Ungeschönt — Kreuzberg und Friedrichshain nach dem Fall der Mauer

Thomas Frey schreibt in der Berliner Woche: Kreuzberg. Die Aufnahmen aus der Ausstellung „Ungeschönt“ sind jetzt auch in einem Buch zusammengefasst, das am Freitag, 19. Oktober, im Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Adalbertstraße 95a, vorgestellt wird. Gezeigt werden Menschen, Begegnungen, Stadtansichten aus Friedrichshain und Kreuzberg zwischen 1990 und 2018. Im Buch sind sie mit Texten von Erik Steffen versehen. Es ist im Berlin Story Verlag erschienen und kostet 19,95 Euro. Die Präsentation beginnt um 19.30 Uhr. Die Ausstellung läuft noch bis 28. Oktober. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 12 bis 18, Sonnabend und Sonntag, 10 bis 18 Uhr.

Kriegsende am Anhalter Bahnhof — Rote Armee — Sprengung des Tunnels

 

Der Anhalter Bahnhof 1946 vom Landwehrkanals aus gesehen, den man hier nur mit einem Boot überqueren konnte.

Maritta Tkalec berichtet vor einiger Zeit über die Sprengung des S-Bahn-Tunnels unter dem Landwehrkanal in der Nacht zum 2. Mai 1945. „In einem internen Bericht für die Reichsbahndirektion heißt es: „Am 2. Mai morgens 7.55 Uhr erschütterte eine gewaltige Detonation die Gegend der Kreuzung des Landwehrkanals mit dem Tunnel der Nordsüd-S-Bahn; sekundenlang bebte die Erde, dann wurden im Kanal die Wassermassen und auf den nördlichen und südlichen Uferstraßen das Straßenpflaster, Erde, eiserne Rohre usw. in die Höhe geschleudert.“

Hitler hatte schon am 30. April 1945 nachmittags Selbstmord begangen, sein Ende im Führerbunker. Und die Rote Armee stand bereits am Reichstag, als der Tunnel gesprengt wurde.

Kürzlich kam ein Buch in englischer Sprache heraus mit den Berichten der sowjetischen Generäle über die Einnahme Berlins und auch des Anhalter Bahnhofs. The Berlin Operation 1945, Soviet General Staff, edited and translated by Richard W. Harrison. Darin heißt es (Seite 372), dass die sowjetischen Truppen am Vormittag des 27. April 1945 versuchten, den Landwehrkanal am Halleschen Tor zu überqueren. Sie wurden zurückgeschlagen, weil sich die Deutschen in einem Gebäude verschanzt hatten, wo heute die SPD-Zentrale steht. „Die Deutschen“, das waren Soldaten der Wehrmacht, SS-Männer, Hitlerjugend und ein letztes Aufgebot an alten Männern. Erst als das Gebäude durch sowjetische Artillerie völlig zerstört worden war, konnten die sowjetischen Truppen vorwärts drängen. Sie brauchten für die wenigen hundert Meter bis zum Anhalter Bahnhof noch bis zum Abend des 28. April 1945.

 

 

Unteilbar — unübersehbar Viele

Junge Menschen, selbst gemalte Schilder , also nicht von Organisationen ausgegeben. Sehr viele junge Frauen in kleinen Gruppen. Ich habe den Eindruck, viele der Teilnehmer an der Demo sind parlamentarisch eigentlich nicht richtig vertreten. Es bildet sich etwas anderes.

Palais Populaire — Eröffnung

Eröffnung des Palais Populaire der Deutschen Bank, ein Haus für Veranstaltungen und Kunst. Bevor Mathias Döpfner es gekauft hat, der Chef von Springer, war es das Operncafé und davor Prinzessinnenpalais. Unten befindet sich ein großer Veranstaltungsraum, darüber hängt die Kunst, zu der mir die interpretatorische Kompetenz fehlt, oben wiederum ist ein Veranstaltungsraum.

Sven Felix Kellerhoff im Berlin Saal über sein Buch NSDAP

Sven Felix Kellerhoff stellt im Berlin Saal in der Breiten Straße sein Buch vor „Die NSDAP – eine Partei und ihre Mitglieder.“ Auf dem Foto ist der erste Propagandamarsch der NSDAP 1925 zu sehen, der damals keine Erwähnung in den Zeitungen fand. Nur eine handvoll Parteigenossen nahmen teil. Die NSDAP kandidierte im Oktober 1925 nur in Spandau und erhielt 137 Stimmen – sie stand an letzter Steller aller Parteien. Die SPD erhielt 604.696 Wählerstimmen. Das war in der Zeit, bevor Goebbels Gauleiter von Berlin wurde. Der NSDAP gelang es dann, sich trotz der ständigen brutalen Gewaltausübung als Ordnungsmacht darzustellen. In vielen der Abel-Biogrammen, die Kellerhoff in seiner einzigartigen Geschichte der NSDAP verarbeitet, werden die Gewalt, die Straßen- und Saalschlachten ausführlich geschildert und als notwendige Verteidigung gegen die Marxisten (KPD und SPD) dargestellt.

Die Fragen der Mitglieder des Vereins für die Geschichte Berlins beziehen sich fast durchgehend auf die Situation heute, auf Vergleiche und Ähnlichkeiten.

Wir werden mehr und wir werden bunter

Das Statistische Landesamt :

 

Berlin 2017: 3,6 Millionen Einwohner, 193 Nationalitäten
In Berlin lebten am 31.12.2017 insgesamt 3 613 495 Menschen,
fast 38 700 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einer Zunahme von 1,1 Prozent und
damit dem geringsten Bevölkerungswachstum seit 2012.

2017 waren in der Bundeshauptstadt 193 verschiedene Nationalitäten zu Hause. Die
größte Gruppe waren die Deutschen mit 2 975 748 Personen, die 82,4 Prozent der
Berliner Bevölkerung stellten. An zweiter Stelle folgen die türkischen Staatsangehörigen
mit 85 851 Personen bzw. 2,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, gefolgt von
50 541 polnischen Staatsangehörigen, die für 1,4 Prozent der Gesamtbevölkerung
stehen. Weit hinten in der langen Liste finden sich Länder wie die Komoren, Fidschi
oder Vatikanstadt, deren Staatsangehörigkeit jeweils drei Personen besaßen.

Im Laufe des Jahres 2017 wuchsen die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen
unterschiedlich stark. Die Zahl der Ausländer stieg um 39 486 und damit um
6,6 Prozent. Darunter wuchs die Zahl der syrischen Staatsangehörigen mit einer
Zunahme um 3 740 Personen am stärksten, gefolgt von den rumänischen (+3 037)
und den bulgarischen Staatsangehörigen (+2 229). Den größten Rückgang
verzeichneten die Moldauer mit einem Verlust von 1 141 Personen, was einer
Abnahme von 36,1 Prozent entspricht. Den zweithöchsten Bevölkerungsrückgang
wiesen die Deutschen mit 821 Personen auf. Dahinter folgen die lybischen
Staatsangehörigen (–191).

Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 40 163 Kinder geboren und damit
924 weniger als im Vorjahreszeitraum. Das war der erste Geburtenrückgang
seit 2011. Dennoch überstieg die Zahl der Geburten die Zahl der Sterbefälle, sodass
schließlich ein Geburtenüberschuss von 5 824 Personen in Berlin registriert wurde.
Im Vorjahr hatte der Geburtenüberschuss noch bei 7 036 Personen gelegen.
Im Jahr 2017 zog es insgesamt 178 130 Personen nach Berlin, während
144 597 Menschen der Stadt den Rücken kehrten. Daraus ergibt sich ein
Wanderungssaldo von 33 533 Personen. Das ist der geringste Wanderungsgewinn
für Berlin seit 2010.

Ex-Präsident Roosevelt in der Bauakademie in Berlin

 

Mal ein ganz anderes Thema: Theodore Roosevelt, Jr.war 26. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1901 bis 1909 und kam danach von seinem Sohn Kermit begleitet nach Europa, wo die beiden im April 1910 in Wien waren. Dabei hatte Roosevelt eine einstündige Audienz bei Kaiser Franz Joseph. Roosevelt fragte den Kaiser, was nun im 20. Jahrhundert eigentlich der Zweck dessen Amtes beziehungsweise dessen Aufgabe sei, worauf sich Franz Joseph als letzten Monarchen der alten Schule bezeichnete und zu seinem Amtsverständnis ausführte: Der Sinn meines Amtes ist es, meine Völker vor ihren Politikern zu schützen!

Im Mai 1910 waren der Expräsident Roosevelt und sein Sohn bei einer kleinen militärischen Übung in Döberitz bei Berlin, wo sie mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. zusammentrafen. Am 12. Mai 1910 bekam Theodore Roosevelt (also nicht der Gegenspieler von Hitler) von der philosophischen Fakultät der Berliner Universität die Ehrendoktorwürde verliehen.

„Der Wasserwerfer reichlich ramponiert“ — Geschichte im Krimi

Annette König bespricht in SRF 1 den spannenden Krimi „Die Tote im Wannsee“:

West-Berlin, 25. Oktober 1968: In einer Laube wird eine junge Frau umgebracht, im Auto zum Wannsee gekarrt und drei Tage später im Strandbad angeschwemmt. Kriminalkommissar Heller, im Einsatz bei «Ho-Ho-Ho-Chi-Minh» skandierenden Studenten, wird von seinem Chef hingeschickt …

Die Tote im Wannsee

„Der Wasserwerfer, der Heller auf der Otto-Suhr-Allee entgegenkam, sah reichlich ramponiert aus. Die Gitter vor der Fahrerkabine waren abgerissen oder zur Seite gebogen …“ Es ist, als wären die Autoren bei der brutalen Schlacht am Tegeler Weg 1968 dabeigewesen.

Mehr über die Autoren und das Buch sowie die mutigste Buchvorstellung des Jahres …

Nikolaifestspiele — ein Kostümfest

 

Marx, Engels und die Chinesen

Karl Marx und Friedrich Engels sind nie allein. Immer werden sie von Chinesen besucht.