Das braune Berlin – „Fehler im Buch gefunden“

Rote Fahne, 26. Juni 1932, Cover Rote Fahne, Detail

„Guten Tag Herr Giebel“, kommt ein Mann in die Buchhandlung, „ich freue mich, Sie zu treffen, ich habe da nämlich einen Fehler in einem Buch gefunden„.

Wieder so ein Besserwisser, so ein Oberlehrertyp

Bei diesem Fehler ging es um die Anmerkung 164 im zweiten Teil des Buchs „Das braune Berlin“. Insgesamt hat das Buch 906 Anmerkungen. Anmerkung 160 jedenfalls besteht aus zwei Worten „Nicht nachweisbar“.

Ich kann Ihnen das gleich im Buch zeigen“ – „Können Sie mir nicht lieber eine Email schreiben …“ versuche ich es mit einem Ausweichmanöver.

Und dann wird es doch interessant. Im Buch „Das braune Berlin“, einer kommentierte Sammlung von Quellen und Dokumenten zum Kampf der Nationalsozialisten um Berlin, heißt es auf Seite 290:

„Die Arbeiter, die einen Überfall erwarteten, machten sich abwehrbereit. In kurzer Zeit erloschen alle Laternen in der Rostocker, Wittstocker, Berlichingen- und Erasmustrasse.“

Auf diesen Satz bezieht sich der Kommentar „Nicht nachweisbar“ und wie die Auszüge aus der kommunistischen Roten Fahne oben zeigen, ist die Anmerkung falsch. Es lässt sich nachweisen, dass die Straßenbeleuchtung in diesem Moment am 22. Juni 1932 ausgeschaltet wurde. Fehler gefunden. Tatsächlich haben die linken Arbeiter die Straßenbeleuchtung abgeschaltet als die Rechten kamen.

„Und wieso haben Sie das so genau recherchiert?“ – „Weil ich in Dänemark einen Spannungsroman über jene Zeit geschrieben habe und Ihr Buch mir eine der wichtigsten Quellen war. Ich habe gemerkt, welche ungeheure Arbeit das war und bedanke mich dafür. Wann kommt der zweite Band?“ Angekündigt ist er für Ende des Jahres 2014.  Erik Koskela, der Romanautor aus Dänemark, hat Recht, es ist extrem viel Arbeit.

Besprechung (dänisch) von Erik Koskela,  „Tro Håb Had“ (Glaube Hoffnung Hass),  2012 Muusmann-forlag …

Das braune Berlin, Adolf Hitlers „Kampf um die Reichshauptstadt“ …

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