Ungeschönt — Friedrichshain-Kreuzberg Fotografien 1990-2018

8 Fotografen, mehr als 100 Fotografien, analog & digital, schwarzweiß und farbig. Kein Material für Stadtmarketing.

Ungeschönt. Ein Heimatkundebuch rund um den Berlin Story Verlag,  DE und EN,

Mehr als eine Buchvorstellung: „Ungeschönt“ – Menschen. Bewegungen. Stadtansichten.

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Friedrichshain-Kreuzberg Fotografien 1990-2018
Freitag, 19. Oktober, 19:30 Uhr, Dachetage FHXB Museum, FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin-Kreuzberg am Kotti, Eintritt frei

So wie das im Berlin Story Verlag erschienene Werk mit den Texten von Erik Steffen mehr als ein Katalog zur gleichnamigen Ausstellung ist, so ist dieser Abend mehr als eine Buchvorstellung. Vielmehr ein Blick hinter die Kulissen, ein Gespräch zwischen den Macher*innen und beteiligten Fotograf*innen über Fotoauswahl, Motivsuche, Bildunterschriften, die gravierenden Veränderungen des Bezirks. Geschichten, die Bilder erzählen und Geschichten, die im Verborgenen wirken.

Florian Günther liest aus seinen Foto-/Textsammlungen „Genug Zeit zu verlieren“ und „Aus der Traum“.

Mit u.a. Norman Bösch, Wieland Giebel (Berlin Story Verlag), Ellen Röhner (FHXB Museum, Hg. / Kuratorin),
Heiner Bernd,
Ann-Christine-Jansson,
Ursula Kamischke,
Siebrand Rehberg u.
Michael Sauer (Fotograf*innen).

Moderation: Erik Steffen

 

„Warum ich Nazi wurde“ jetzt auch in Costa Rica

„Warum ich Nazi wurde“, das Buch über frühe Nationalsozialisten, jetzt auch in Costa Rica.

El porqué
https://semanariouniversidad.com/suplementos/entusiasmo-por-hacerse-nazis-en-los-anos-treinta/
Al margen del trabajo de filtro y pulido que seguramente hizo Goebbels, que desde luego no daba puntada sin hilo, los «biogramas políticos» originales indagan en la paradoja que supone que un pueblo culto y de altas miras morales como el alemán, cuna de Schiller, Beethoven o Kant, llevase a cabo el Holocausto. Abel llegó a publicar un libro en 1938, pero poco después estalló la II Guerra Mundial y Europa no estaba ya para ensayos, por lo que no alcanzó gran difusión y los fajos de papeles quedaron archivados, en el olvido, en la biblioteca Hoover, en California.

UNGESCHÖNT – Menschen – Bewegungen – Stadtansichten

Friedrichshain-Kreuzberg 1990–2018

8 Fotografen, mehr als 100 Fotografien, analog & digital, schwarzweiß und farbig. Kein Material für Stadtmarketing. Ungeschönt. DE und EN

Ausstellung im FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum bis 28. Oktober 2018, Adalbertstr. 95A, 10999 Berlin am Kotti, Di–Fr 12–18, Sa, So 10–18, Eintritt frei. Buchvorstellung Fr. 19. Oktober, 19.30 Uhr

UNGESCHÖNT – Ellen Röhner, Erik Steffen (Hg.), 128 Seiten, 105 Illustrationen, 22 x 21 cm, 19,95 €

Friedrichshain-Kreuzberg ist hip und bunt. Vom Armenhaus Berlins zum schicken, attraktiven und teuren Szene-Bezirk, von Schmuddelkiezen zu Partymeilen, von Politparolen und Kunst am Bau zu Street Art und Werbebannern, von versteckten homosexuellen Treffpunkten zur offenen selbstbewussten Queer-Community, vom Sterben der Eckkneipen und der Geburt von Cocktail-Bars. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die diesen Stadtraum mit ihrem Leben füllen, das oft ein fantasievoller Kampf ums Überleben ist.

Mit Fotografien von Heiner Bernd, Siebrand Rehberg, Michael Sauer, Nanette Fleig, Ann-Christine Jansson, Ursula Kamischke, Ellen Röhner und Florian Günther.

Überall im Buchhandel oder im WebShop des Berlin Story Verlags

Engelbecken 1982

Manche, die jetzt hier leben, sind in dem Jahr geboren. Das Engelbecken 1982. So sah es damals vor dem heutigen Berlin Story Verlag aus – unvorstellbar. Auch die Perspektive dieser Aufnahme mit dem Teleobjektiv kann man kaum nachvollziehen. Heute steht da, wo der Fotograf stand,  in der Waldemarstraße 22 das Kulturzentrum anatolischer Aleviten (Waldemarstr. 20). Im Haus rechts ist die „Henne“ und dort verläuft der Leuschnerdamm, vom Baum verdeckt. Die Straße, die durch die Mauer geteilt ist, ist der Legiendamm. Dazwischen, als solche nicht erkennbar, also zwischen den beiden hellen PKW und dem Ford Transit, befindet sich die Waldemarbrücke, die heute über den Luisenstädtischen Park/Kanal führt.

Engelbecken tropisch mit Elefant — mein Lieblingsbild


Das Engelbecken als exotischer Ort mit warmen Wasser mitten in Berlin. Das Wasser sollte von der Eisfabrik in der Köpenicker Straße eingeleitet werden. Elefanten (rechts) , Palmen, spielende Kinder — alles hatte sich Gartenbaudirektor Erwin Barth so schön vorgestellt, aber die Gemeinde der katholischen Michaelkirche wollte um 1920 nicht solche Halbnackte in unmittelbarer Nähe des Gotteshauses. Die Kirche erwies sich damals als  stärker gegenüber den Tropen-Träume.

Brenda und die Gruselkrabbe im Engelbecken

Johannes Malinowski berichtet heute in der BZ und der BILD über die Gruselkrabbe im Engelbecken vor dem Berlin Story Verlag.

Brenda berichtet von der chinesischen Riesenkrabbe im Engelbecken

Brenda vom Café am Engelbecken berichtet Johannes Malinowski von der BZ über die riesige Krabbe, die sie neulich nachts fotografiert hat.

Das war so gegen 22 Uhr, mitten zwischen den Tischen und Bänken.

Diese Aufnahme und die folgende stammt von Jörg Simon, dem Luisenstadt-Fotografen.

Darf man original Nazi-Material lesen?


Um dieses Buch von Sven Felix Kellerhoff geht es. Hier soll ein Nazi-Dokument rein. Mit dem Novemberpogrom, der „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 fing der Holocaust an.

Ein wichtiges Dokument. Der Begleitarzt des „Führers“, Dr. Karl Brandt, wird nach Paris geschickt. Ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft ist von einem 17-jährigen Juden angeschossen worden. In der PDF des Buchs fehlt aber noch die Bildunterschrift, in der die Quelle des Dokuments angegeben werden muss. Deswegen steht dort links unten eine Platzhalter-Schrift in magenta. So sah das Buch bisher aus https://www.berlinstory.de/verlag/programm/drittes-reich/kristallnacht/

So sieht der Aktenstapel aus, in dem sich das Dokument befindet. Und hier erkennt man auch die Quelle: Das politische Archiv des Auswärtigen Amts. Die Akte trägt die Kennzeichnung R 46856. So kann der Historiker sie finden.

Das sind die Unterlagen zu Herschel Grynszpan, dem jüdischen jungen Mann. Wir haben dieses Material gebraucht für das Buch von Armin Fuhrer über Herschel. Das Buch kommt unten am Ende.

In den Unterlagen findet man auch Zeitungsausschnitte. Hier geht es um die Beerdigung des Botschaftsrats Ernst vom Rath. Vom Propagandaministerium, als von Joseph Goebbels, wurde das alles gut vorbereitet, wie wir noch sehe werden.

Der Ausweis des Täters im Original – alles im Auswärtigen Amt vorhanden. Jeder kann da hin. Man muss berechtigtes Interesse nachweisen.

Im Telegramm der deutschen Botschaft aus Paris an das Auswärtige Amt in Berlin vom 7. November 1938 um 23.35 Uhr steht, dass die Operation von Ernst vom Rath gut verlaufen sei. Die Nazis brauchen aber einen Märtyrer, ein Opfer, sie brauchen einen Vorwand, um gegen die Juden loszuschlagen. Darum geht das Buch von Armin Fuhrer über Herschel. Erst geht es Ernst vom Rath gut. Nach dem Besuch von Karl Brandt stirbt er. Im Buch HERSCHEL steht, wie es dazu gekommen ist.

Der Anwalt wird vom Propagandaministerium gebrieft. Es erhält genaue Anweisungen. Nichts soll dem Zufall überlassen werden.

Das Propagandaministerium unter Joseph Goebbels lädt mit diesem Schnellbrief zur propagandistischen Vorbereitung des Prozesses gegen Herschel Grynszpan ein.

Die Propagandaarbeit läuft an. Viele Beamte haben damit zu tun. Man sieht das an den Stempeln und Unterschriften. Die Beamten werden mit einer Broschüre versorgt „Ein Jude hat geschossen.“ Die deutsche Botschaft in Paris erhält gleich 300 Exemplare.

Aber selbst 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg, gehen die Vorbereitungen für einen Prozess weiter. Die Bürokratie ist nicht aufzuhalten.

Der Berliner Rechtsanwalt und Notar Prof. Dr. Grimm ist über einen langen Zeitraum mit Verfahrensvorbereitungen betraut. Es gibt in den Unterlagen auch eine Abrechnung von ihm. Er hat an den Judenprozessen gut verdient. Der Prozess wird nie stattfinden. Es könnte sein, es ist ziemlich sicher, dass Ernst vom Rath homosexuell war. Das möchte Goebbels lieber nicht vor Gericht verhandeln.