Das Engelbecken im Juni 1962 nach dem Bau der Mauer

Ganz rechts erkennt man die Mauer, die am 13. August 1961 gebaut wurde. Später wurde das Engelbecken zugeschüttet und es standen dort Wachtürme, von denen aus auf Flüchtende geschossen wurde.

Berlin Story Verlag am Engelbecken

This is what it looks like when we work at Berlin Story Verlag and are not sitting in the Café am Engelbecken.

Schwanenhaus im Engelbecken vor dem Berlin Story Verlag — der letzte Akt

Das war’s. Viele Jahre befand sich das Schwanenhaus am historischen Standort wie in den 1920ern. Die Schwäne brüten jetzt aber lieber im Schilf, das eigentlich Breitblättriger Rohrkolben heißt. Da das Schwanenhaus mehrmals zerstört war, unansehnlich wurde und es seit vergangenem Jahr in der Mitte des Engelbeckens eine neue Plattform gibt, haben wir es heute abgebaut. „Wir“ ist der gemeinnützige Verein Historiale, Wieland Giebel, Enno Lenze, zusammen mit dem Bunkerhausmeister Niko und Norman vom Verlag. Danke an Jörg Simon für die Fotos und noch einen größeren Dank an Heike Tielscher vom Bezirkssamt Mitte, die den Abtransport veranlasst hat, den wir sonst kaum auf die Reihe bekommen hätten. Immer hat die Zusammenarbeit mit dem Bezirk gut geklappt.

Berlin Story Verlag, Gartenseite

Vom Berlin Story Verlag aus kann man auch den Kinderbauernhof Adalbertstraße sehen – nicht nur das Engelbecken. Der Esel beim Frühstück. Es sind auch Ponys, Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner und ein Hahn zu sehen, letzter ist so ab 5 Uhr auch zu hören. Der Esel erst etwas später.

Café am Engelbecken – Verlagsfrühstück

Frühstück von Mitarbeiter*innen des Berlin Story Verlags im Café am Engelbecken.

Alle Macht dem Volke! — RäteRepublik West-Berlin

 

Alle Macht dem Volke! Ein gutes Jahr nach dem Mord an Benno Ohnesorg im Juni 1967 ist West-Berlin eine Räterepublik. Unter Führung von Horst Mahler, Rudi Dutschke und Otto Schily hat sich die Studentenbewegung weiter radikalisiert und den Klaus-Schütz-Senat weggeputscht. Lange Haare, faire Löhne, freie Liebe. Ab Herbst im Berlin Story Verlag.

Dauerseller Preußen — Gräfin Voss geht in die 9. Auflage

„Guck mal, da sind nur noch 25 Exemplare da! Das haben wir ganz übersehen“, sagt Norman Bösch, der Verlagsleiter, und gibt die nächste Auflage in Druck.

Das Tagebuch der Gräfin Voss ist sensationell, weil sie mehrere Generation am preußischen Hof begleitet hat: Vom Vater Friedrichs des Großen, also dem Soldatenkönig mit den Langen Kerls bis zu Königin Luise, als diese noch Prinzessin war und aus dem jungen Fohlen eine gediegene Dame geformt werden sollte. Klappte nicht. Schließlich gab sie noch 1814 ihren Senf zum Vertrag des Wiener Kongresses, also zur Zeit der Neuordnung Europas, nachdem Napoleon endgültig vom Fenster war.

Wie gesagt, 25 Exemplare kann man jetzt noch bestellen …

„Warum ich Nazi wurde“ erscheint im September — Über die große Menge der kleinen Nazis — jetzt 928 Seiten statt 672


Das ist heute wieder relevant. Damals, 1934, eineinhalb Jahre nach der „Machtergreifung“, berichteten 683 Nazis aus ganzem Herzen, warum sie sich der Hitler-Bewegung angeschlossen haben. 581 dieser Biogramme sind erhalten. Sie umfassen mehr als 3.700 Seiten, teils getippt, teils handschriftlich. Im September 2018 erscheinen sie erstmals umfangreich ausgewertet, überwiegend als Faksimile.

Theodor Fred Abel, der amerikanische Professor polnischer Abstammung, hatte in Abstimmung mit dem Propagandaministerium ein Preisausschreiben ausgelobt. „Der Zweck des Wettbewerbs ist die Sammlung von Material über die Geschichte des Nationalsozialismus, sodass das amerikanische Publikum sich aus realen, persönlichen Geschichten darüber informieren kann.“

Es geht in dem Buch um die große Menge kleiner Nazis. Diese Sammlung ist die wertvollste Primärquelle zur Frage, warum Menschen zu Nazis wurden, was zu ihrer Radikalisierung beitrug. Es gibt keine vergleichbaren Quellen, die auch nur annähernd an die Fülle des Materials, den Reichtum an Details, die Freimütigkeit der Darstellung und die Intensität der Lebensbeschreibungen herankommen.

Das Biogramm auf dem Cover dieses Buchs stammt von Hollas Wilke. Oben rechts ist mit Bleistift die Nummer 261 zu sehen, die Ordnungsnummer der Sammlung Abel, #261.

Hollas Wilke gibt sein Alter nicht an – das kommt eher selten vor. Er stammt aus Kolberg, also Westpommern, heute Polen, und hat den Ersten Weltkrieg als Kind erlebt. Folgenden Text sieht man auf dem Cover nicht: „Auch für uns Kinder brachte die harte Kriegszeit statt der fröhlichen Tage oft sehr ernste. Wir trugen Bucheckern und Laub zur Erhaltung des Viehs zusammen, sowie Nesselstangen, aus deren Fasern die Ersatzstoffe verfertigt wurden. Vier Jahre lang. Und dann – kam das Ende. Sollten wir alles umsonst getan haben? Draußen standen unentwegt die Truppen und warteten auf die Entscheidung, während im Innern eine kleine Parteienclique sich nicht scheute die Revolution zu entfachen, um die Macht im Staate zu erobern. Abgekämpft und müde mussten die tapferen Offiziere und Mannschaften der Front Schmähungen und Beschimpfungen über sich ergehen lassen.“

Wesentliche Faktoren der Nazi-Werdung kommen hier zusammen: Die Leiden des Kriegs, das Unverständnis der Niederlage, die Demütigung der Soldaten, die Revolution. Auf dem Cover wieder zu lesen ist sein Erweckungserlebnis: Er sah Hitler persönlich in München. „In meine Heimat zurückgekehrt, wurde ich ein Apostel des Nationalsozialismus.“

Das Buch „Warum ich Nazi wurde“, herausgegeben von Wieland Giebel im Berlin Story Verlag, war etwas früher angekündigt, ist erheblich umfangreicher geworden als geplant. Der Preis von 49,95 Euro bleibt – der Leser erhält also 256 der 928 Seiten quasi geschenkt.

In der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ sind diese Biogramme Grundlage des Bereichs über die „Kampfzeit“ der NSDAP, also von der Entlassung Hitlers aus der Festungshaft bis zur „Machtergreifung“ am 30. Januar 1933. Fünf der Biogramme werden im Berlin Story Bunker vollständig vorgestellt.

Rosengarten am Berlin Story Verlag

Räterepublik West-Berlin — Wenn 1968 die Linken an die Macht gekommen wären — im Herbst im Berlin Story Verlag



 

Es hätte auch anders kommen können. Damals, 1968. Was wäre, wenn die Linken nach der Schlacht am Tegeler Weg gewonnen hätten? Jörg Mailliet, der Illustrator der Grafischen Erzählungen „Gleisdreieck“ und „Westend“ arbeitet an einer neuen Geschichte von Jörg Ulbert und Thomas Jaedicke. Und die geht so:

1970. Die Studentenrevolution ist geglückt. Westberlin ist zur unabhängigen Räterepublik, RRWB, geworden. Die Stadt verändert sich rasant und zieht Linksradikale aus der ganzen Welt an. Doch die neue Regierung steht kurz vor dem Ruin. Ralf Schindralski, ein ambitionierter Wirtschaftskommissar, ist damit betraut, Bürgerhaushalte zu plündern, um damit die Finanzen der Räterepublik aufzubessern.