Buchhändlerin – Hellseherin und Zeichendeuterin

Kundin: „Ich war auf einem Seminar und da gab es das neue Buch Die Frauen von Berlin. Es war grün. Haben Sie das?“ — Auf dem Neuerscheinungstisch liegt Die Frauen der Nazis als Taschenbuch. „Nein, nicht Nazi-Frauen, so allgemein.“

Wir malträtieren das Gehirn, durchsuchen das Internet, da kommt aber nur der Fernsehfilm Die Frauen von Berlin mit Nina Hoss zum Buch Anonyma, eine Frau in Berlin. Es geht um Vergewaltigungen nach dem Krieg. Das Buch erschien 2003. Es ist lieferbar und wir haben es da.

1985 gab es den Roman Die Frauen von Berlin. Den können wir antiquarisch bestellen.

„Nein, das ist ja nicht neu!“

Könnte das Buch einen anderen Titel gehabt haben?

Ein Blick auf den Einkaufszettel „Nein“.

Dann dämmert es Silvia. Es gab vor einigen Jahren ein Buch, in dem es um Frauen ging und zwar von Herta Heuwer mit der Currywurst über Lise Meitner mit der Atomspaltung bis zu Marlene Dietrich mit dem Koffer in Berlin

Ein Buch, das von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen Berlin herausgegeben wurde und 5 Euro kostete.

Aber Silvia, phänomenal,  hat es gefunden. Das Buch ist nicht neu, sondern aus dem Jahr 2010. Es ist nicht grün, sondern blau. Es heißt nicht „Die Frauen von Berlin“, sondern Spreeperlen und im Untertitel Berlin – Stadt der Frauen.