Berliner Unwille 1448 – damals galt in Berlin Waffenpflicht

Berliner Unwille 720Fatales Erbe 320Die Berliner waren bewaffnet. Das war Bürgerpflicht. Hier (oben) werden gerade die Finanzbeamten vertrieben und die Akten verbrannt – so fängt Berlin an, so fängt das Berlin Story Museum an, mangels Foto oder Film in einem Diorama nachgebaut.

Wie sich jetzt bei der Recherche zu dem Buch des US-Amerikaners Stephen P. Halbrook aus dem Berlin Story Verlag über die Entwaffnung der Juden und „Staatsfeinde“ herausstellte, mussten die Berliner damals bewaffnet sein.

Andere Zeiten – andere Sitten.

Der älteste Berliner Verein geht auf diese Zeit zurück, die Schützengilde Berlin Korporation von 1433 e.V.

Laut Wikipedia war das so: „1411 wurde Friedrich I. Kurfürst von Berlin und der Mark Brandenburg. Etwa zu dieser Zeit erließ er eine Vorschrift zur Verteidigung gegen Raubritter, dass in jedem Hause Waffen gehalten werden müssen, die stets in guter Ordnung zu halten waren, um im Notfall gleich zur Hand zu sein. Mit dieser Order handelte es sich um eine gängige Praxis. Normalerweise wurde mit dem Ablegen des Bürgereides und dem Erhalt städtischer Freiheit auch die Verpflichtung zum Schutze der Stadt übernommen …“

Andere Zeiten – andere Sitten

Die Gruppierungen der Revolution von 1848 unterschieden sich stark, es existieren aber grundlegende Forderungen, die annähernd alle liberal und demokratisch gesinnten Revolutionäre in ihren Forderungen geführt haben.  Die Schlagworte waren Volksbewaffnung, Geschworenengerichte, ein deutsches Parlament und Pressefreiheit, verbrieft in einer Verfassung. Diese Forderungen dürfen, eventuell ergänzt durch Versammlungsfreiheit, als die Kernforderungen der Märzrevolution gelten. Mehr zu 1848 und was kommende Woche passiert …

Andere Zeiten – andere Sitten

Karl Liebknecht, der als Sozialdemokrat im Abgeordneter im Preußischen Landtag und im Reichstag war, rief im Januar 1919 zur Volksbewaffnung auf.  Dass der Spartakusbund der KPD schon vorher dieses Ziel hatte, verwundert nicht. In einem Aufruf vom 10. November 1918 verkündete die Spartakusgruppe ihr Programm:

“1. Entwaffnung der gesamten Polizei, sämtlicher Offiziere sowie der Soldaten, die nicht auf dem Boden der neuen Ordnung stehen; Volksbewaffnung; alle Soldaten und Proletarier, die bewaffnet sind, behalten ihre Waffen …“

Heute ist das gar nicht so sehr anders. Jeder darf eine Waffe haben, dazu braucht man aber,  wie beim Fahren eines Autos,  einen Schein.