten Verkehrs dienen können … Der Anhalter Bahnhof und der Potsdamer Bahnhof schieben sich heute mit ihren großen Gleisanlagen der Abstell- und Güterbahnhöfe wie ein Keil von Süden her in die innere Stadt. Dieser Komplex trennt den Südteil der Stadt in eine Ost- und eine Westhälfte und ist dem durchgehenden Ost-Westverkehr eine fast unüberbrückbare Barriere. Die Bahnhöfe sind heute veraltet …Um die zahlreichen neuen Großbauten in der Reichshauptstadt planvoll zusammenzufassen, ist ein Straßenzug bereitzustellen, der die Möglichkeit gibt, auf lange Zeit alle neuen Großbauten unterzubringen … Gleichzeitig mit dem Bau dieser neuen Nord-Süd-Achse muss der Keil des Eisenbahngeländes beseitigt werden.

Um alle Fehlerquellen des bisherigen Bauens zu beseitigen und die oben angeführten Forderungen zu erfüllen, hat der Führer den Plan gefasst, die Reichshauptstadt umzubauen und völlig neu zu gestalten …“

Mehr zu diesem Thema im zweite Band „Das Braune Berlin“, der in Vorbereitung ist und in diesem Jahr erscheint. Wie die Nationalsozialisten direkt nach der „Machtergreifung“ mit unvorstellbarer Brutalität ihre Gegner aus dem Weg schafften, das berichtet der bereits vorliegenden Band, in dem es um den „Kampf um die Reichshauptstadt“ geht – alles in (kommentierten) Originalquellen der Nationalsozialisten.

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