Kreuzberg — wie viele Lager mit Zwangsarbeitern gab es eigentlich? 365

Rund um den Anhalter Bahnhof gab es eine Menge, in ganz Kreuzberg 365 Zwangsarbeiterlager. Die waren häufig auf den Betriebsgeländen untergebracht. Die Saarlandstraße heißt heute Stresemannstraße.

 

Hier finden sich alle Zwangsarbeiterlager Kreuzbergs aufgelistet mit Standort und dem jeweiligem Betreiber. 

Lob der Mitarbeiter im Bunker


Ein Lob der Mitarbeiter*innen

Warum werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Service an der Kasse so viel gefragt? Weil die Besucher ahnen oder weil sie den Mitarbeitern ansehen, dass sie etwas wissen. Weil man ihnen zutraut, eine solide Antwort geben zu können.

Ist dieses Vertrauen gerechtfertigt? Neulich haben wir einen Test gemacht. Grundlage waren die Fragen, die ein Lehrer neulich für einen Fachkurs seiner Oberstufe vorbereitet hatte – ganz schön anspruchsvoll. Unsere Mitarbeiter*innen bekamen 30 Minuten Zeit plus Zuschlag für Fremdsprachler und widmeten sich den Fragen wie in einer Klausur einzeln in einem separaten Raum. Ist das gemein? Eigentlich nicht. Denn alle wichtigen Untersuchungen über Zufriedenheit am Arbeitsplatz sagen, dass an erster Stelle nicht das Gehalt steht, sondern die eigene Sicherheit zu wissen, worum es im Job genau geht und welche Position man im Team einnimmt, was genau die eigene Rolle ist. Dann folgt, ob es im Team untereinander klappt (und mit den Vorgesetzten), dann kommt erst das Geld.

Was nicht kontrolliert wird, ist nicht wichtig. So lautet ein anderer Spruch, der auch stimmt. Dass die Kasse kontrolliert wird, liegt auf der Hand. Wenn da etwas nicht stimmt, springt das Finanzamt im Dreieck. Dass Fachwissen abgefragt wird, ist nicht unbedingt üblich, aber es hilft ungemein, das eigene Selbstvertrauen zu stärken und damit die Ausstrahlung gegenüber den Besuchern zu stärken. Außerdem bietet so ein Test einen hervorragenden Anlass, die Mitarbeiter*innen qualifiziert zu loben.

Es gab 14 Fragen zum Berlin Story Museum und 37 zur Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen.“ Dadurch entstand erheblicher Zeitdruck. Antworten konnte man nur, wenn man das im Kopf hat. Einige Beispiele:

– Erläutere eine der Verschwörungstheorien zu Hitlers angeblichem Überleben.
– Beschreibe, welchen Standpunkt Hitler zur Demokratie vertrat.
– Erkläre den Begriff Gleichschaltung.
– Warum bezeichnete Goebbels 1932 als das Katastrophenjahr der NSDAP?
Wie hebelten die Nazis die Demokratie aus?
– Erläutere die Blut-und Bodenideologie.
– Welche Maßnahmen führten vor dem Zweiten Weltkrieg zur Vergrößerung Deutschlands?
– Wie reagierte die Bevölkerung darauf?
– Welche Anlass führte zur Pogromnacht 1938?
– Welche Verantwortung trugen die Militärs für die Vernichtung der Juden?
– Wer plante die Konzentrationslager?

Wenn man sonst eigentlich koreanisch studiert oder Arabistik oder Medienwissenschaft, liegen diese Themen nicht auf der Hand.

Es kommt aber noch dicker: Zur Qualifizierung gehört außerdem, dass in den ersten Wochen nach Arbeitsbeginn andere Gedenkstätten besucht werde wie die Topographie, der Ort der Erinnerung unter dem Holocaust Mahnmal, das Haus der Wannseekonferenz, Otto Weidt , die Gedenkstätte Berliner Mauer, Bunker, Hohenschönhausen und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Das alles, dieser umfassende Kenntnisstand zu unseren Themen, führt dazu, dass sich die Mitarbeiter*innen nicht von ( zum Glück sehr seltenen) Klugscheißern verunsichern lassen und dass sie den vielen Besuchern aus anderen Ländern etwas erklären und Empfehlungen zu weiteren Besuchen geben können. Und es führt zu den nahezu täglichen positiven Kommentaren über die Mitarbeiter*innen im Gästebuch sowie auf den verschiedenen Bewertungsportalen.

How visitors see the Berlin Story Bunker

Sonia Spadafora
I visited Hitler how could it happen. This would be the most moving exhibition I have been to. I went in at 12pm and did not realise I had been there for 5.5 hours. For an in depth look into this History and how easy it is for an ordinary person, with an ordinary life, to become a monster. Also, for the rest of the world to understand complicity and to never allow this again. Highly recommend it but it is confronting, so beware.

Suzi Brent
The Hitler exhibition was fascinating – from a haunting picture of baby Hitler to his last days in the bunker. The insight into the mood in Germany and the actions of Hitler and the Nazi party before the war was particularly interesting. There was so much information here that I spent three hours reading and could have spent longer.

Michael Spähn
A really amazingly detailed collection about the life and work of Adolf Hitler and the Nazi period.
Very soberly frightening pictures about a time of history, for which the Germans today should not feel guilty anymore, but which they have to know, so that something like this never happens again. Absolutely worth seeing.

Mirjam Leupold
Impressive exhibition, worth spending some time there. Be sure to use the audio guide.

Bunker 1983 — Foto in einer Trinkhalle in Bochum


Der Bunker im Jahr 1983, deutlich mit „Wer Bunker baut – wirft Bomben“. Im Vordergrund das Portal des Anhalter Bahnhofs. Wie das Foto in eine Trinkhalle (= Späti) in Bochum kommt? keine Ahnung.

British Army visits Berlin Story Bunker

NATO soldiers and officers from numerous countries come to the Berlin Story Bunker. In this historical place, they appreciate that we make a clear statement about the events back then, that we take a position, that we don’t somehow barricade ourselves behind a scientific facade. Our statement to the soldiers is clear: you should protect us. But here you should also recognize what personal responsibility means, when everyone has to make their own decision.
There are a lot of soldiers from the United Kingdom at the moment. NATO troops are studying what the battle for Berlin looked like from a Soviet perspective. House fighting in cities is an issue.

Bunker-Besucherinnen fotografieren – unsere tägliche Aufgabe

Besucherinnen oder Besucher fotografieren. Das machen wir an jedem Tag. Im Hintergrund der Bunker.
Dieses Foto entstand gestern vom Bunkerdach aus.

So macht Arbeiten Freude —- Berlin Story Bunker

Niko und Enno prüfen auf dem Dach des Berlin Story Bunkers die Schilder, durch die man uns vom Tempodrom aus sehen kann. Von diesem S-Bahn Ausgang sieht man in der Zwischenetage den Tunnel, der vom Bahnhof zum Bunker führt.

„Uns geht es auch nicht besser. Bei uns in Schweden haben die Rechtspopulisten vor zwei Wochen 17,6 Prozent geholt. Aber bei uns im Bezirk, wo ich nebenbei Lokalpolitiker bin, haben sie 28 Prozent. Was sollen wir tun? Haben die Leute alle die Zeit vergessen, als dieser Bunker gebaut wurde? Ich habe mit einem Bruder ein Lebensmittelgeschäft, wir machen hier einen Betriebsausflug nach Berlin.“

Wieland Giebel und Adolf Hitlers Tunnel

„Das ganz große investigative Ding! Wir graben und graben. Wir sind ganz nah dran. Nichts kann uns aufhalten. Das Tunnelsystem erstreckt sich über sieben Kilometer. 7.000 Quadratmeter Tunnel!

Ich bin weg – Berlin Story Bunker, Wieland Giebel. Der will mir was über den Tunnelkrieg der Hunting Hitler Leute erzählen …“

Akte 88, der dritte Teil des Podcasts mit Wieland Giebel in der Rolle des Tunnelexperten. Hier herunterladen …