Bethlehemkirche – SPD setzt sich für Toleranz-Installation ein – Grüne Stadträtin: „Soll weg“

Bethlehemskirche_Aufbau

Die Bethlehemskirche in der Mauerstraße in der Nähe des Checkpoint Charlie. So sah es aus, als die Kirche im Juni 2012 als Kunstinstallation aufgebaut wurde. Die Installation soll daran erinnern, dass Berlin schon vor vielen Jahrhunderten Glaubensflüchtlinge aufgenommen hat. Jetzt verlagt die Bezirksstadträtin (Grüne) den Abbau und droht mit hohen Bußgeldern. Elf Berliner Geschichtsvereine setzen sich für den Erhalt ein. Der Bürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD) ist Schirmherr der Installation. In diesem Tagebuch habe ich häufig über diese Angelegenheit berichtet – siehe Link unten.

SPD-Fraktion Mitte fordert Moratorium für Lichtinstallation auf dem Bethlehemkirchplatz und Beteiligung von Anrainern und Anwohnern

Das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Berlin-Mitte fordert den sofortigen Abbau der Lichtinstallation von Juan Garaizabal und setzt eine Frist bis zum 9. Juli. Grundlage ist eine Entscheidung der zuständigen grünen Kulturstadträtin mit ihrer Kommission „Kunst im Straßenraum“, die das Kunstwerk als ästhetisch bedenklich und nicht für eine permanente Installation geeignet hält. Sie besteht daher auf eine Entfernung der Lichtinstallation. „Wir fordern eine Aussetzung der Abbauverfügung und unterstützen den Vorschlag eines Runden Tisches unter Leitung des Kulturstaatssekretärs,“ sagt Martina Matischok, SPD-Fraktionsvorsitzende in der BVV Mitte, und ergänzt: „Eine Entscheidung über die Lichtinstallation auf dem Bethlehemkirchplatz, die von vielen Bürger/innen und Vereinen in unserem Bezirk und unserer Stadt unterstützt wird, darf nicht nur von der Entscheidung einer Kulturstadträtin abhängen.“ Die Installation erinnert an die Bethlehemkirche, die erste Kirche für Flüchtlinge in der Stadt. Das offene Kunstwerk symbolisiert eine offene Gesellschaft, in der Fremde ein Zuhause finden. Die Installation hat zahlreiche Unterstützer/innen: neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern sowie Bürgervereinen gehören zu ihnen der tschechische Botschafter Rudolf Jindrak, der Kulturstaatssekretär des Berliner Senates Tim Renner, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Dr. Hanke, der bei der Aufstellung die Schirmherrschaft für die Lichtinstallation übernommen hatte. Die zunächst temporäre Genehmigung wurde – durch entsprechende Entscheidung der Kulturstadträtin – ungeachtet der politischen Bedeutung für das Kunstwerk entzogen. Die geplante Entfernung scheint wie ein zweiter Abriss der ehemaligen Bethlehemkirche. Vera Morgenstern, Bezirksverordnete in Mitte, ergänzt: „Wir wollen, dass die Meinung von den dort Wohnenden und Arbeitenden – also den unmittelbar „Betroffenen“ – zum Tragen kommt. Wer vor Ort fragt, so Frau Morgenstern, „erhält den Wunsch nach Erhalt der Installation mit auf den Weg.“ Frau Morgenstern hatte in den letzten Tagen mit vielen Gewerbetreibenden und Anwohnern gesprochen und war auf überwältigende Zustimmung zum Kunstwerk gestoßen. „Der Wunsch nach Abbau der Installation,“ so Frau Morgenstern, „ist jedenfalls alles andere als das, was man hier vor Ort hört. Ich habe eine – in diesem Umfang unerwartete – Begeisterung erlebt und die Bestätigung der Weisheit: ‚Miteinander reden und hinhören hilft’!“

Mehr über die Geschichte der Bethlehemkirche in zwölf vorausgegangenen Beiträgen in diesem Tagebuch …

Der rbb berichtet in einer gut erklärenden Bilderstrecke über die Kirche, die Installaton und den zwist über den Abriß …

Wikipedia über die Bethlehemskirche …

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