Berlin Story Museum — Trümmerfrauen streiken

Autor: Wieland Giebel | Datum: 7. Mai 2016 | Kategorie: Berlin Story

Museum - Friederike und Eason reparieren den Monitor über die TrümmerfrauenTrabi IKE inder der Berlin Story Unter den Linden 00 Trabi IKE inder der Berlin Story Unter den Linden 01
Mit den Trümmerfrauen klappt es im Museum nicht mehr (oben).

Eason und Friedrike reparieren stecken eine neue SD-Karte in den Player. Dann läuft der Film wieder.

Rechts: heute in der Berlin Story.

Noch etwas Geschichte:  Dass es mit den Trümmerfrauen nur ein Mythos ist und die eigentlich nichts weggeschafft haben, wie es neulich (wieder) in einer TV-Sendung dargestellt wurde, glaube ich nicht. Da wird wieder mal eine Sau durchs Dorf getrieben.

Wir haben so viel Trümmerfrauen kennengelernt, individuell, bei der Historiale und im Verband der Trümmerfrauen – da ergab sich ein anderes Bild.

2013 gab es das schon Mal – die geschichtsblinde Attacke der Grünen …

Sven Felix Kellerhoff berichtet darüber .

Journalisten-Watch wiederum lobt Kellerhoff, der  zum Thema Trümmerfrauen nachgerechnet hat:

„Das ist Journalismus. Statt hohle Phrasen zu wiederholen, hat „Welt“-Autor Sven Felix Kellerhoff recherchiert:

Wer sich jenseits der einseitigen Interpretation von Zeitgeschichte mit der Schuttbeseitigung und dem deutschen Symbol „Trümmerfrauen“ beschäftigt, erkennt jedoch schnell: Schulze, Dürr und ihre Unterstützter zielen mit solcher Kritik weit an der Realität vorbei.

Bei insgesamt 74 Bombardements der Alliierten auf München zwischen Juni 1940 und Ende April 1945, davon 66 Großangriffen, wurde etwa jedes zweite Gebäude der bayerischen Hauptstadt schwer beschädigt oder zerstört, in der Innenstadt sogar neun von zehn Bauten. Nach Schätzungen gab es fünf Millionen Kubikmeter Schutt mit einem Gewicht von mehr als sieben Millionen Tonnen.

Nach der Auslegung der Stadtarchiv-Recherchen durch Schulze und Dürr hätten 1500 Menschen diese immensen Schuttberge beseitigen müssen. Das ist natürlich absurd, denn zunächst ging es den amerikanischen Besatzungstruppen wie in allen anderen deutschen Städten nur darum, die Straßen soweit wie möglich freizumachen

München unterschied sich kaum von anderen deutschen Großstädten: Überall herrschte Mangel an jungen, kräftigen Männern; viele waren gefallen, andere versehrt oder saßen noch in Kriegsgefangenschaft. Also übernahmen alte Männer und Jugendliche das Aufräumen – vor allem aber: Frauen.

Man darf auch nicht nur auf die offiziell bei Schuttbeseitigung beschäftigten Frauen schauen. Sicher mehr als hunderttausend Mütter in der 1945 auf eine knappe halbe Million Menschen geschrumpften Bevölkerung Münchens leisteten im Kleinen Aufbauarbeit, indem sie für ihre Kinder und sich halbwegs bewohnbare Quartiere improvisierten. Diese Tätigkeiten gehört zum Bild der „Trümmerfrau“ ebenso wie das Beladen und Schieben von Schmalspurwaggons und das sprichwörtliche Steinklopfen, also das Nutzbarmachen von Ziegeln zerstörter Gebäude …