Buchhandel aus dem Netz angegriffen

Am Sonnabend veröffentlichte Jahel Mielke im Tagesspiegel einen ausführlichen Beitrag über die Situation des Buchmarkts, der großen Ketten und des Internethandels.

Das Börsenblatt hingegen berichtete am Sonntag über ein Treffen kleinerer Verlage, der Independents, von denen viele der Meinung sein sollen, das die Veränderungen der Buchbranche für sie von nicht so großer Bedeutung sein wird. Sie bedienen Nischenmärkte.

Wir verstehen den Berlin Story Verlag auch weitgehend als Nischenverlag. Berlin ist eine ziemlich üppige Nische mit weiter Ausstrahlung. Ausstahlung in die Geschichte, Ausstrahlung mit Berlin-Themen, die über die Stadt hinausgehen.

Als die Hörbücher aufkamen, empfanden wir das nicht als Bedrohung. Der Markt war ziemlich klein und es war abzusehen, dass Hörbücher irgendwann durch Downloads ersetzt werden würde, dann also nicht mehr über den Buchhandel gingen.

Wir sind jetzt eher der Meinung, dass die Umstrukturierung auf uns als Verlag Auswirkungen haben wird. Deutschland ist keine Insel. In den USA, in England gibt es bereits viel mehr Reader als bei uns. Das kommt und es kommt massiv. Der Buchhandel ist dann raus aus dem Geschäft. Und seit Weihnachten 2011 sieht man auch in Berlin in den S-Bahnen und U-Bahnen mehr Reader. Das war vor einem Jahr noch nicht so.

In der Buchhandlung Berlin Story Wieland Giebel Buch GmbH könnte es aufgrund des stark touristisch ausgerichteten Sortiments noch so weiter gehen. Aber auch die zwanzig Prozent Menschen, die regelmäßig Bücher kaufen, kommen zu uns und freuen sich auch über das überraschend tiefe Angebot. Es ist immer noch so, dass es über keine andere Stadt so viele Bücher gibt wie über Berlin. Wir tun unsere Bestes, dass es immer mehr werden …