Nineties Berlin — großer Eröffnungsempfang

Quirin Graf Adelmann v. A eröffnet die große Ausstellung zu den Neunzigerjahren in der Alten Münze – Nineties Berlin. Ein großartiger Empfang.

 

 

 

Es berichtet darüber ausführlich der Tagesspiegel.

Und Spiegel online bringt ein langes Stück zu den Neunzigern und zur Ausstellung.

Fanny Hensel Grundschule am Bunker

Die Fanny-Hensel-Grundschule, die beste Grundschule am Anhalter Bahnhof, lädt zur Sommerbühne ein.

Alle Klassen auf die Bühne! Alle Klasse!

Die Schule umgibt den Bunker auf allen Seiten. Der Bunker liegt wie eine Insel im Schulgelände.

Backstage Chefin Jana Neubert (Mitte) und  Klas Yngborn.

Klas war früher bei den BOGARTS (Mitte) und trat im Berlin Story Salon Unter den Linden auf.

 

Andreas Nachama — Das Jahr 1934

Andreas Nachama, Chef der Topographie des Terrors, hält einen Vortrag über das Jahr 1934 unter den Nazis.

Viele Juden verlassen Deutschland. Es handelt sich nicht um Auswanderungen, es sind Fluchten. 1933 — 37.000 Menschen, das entspricht 7 Prozent der jüdischen Bevölkerung; 1934 — 23.000 Menschen, entspricht 5 Prozent; 1935 — 21.000 Menschen, entspricht 5 Prozent. Die Einnahme durch die Reichsauswanderungsteuer ist gigantisch, sie beträgt 1 Milliarde Reichsmark.

„Es kann sich Ende 1934 keiner mehr vorstellen, dass ohne Diktatur regiert wird.“ Die Nationalsozialisten haben 90 Prozent der Bevölkerung auf ihre Seite gezogen.

Nach dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg (86) am 2. August 1934 übernimmt Reichskanzler Adolf Hitler auch dieses Amt und läßt sich durch eine Volksabstimmung, ein Plebiszit, als Oberhaupt des Deutschen Reichs bestätigen. 89,9 Prozent stimmen dafür (Wahlbeteiligung 97,7 %). Gegenstimmen kommen aus den Großstädten: Hamburg 20,4 %, Lübeck 20,6 % Berlin 18,5 %, Aachen 18,2 % und Leipzig 14,9 %.

Selbst in den früheren Hochburgen der Arbeiterbewegung gibt es nicht viele Gegenstimmen, im Wedding 19,7 %, in Prenzlauer Berg und Neukölln je 19,5 %. Die Historiker meinen, so heißt es heute bei dem Vortrag, dass die Wahlberechtigten auch in der NS-Diktatur noch eine Wahl hatten. Zumindest 1933 und 1934 wurden bestimmte Standards von „freien“ Wahlen eingehalten.

Nachama erinnert daran, dass der „Röhm-Putsch“ als angeblicher Akt der Staatsnotwehr auch von der Reichswehr geduldet wird. Die Frage, warum die 4 Millionen Mitglieder der SA nach der Ermordung ihrer Anführer ( 100 bis 200) ruhig gehalten werden konnten, bleibt offen.

Antisemitismus-Veranstaltung der Werteinitiative

Heute lud die ‚Werteinitiative für deutsch-jüdische Positionen‘ zur Veranstaltung zum Thema Antisemitismus ein. Vor dem Podiumsgespräch zwischen dem Beauftragten der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, und dem Vorstandschef der Axel Springer SE, Dr. Mathias Döpfner, richteten der Vorsitzenden der Werteinitiative Dr. Elio Adler sowie Staatssekretär Christian Lange als Vertreter der Bundesregierung mahnende Worte an die Besucher.

Schon bevor die Veranstaltung beginnt, wird einem die Bedeutung des Themas bewusst. Vor dem Eingang stehen bewaffnete Polizisten, drinnen private Personenschützer, welche Besucher begleiten. Die besonders gefährdeten Besucher sitzen zwischen ihren LKA-Beamten.

Die Positionen in dieser Runde waren klar: Christian Lange möchte, dass Kuwait Airlines die Landerechte entzogen werden, wenn sie keine israelischen Staatsbürger befördern wollen.

Dr. Klein sagt: “Wer sich antisemitisch äußert, steht abseits der Gesellschaft und muss sich dafür verantworten”. Bei der späteren Fragerunde des Publikums erklärt er, dass sein Büro bisher nur aus ihm sowie einer Sekretärin besteht und dass er keinerlei Recht hat, Menschen einzubestellen und auch kein Budget für eigene Studien oder ähnliches hat. Aber als erfahrener Beamter sichert er zu, sich diese Dinge von anderen Ministerien zu besorgen.

Dr. Matthias Döpfner zitiert zunächst Henryk M. Broder, welcher provokant aber doch gut gesonnen sagte: “Was soll ein Antisemitismus-Beauftragter machen? Darauf achten, dass die antisemitischen Spielregeln eingehalten werden? (…) So wie ein Wetter-Beauftragter das Wetter beobachtet?” Anschließend erhält Dr. Klein eine Ausgabe von Broders Werk “Der Ewige Antisemit” mit der Widmung “Möge ihnen gelingen, woran ich gescheitert bin„. Döpfner fasst die Lage aus seiner Sicht zusammen:
Wir sind am Tiefpunkt angekommen, was die Empörung über Antisemitismus angeht. Wir müssen die Flüchtlinge aufnehmen, die vor dem Krieg fliehen. Aber wenn dort teilweise Antisemitismus Staatsräson ist und sie das von klein auf lernen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie das mitbringen. Und wir haben hier den rechten und linken Antisemitismus. Wir brauchen eine Null-Toleranz-Grenze für Antisemitismus. Das heißt nicht ‘Bei jedem neuen Fall eine neue Rede’ sondern ‘Bei jedem Fall eine Handlung!’” Döpfner erntet dafür den längsten Applaus des Abends.

Dr. Elio Adler sagt zu Dr. Klein: “Jeder Linke, Rechte und Stammtisch-Antisemit kann erklären, was genau das Problem mit den Juden ist. Das ist ja wie eine Massen-Psychotherapie, was sie da machen müssen. Können Sie das leisten? Sie brauchen dafür doch einen Expertenpool und das Budget!

Im Publikum befindet sich auch der jüdische Rapper Ben Salomo. Er berichtet kurz von seiner eigenen Erfahrung mit Antisemitismus in Deutschland und fragt: “Wie bekommen wir die Deutungshoheit über Zionismus zurück?
Dr. Klein möchte es lösen, indem man den Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus klar stellt. Ben Salomo möchte eher, dass man das Thema schon früh in der Schule aufgreift. “Wenn wir den Leuten nicht beibringen, was Zionismus und Antisemitismus ist, dann machen das Leute wie Kollegah

Charlotte Knobloch möchte von Dr. Klein wissen, wie er es mit der AfD hält. “Die AFD hat durch die Duldung antisemitischer Äußerungen stark zum Diskurs beigetragen. Es ist perfide, wie sie agiert und wir haben gesehen, wie das auf fruchtbaren Boden fällt. Wenn die AFD das Gespräch sucht, nehme ich die Konfrontation an, aber gehe nicht auf sie zu.” Es ist offensichtlich nicht, was das Publikum von ihm erwartet. Stille nach seinem Statement.

Das Schlusswort hat Rabbiner Yitshak Ehrenberg: “Dr. Klein, ich wünsche Ihnen viel Glück. Meine Erfahrung ist, dass die Leute nichts über Juden und Israel wissen. Wenn wir in der Synagoge eine Stunde mit den Menschen sprechen, gehen sie mit einem ganz anderen Bild raus. Ich habe in Frankfurt dreißig Minuten auf einer Taxifahrt mit dem Fahrer gesprochen. Er wusste vorher nichts. Am Ende sagte er, ich sei ein guter Botschafter für Israel!

Nach der ausgezeichneten zweistündigen Veranstaltung leeren sich die Reihen. Die Fahrbereitschaft des LKA fährt ihre Schützlinge nach Hause, die privaten Personenschützer geleiten ihre Klienten durch die warme Berliner Sommernacht und die anderen Gäste verlassen unter den wachsamen Augen der Polizei Berlins die Veranstaltung. Ein ganz normaler jüdischer Abend …

Enno Lenzes Zeit als Kriegsberichterstatter


Bunkerchef Enno Lenze hat neben seinem Ehrenamt im Bunker noch viele weitere Projekte. Unter anderem war er in den Vergangenen Jahren als Kriegsberichterstatter in Kurdistan-Irak. Seine Erlebnisse mit Präsidenten, Soldaten und Flüchtlingen, wenige hundert Meter vom Islamischen Staat entfernt, kann man nun in seinem Buch „Fronturlaub“ nachlesen. Ein signiertes Exemplar können Sie hier bestellen. Ansonsten erhalten Sie den Titel überall im Buchhandel.

Monika Herrmann über Dr. Carl Herz, Bürgermeister von Kreuzberg, von den Nazis aus diesem Rathaus verjagt

Monika Herrmann, Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, bei der Gedenkveranstaltung für Dr. Carl Herz, einem ihrem Vorgänger, der hier aus diesem Rathaus am 10. März 1933 von SA-Schergen hinausgeprügelt und durch Kreuzberg getrieben wurde. Die Nazis hatten einen wütenden Mob organisiert, der Herz und seine Leute trat, beschimpfte, schlug. Herz floh erst 1939 nach Großbritannien und starb 1951 in Haifa in Israel. Das jüngste seiner drei Kinder wurde in Auschwitz ermordet.

Monika Herrmann: „Er hat für die Demokratie gekämpft, ist für uns stetig eine Mahnung. Unsere Demokratie besteht länger als die Weimarer Republik. Aber sind wir wehrhaft genug? Die Gewissheit, dass so etwas nicht mehr passiert, schwindet heute.“

 

 

Syrische Kinder sollen in die Schule gehen können

Kinder bauen für World Vison am Gendarmenkarkt 740 Teddys auf, die an die 740.000 syrischen Kinder erinnern sollen, die nicht zur Schule gehen können.

Boston Marathon 1967 — International Womens day

Internationaler Frauentag, 8. März: Boston Marathon 1967 – Organizers attempt to stop a woman from running the race