Berlin Story schließt drei Läden Unter den Linden

ende-laeden-ts
André Görke berichtet heute im Tagesspiegel darüber, dass die drei Buchhandlungen der Berlin Story Unter den Linden zum Ende des Jahres geschlossen werden.

Buchreport berichtet:

Hauptstadt-Spezialisten
Berlin Story schließt ihre Ladengeschäfte

Zum Jahresende schließt die Berlin Story ihre drei Berliner Ladengeschäfte, darunter eine Buchhandlung. Der Berlin Story Verlag und der Berlin Story Bunker am Anhalter Bahnhof bleiben erhalten und sollen ausgebaut werden, teilt das Unternehmen mit.

Die genannten Gründe für die Schließung der stationären Läden in zentraler Lage Unter den Linden:

Ein „andauernder Umsatzeinbruch“ im Zuge der Bauarbeiten für die U-Bahn-Linie 5, die die (von Touristen hochfrequentierte) Flaniermeile in der Mitte Berlins in eine Baustelle verwandeln und wenig Aufenthaltsqualität vermitteln. Unmittelbar nach Beginn der Baustelle soll der Umsatz laut Berlin Story in allen drei Läden um 30% zurückgegangen sein.
Veränderte Einkaufsgewohnheiten der Kundschaft und Internetkonkurrenz.

Das erste Geschäft der Berlin Story hatte 1997 in der Hausnummer 40 eröffnet. Dort befinden sich heute die Buchhandlung und der Souvenirshop. Die Ladengeschäfte zogen mehrfach um; von 2000 bis 2004 zum Beispiel lag das Hauptgeschäft im Eckhaus Unter den Linden 10 – wo sich aktuell auch der dritte Laden befindet.

Der Ausverkauf soll an diesem Wochenende beginnen. Beim Berlin Story Verlag mit entsprechend ausgerichtetem Programmportfolio ändert sich nichts. Der Geschichtsbunker am Anhalter Bahnhof, in dem die Geschichte Berlins vom Anfang bis heute dokumentiert wird, soll ebenfalls erhalten bleiben.

Der Buchmarkt berichtet:
Wieland Giebel, der Gründer und langjährige Geschäftsführer, ist trotz der Schließung der Ladengeschäfte nicht melancholisch. Der 66-Jährige sagt: „Toll, dass es so lange ging. Wer hätte das gedacht, als es mit einer kleinen Ausstellung zur Geschichte Berlins und einer noch kleineren Buchhandlung anfing. Das war etwas Neues, Einzigartiges, eine Buchhandlung nur über die eigene Stadt. Wir sind mit Lob und Auszeichnungen überschüttet worden. Jetzt geht es eben anders weiter – aber immer noch mit Berliner Geschichte.“