Besucher aus aller Welt und Dortmund-Nord am Sonnabend

„Wir sind ein Kegelclub aus Rees am Niederrhein. Gestern haben wir eine Führung im Reichstag gemacht und sind endlich mal selbst die Kuppel hoch, die man immer im Fernsehen sieht. Einer von uns war schon mal hier, als die Dokumentation Führerbunker neu war. Er meinte, wir sollen unbedingt hier gucken kommen. Das hat sich mehr als gelohnt. Wir sind ganz überrascht.“
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Ohne Fotos: Eltern (er Englischlehrer), zwei Kinder um die 30: „Wir sind israelische Palästinenser christlichen Glaubens und kommen aus der Nähe von Nazareth. Jetzt waren wir zweieinhalb Stunden in der Dokumentation, müssen leider los, aber ich sage meinem Bruder Bescheid, der in Berlin lebt, er soll kommen und sich mehr Zeit nehmen.“
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Island, Pärchen, Ende 20: „Ein Glück, dass wir heute leben. Und in Island.“
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Singapur, Pärchen um die 30: „Wir kannten gar nichts von dieser Geschichte. Danke! Den Flyer haben wir aus dem Park Inn.“
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London, Familie, vier Personen: „Sehr gut, dass es in Deutschland so eine Dokumentation gibt. Wie das damals anfing, das erinnert uns an einige Länder heute.“
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Argentinien, sie um die 30, alleine: „Ob es bei uns noch Nazis gibt? Die einen sagen so, die anderen so. Ich kenne keine persönlich. Momentan wird gerade die Geschichte von Eichmann aufwendig verfilmt.“
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Bad Bentheim, zwei Freundinnen, 18 Jahre: „Wir sind erst um 12 Uhr angekommen und haben das in der Welcome Card gesehen. Da sind wir gleich hierher gekommen. In der Schule haben wir immer mit Quellen gearbeitet, Bücherverbrennung. Holocaust. Aber nie richtig den Zusammenhang verstanden. Das ist jetzt anders, super. Ob es weniger grausam sein soll? Auf keinen Fall! So habe ich es noch nie in einem Schulbuch gesehen. Wir waren dreieinhalb Stunde hier. Eigentlich dachte ich, man erfährt noch mehr über die Geschichten im Bunker. Jetzt müssen wir aber ins Hotel und dann versuchen, abends ins Matrix zu kommen.“
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Karlsruhe, Pärchen, Anfang 30: „Vorgestern waren wir auf dem Konzert in der Waldbühne. Voriges Jahr bei Ramstein. Ja genau, als es so geregnet hat. Das waren jetzt fast vier Stunden in der Hitler-Dokumentation. Es wäre gut, wenn man zwischendurch Kaffee trinken könnte.“
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„Wie kommen aus Dortmund-Nord. Ich studiere Verwaltung, ich mach gerade Abi nach. Wir haben ein Wochenende Berlin gebucht. Als wir gesehen haben, was man hier im Bunker alles sehen kann, war ganz klar, dass wir kommen. Man muss sich ja mit der Geschichte seines Landes auseinandersetzen.“
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Ohne Foto: Südafrika, Familie mit zwei Kindern: „Wir haben nur zwei Wochen Zeit, uns die EU anzusehen. Ein Glück, dass wir hier waren. Ein Glück, dass wir so viel Zeit hatten.“ – Dreieinhalb Stunden.
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Roskilde, Dänemark, Paar knapp 50: „Roskilde stimmt eigentlich nicht, aber das kennt jeder. Jedenfalls da in einem Dorf in der Nähe. Wir sind ja nicht die einzigen Dänen heute. In der Dokumentation haben wir zwei Familien getroffen, die auch aus Dänemark kommen. Ach tatsächlich – es sind immer so viele Dänen hier.“
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Nicht so klar: drei voll tätowierte Rocker in Kluft, gut zweieinhalb Stunden.
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Braunschweig, 10 Leute. „Wie lange dauert das denn hier? Wir müssen um 17 Uhr den Zug kriegen“ — Nach zweieinhalb Stunden: „Was seid ihr denn eigentlich für eine Gruppe?“ – „Arbeitskollegen“ – „Hattet ihr eine Tagung hier?“ – „Nein wir sind einfach zusammen nach Berlin gekommen.“ – „Und was arbeitet Ihr?“ – „Bäcker.“- „Bäcker?“ – „Nein! Banker. Wir sind alle Banker.“ – „Und dann guckt Ihr Euch so was hier an?“ – „Wollten alle. Deswegen sind wir ja hier.“
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Indien/Kalifornien, Familie, zwei Kinder unter 20: „Den Gutschein für den Willkommensdrink im Waldorf Astoria haben wir verloren? Wollen Sie nicht mit uns kommen? Das könnte doch heute ein schöner Abend werden. Wir laden Sie ein.“ — Nach eineinhalb Stunden Berlin Story Museum und zweieinhalb Stunden Dokumentation ‚Hitler – wie konnte es geschehen.‘