BVG-Ausstellung „Aus Rot wird Braun“ U-Alexanderplatz

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Die BVG eröffnet an zentraler Stelle im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Alexanderplatz eine Ausstellung zur Zeit des Nationalsozialismus.

Als die BVG im Jahr 1928 aus drei Vorläufergesellschaften gegründet wurde, so BVG-Chefin Sigrid Nikutta, galt sie als sozialdemokratischer Musterbetrieb. Für die 28.000 Mitarbeiter gab es Ferienheime, Kultur- und Sportveranstaltungen sowie, besonders wichtig, Betriebswohnungen. „Wir waren eine große Familie.“

Nach der Machtergreifung der Nazis Anfang 1933 wurden innerhalb von wenigen Monaten mehrere tausend BVG-Mitarbeiter entlassen. Sie wurden durch linientreue Nazis ersetzt. Entlassung bedeutete auch: raus aus der Wohnung, raus aus der BVG-Familie.

Die Bild-Text-Ausstellung ist so platziert, dass viele der gut 200.000 Menschen, die täglich am Alexanderplatz ein-, aus- oder umsteigen, daran vorbeikommen.

Rainer E. Klemke, Projektleiter des Themenjahrs Zerstörte Vielfalt, mit Christian Dirks (rechts), dem Ausstellungsmacher.

Den Aufbau der Ausstellung kann man im 3-Minuten-Film beobachten.

In der Ausstellung geht es auch um die Mitarbeiter der BVG, die entlassen, verfolgt und ermordet wurden.

 

 

 

 

Kulturstaatssekretär André Schmitz (Mitte) eröffnete die Ausstellung zusammen mit Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, der Vorstandsvorsitzenden der BVG und mit Dr. Bernhard Speyer.

Dessen Vorfahr Georg Speyer (1902 bis 1971) war 1936 entlassen worden, weil er gemäß der Kategorisierung der Nazis als „Mischling 1. Grades“ galt, da er einen jüdischen Vater hat.

Georg Speyer gehörte der BVG seit 1929 an, wird bei Kriegsende als Zwangsarbeiter bei der Organisation Todd an der Westfront eingesetzt und baut unter härtesten Bedingungen Bunker. Im Mai 1945 befreien ihn amerikanische Soldaten in Tirol. Danach arbeitet er wieder nach einem Einstellungsgesuch als Schaffner bei der BVG. 1958 geht er in den Ruhestand.

Das berichtet sein Großneffe, Bernhard Speyer (links), hier zusammen mit Sigrid Nikutta.