Das kurze Leben des Chris Gueffroy, Film

Dr. Anna Kaminsky begrüßt zur Veranstaltung in der Bundesstiftung Aufarbeitung in der Kronenstraße


Chris Gueffroy wurde neun Monate vor dem Fall der Mauer bei der Flucht erschossen. Er war 20 Jahre alt. Im Film erzählen seine Freunde, wie es bei der Sportschule war, auf der er zu Leistung getrimmt wurde. Wie er abbrach. Wie er Kellner wurde, sehr viel verdiente, weil er ausländische Gäste bediente, denen das Ostgeld locker saß.

Kein "Stammpublikum". Ältere und viele sehr junge Menschen. "Ich bin 1993 geboren, bin in der 12. Klasse. Wir sind furchtbar interessiert an den Schicksalen. Wir sind sehr glücklich, heute hier sein und mit Ihnen traurig sein zu dürfen. Das möchten wir alles gern wissen."


Wie er mit Freunden an die Ostsee fuhr. Wie er seiner Mutter vorhielt, das könne es doch nicht sein, sich hier immer disziplinieren zu lassen. Seine Mutter berichtet, wie er bereits als Kind von Amerika schwärmte.
Nach seine Ermordung wird Karin Gueffroy immer wieder in die Keibelstraße zu Vernehmungen vorgeleden.

Klaus Salge (Journalist, Filmemacher), Karin Gueffroy (Mutter des ermordeten Chris Gueffroy), Sven Felix Kellerhoff (Moderator, Leitender Redakteur Zeitgeschichte Berliner Morgepost), Dr. Maria Nooke (Stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer)


Sie soll eingeschüchtert, gebrochen und mundtot gemacht werden.
Maria Nooke dazu: Die Verwandten von Erschossenen wurden gezwungen, sich handschriftlich zu verpflichten, dass sie schweigen.

Sippenhaft im Sozialismus: Der Onkel von Chris war im Friedrichsstadtpalast auf der Karriereleiter. Jetzt hieß es: Ihre Karriere ist vorbei. Sie können höhstens Bühnenarbeiter werden.

Die Namen der Grenzverletzer, so lautete die Anweisung der Stasi in der Charitée, sind aus dem Eingangbuch der Klinik zu entfernen.

Sven Felix Kellerhoff verwies auf die kleine Austellung im BStU-Bildungszentrum in der Zimmerstraße 90/91 täglich 10-18 Uhr, Eintritt frei, die eine besonders widerliche Seite des Grenzregimes zeigt, wie nämlich die Stasi die Mauer-Morde vertuschte.

Das Grab von Chris Gueffroy wurde bis 1995 regelmäßig jede Woche geschändet. Die Gedenktafel wurde dreimal zerstört. Die Wohnung von Karin Gueffroy wurde aufgebrochen, alles aus den Schubladen gezogen, nichts wurde gestohlen.“Wir zeigen Dir, dass wir alles mit Dir machen können!“