Bürgerverein Luisenstadt — bringt das eigentlich was?

Volker Hobrack, Vorsitzender des Bürgervereins Luisenstadt, erläutert im Jahresbericht, wie Ina Buchholz von TV-Berlin mit ihm durch die Luisenstadt geht.

Bringt das eigentlich etwas, so ein Bürgerverein und dass man sich da engagiert? Sonst sähe es hier rund um das Engelbecken nicht so traumhaft aus. Gerade wenn man das Archiv sortiert, wie eine neue Arbeitsgruppe, merkt man, welche wahnsinnigen Veränderungen in den 25 Jahren stattfanden.

Haben die Bürger eigentlich etwas zu sagen? JA – in diesem Bereich auf alle Fälle und viel. Es gibt einen Sanierunsgbeirat, die Betroffenenvertretung, ständige Absprachen mit der Verwaltung.

Ist die Verwaltung nett zu uns? Es gibt nicht „DIE Verwaltung“. Das sind unterschiedliche Menschen, auch unterschiedliche Interessenlagen in der Verwaltung. Rund um das Engelbecken, also direkt am Berlin Story Verlag, ist jetzt baulich alles chic. Mehr als zehn Millionen Euro sind in die Entwicklung geflossen.

Jetzt geht es um den Spreeuferweg. Der Bürgerverein Luisenstadt bohrt seit Jahren. Es muss einen Weg direkt am Ufer von der Oberbaumbrücke bis zur Jannowitzbrücke und weiter zum Märkischen Museum geben. Inzwischen kauft die Stadt Ufergrundstücke auf. Das ist neu. Wenn der Uferweg einmal fertig ist, wird niemand daran denken, dass es das ständige Generve des Bürgervereins war, dieses Projekt umzusetzen. Eröffnet wird er dann sicherlich von einer Lusche aus der Senatsbauverwaltung. Macht nichts.

Wir sind glücklich, in einer demokratischen Gesellschaft leben und unsere Stimme erheben zu dürfen, ohne Nachteile zu erfahren.

Kurdisches Fernsehen Rudaw im Berlin Story Bunker mit Enno Lenze

Der kurdische Fernsehsender Rudaw spricht im Berlin Story Bunker mit Enno Lenze über die Zeit des Nationalsozialismus, über Museen in Deutschland und Kurdistan (Irak), über Geschichtsvermittlung. Enno Lenze – das zeigen die Fotos im Beitrag – ist immer wieder in Kurdistan, er verbringt dort seine Urlaube, macht sozusagen Fronturlaub.

Der vollständige Beitrag von Rudaw über den Berlin Story Bunker und Enno Lenze …

Zwanzig Jahre Berlin Story — 20. November 1997 — 20. November 2017

Seit zwnazig Jahren gibt es nun die Berlin Story. Eine bewegte berliner Geschichte und kein Ende in Sicht. Einen Überblick kann man sich in der Chrononologie der Berlin Story verschaffen.

Hermann Pölking auf Radio 1 über „Wer war Hitler“

Hermann Pölking: „Es ist wichtig, das breit zu erzählen, damit man auch zeigen kann, wie es war, bevor Hitler zur Macht kam. Briefe, Tagebücher, Dokumente – Hitler wird von Zeitzeugen beschrieben. Heute sehen wir mit unserem nachträglichen Wissen die Geschichte anders. Ich erzähle von den Rändern, nicht alles aus Berlin. Henriette Schneider- ich hätte den Film nicht machen können, wenn ich dieses Tagebuch einer fanatischen Hitler-Anhängerin nicht gefunden hatte. Das sind unverbrauchte Dokumente. Der Film erfordert Anstrengung beim Zuschauen. Wenn wir uns sehr stark auf Hitler konzentrieren, könnte es sein, dass Hitler als Verführung da seht. Höhepunkt seiner macht war die Fahrt vom Anhalter Bahnhof zur Reichskanzlei, als er im Sommer 1940 vom Frankreichfeldzug zurückkam.

Wir lenken immer durch die Montage, damit man sich mit der Geschichte auseinandersetzt und in der Gegenwart orientieren kann.“

Hermann Pölking im Gespräch mit Knud Elstermann im Podcast ab Minute 24 des Podcasts … 

 

„Wer war Hitler“ — Jörn Seidel bespricht in der ZEIT den Film von Hermann Pölking


Erstmals nach vier Jahrzehnten kommt wieder eine Dokumentation über Hitler ins Kino. „Wer war Hitler“ wirft Licht dorthin, wo Historiker oft dunkle Flecken lassen.

Endlich hat ein Journalist den Film „Wer war Hitler“ von Hermann Pölking gesehen und berichtet mit Substanz darüber.
„Tunichtgut, Volksredner, Kriegsverbrecher“ – von Jörn Seidel in der ZEIT.

„… Wer war Hitler veranschaulicht den für eine „charismatische Herrschaft“ typischen Willen der Gefolgschaft, sich einer Autorität auch tatsächlich zu unterwerfen.

… Auch wie jene „charismatische Situation“ entstand, nachdem Hitler an die Macht kam, zeigt Pölking.

… Zu solchen TV-Dokus (ZDF, Guido Knopp) bietet Hermann Pölking einen Gegenentwurf. Er hat Wer war Hitler ausschließlich aus zeitgenössischem Bildmaterial montiert. Der Kommentar beschränkt sich auf wenige Erklärungen. Bild und Ton unterwerfen einander nicht, sondern nehmen aufeinander Bezug, mal illustrierend, mal kontrastierend, mal karikierend. Politisches und Persönliches verschleiern sich somit nicht länger, sondern stehen ergänzend nebeneinander. Und plötzlich fällt Licht auf die Geschichte, wo Historiker oft dunkle Flecken lassen.“

Jörn Seidel über Hermann Pölkings Film in der ZEIT …

Der Bunker — das Pflichtprogramm

Polizeibattailon 101 — Jürgen Mattäus vom US Holocaust Memorial Museum in der Topographie

Dieses Foto am Ghetto von Lodz stammt von Bernhard Colberg, einem der Männer des Polizeibataillons 101. Sie fotografierten viel. Vorn die Herrenrasse. Die polnischen Polizisten hinter dem Zaun mussten knien.

„Ganz normale Männer“ wurden bei den Nazis zum Morden ausgeschickt. Von den 500 Männern des Polizeibataillons 101 aus Hamburg wollten zwölf nicht mitmachen, nicht auf die Jagd nach Juden in Polen gehen. Ihnen passierte nichts. Sie wurden als Kameradenschweine angesehen, als Feiglinge und Drückeberger, das war aber auch alles. Die anderen finden an zu morden.

Dieses Foto stammt von Bernhard Colberg, einem dieser Männer. Sie fotografierten viel. Die Fotos befinden sich im US Holocaust Memorial Museum in Washington. Jürgen Matthäus, Leiter der dortigen Forschungsabteilung und Mitglied im internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors, war zum Vortrag in die Topographie eingeladen, anhand von „erst jetzt zugänglichen Privatalben eines Angehörigen des Polizeibataillons 101 aus der Perspektive des Zeithistorikers zu beleuchten, welches Erkenntnispotential fotografische Quellen dieser Art innewohnt …“

Bei diesem Foto geht es um „Two members of Police Battalion 101 who are guarding the perimeter of the Lodz ghetto, view three Jewish policemen kneeling opposite them on the other side of the fence. One image from a photograph album belonging to a member of Police Battalion 101.“

Ergebnis des Abends: „Um zu wissen, was passierte, ist dieses Fotoalbum keine Quelle.“

Copyright: United States Holocaust Memorial Museum, Michael O’Hara, Second Provenance: Bernhardt Colberg, Collections: 1999.99.1

Stilbruch rbb — zum Erbrechen

Schade, dass in dem Beitrag von rbb-Stilbruch so wenig über den Film „Wer war Hitler“ von Hermann Pölking kommt. Das hätte vorausgesetzt, dass die Redakteuere Justus Kaufhold und Christine Thalmann sich den Film ansehen. Den Eindruck vermitteln sie nicht. Der Film ist siebeneinhalb Stunden, die Kurze Fassung mehr als drei Stunden lang.

Der Film von Hermann Pölking ragt haushoch über alles hinaus, was es sonst an Filmen über Hitler gibt. Vom rbb wird er in eine Reihe gestellt mit den Fernsehdokumentationen, die ständig laufen. Gerade damit hat er nichts zu tun. Der Grad an intellektueller Durchdringung, an Recherche, an Filmmaterial – das alles ist so außergewöhnlich und einmalig, dass einem ganz klar wird – wenn man den Film kennt – dass weder die beiden Redakteure der Sendung noch der Publizist Claudius Seidl, der als Professor Schlaumeier auftreten darf, ihn gesehen haben. Bei Seidel merkt man, dass er die ersten Szenen gesehen hat. Darauf nimmt er ausschließlich Bezug, der Rest seiner Aussagen bezieht sich nicht auf den Film von Pölking, sondern auf Seidels Hitlerbild.

Ich kenne den Film. Die Siebeneinhalb-Stunden-Fassung habe ich mehrmals gesehen. Ich kann das beurteilen. Meine Meinung zu diesem Thema ist relevant. Die weitaus umfangreichste Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ stammt von mir. Sie wird weltweit von den Medien gelobt. Dieses Lob hat der Film von Hermann Pölking mindestens ebenso verdient.

Premiere von „Wer war Hitler“ in Berlin ist am Sonntag, dem 19. November 2017 um 15 Uhr im Kino in den Hackeschen Höfen. Es wäre ja toll gewesen, wenn der rbb wenigstens darauf hingewiesen hätte mit dem aufklärerischem Aspekt : machen Sie sich selbst ein Bild, uns war das zu anstrengend.

Stilbruch, rbb, Link zur Sendung …

Helden der Geschichte — „Wer war Hitler“, ausführlich zum Buch …

Wer war Hitler, mehrere Trailer, umfangreiche Seite …

„Wer war Hitler“, das 784-Seiten-Buch zum Film, kommt beim rbb auch nicht vor.

Hitler – beinahe wäre er uns erspart geblieben, findet Thomas Weber heraus

Hätte, hätte – Fahrradkette.
Hätte die Kunstakademie in Wien Hitler aufgenommen, statt ihn zwei mal abzulehnen, wäre die Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen, Hitler wäre Maler geworden.
Hätte die Deutschsozialistische Partei Adolf Hitler aufgenommen, hätte er sich nicht an die Spitze der schwächer geführten DAP setzen können.

„Im Herbst 1919 wollte ein österreichischer Kriegsfreiwillige namens Adolf Hitler der Deutschsozialistischen Partei beitreten. Warum das nicht klappte, hat jetzt ein Historiker in einer entlegenen Quelle entdeckt, Thomas Weber von der Universität Aberdeen“, so berichtet die WELT. Die im Mai 1919 gegründete DSP wollte Hitler aber nicht. Bald darauf, im September 1919, trat Hitler der deutschen Abeiterpartei DAP bei, wurde nach drei Monaten deren starker Mann, benannte sie in NSDAP um, schuf das Hakenkreuz … und wie es weiter ging, wissen wir – und wir zeigen es in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker. Der Bereich der Dokumentation, wie Hitler zum Nazi wurde, orientiert sich eng am gleichnamigen Buch von Thomas Weber „Wie Adolf Hitler zum Nazi wurde.

 

In der zuerst erschienenen deutschen Ausgabe ist diese Quelle aber noch nicht drin, erst in der soeben erschienenen englischsprachigen „Becoming Hitler: The Making of a Nazi“ von Thomas Weber.“

Johann Althaus berichtet darüber in WELT-Geschichte.

„Die DSP jedoch war nach ihrer Gründung im Mai 1919 in München wenigstens etwas professioneller geführt als die DAP. Mit Georg Grassinger sowie den beiden Zeitungsredakteuren Hans Georg Müller und Max Sesselmann hatte sie beruflich durchaus erfolgreiche führende Mitglieder. Sie hätten sich vermutlich nicht so leicht von Hitler vorführen lassen wie Harrer und Drexler.

Vor allem aber kam Hitler dem bislang übersehenen Zeugnis Grassingers zufolge als Bittsteller auf die DSP zu. Sein tatsächlich erfolgter Beitritt in die DAP erfolgte jedoch genau umgekehrt: Drexler bat ihn, Mitglied zu werden. Aus einer solchen Position war es natürlich einfacher, Einfluss zu gewinnen.

Selbstverständlich kann Weber nicht ausschließen, dass Hitler auch als DSP-Mitglied durch sein auf Zeitgenossen äußerst wirksames rhetorisches Talent aufgestiegen wäre. Doch ganz so problemlos und schnell wäre es vielleicht nicht gegangen.“

 

All you can eat am Führerbunker

Heute am Führerbunker. Im Angebot: Sushi, all you can eat. Wahrscheinlich, weil Japan zu den Achsenmächten gehörte.