Berlin am 26. April 1945 — heute vor 70 Jahren

Bomben auf Berlin, Luftangriffe

Coverentwurf Bomben auf Berlin_462

1945 in Berlin Cover 320

Hitlers Ende 320px

Die peniblen, täglichen Aufzeichnungen über die Luftangriffe für das Oberkommando der Wehrmacht brechen am 21. April 1945 ab.

Am 25. April 1945 schließt sich die von zwei sowjetischen Heeren gebildete Zange um Berlin, und auf der zerstörten Elbbrücke in Torgau reichen sich Rotarmisten und US-Soldaten die Hand.

Die Artilleriegeschütze der Roten Armee rücken in Berlin am 26. April 1945 näher, Häuser erzittern, Menschen werden durch Splitter verletzt, verwundete Soldaten rücken ab und hinterlassen Essensvorräte. Ganze Ladungen von Gewehren werden in Seen und Gewässern in Berlin versenkt, weil sie nicht mehr abtransportiert werden können.

Die Menschen wissen nicht, was los ist, wie die militärische Lage sich eigentlich darstellt. Es gibt keine Nachrichten, keine Zeitung. Nur Gerüchte. Haben wir den Russen aus einigen Gebieten weder zurückgetrieben? Steglitz ist schon russisch. An Bomben und Granaten haben die Menschen sich gewöhnt. „Aber ich habe Angst vor dem Russen, der mir ein Leid zufügen will … der Gedanke an ein Russenkind ist fast tödlich“ – aus einem unveröffentlichen Tagebuch.

Die Menschen in Berlin wissen auch dies nicht:

Am 26. April 1945 fliegt Luftwaffengeneral Robert Ritter von Greim in einer von Hanna Reitsch gesteuerten Maschine von München nach Berlin, um sich, wie befohlen, beim „Führer“ zu melden. Sie landet auf der Ost-West-Achse (Straße des 17. Juni) in der Nähe der Siegessäule. Die Testpilotin Hanna Reitsch begleitet ihn zum Führerbunker. Magda Goebbels kennt die 33-Jährige nur dem Namen nach, aber als sie ihr im Korridor begegnet, umarmt sie die Frau und schluchzt.

Hanna Reitsch erschrickt, als sie Hitler sieht: Gebeugt, mit wackelndem Kopf, fahlem Gesicht und gläsernen Augen schlurft er auf sie zu und hält seinen linken Unterarm fest, weil die Hand unentwegt zittert.

Später blockiert Hanna Reitsch 20 Minuten lang die einzige Leitung, die es noch zwischen Führerbunker und OKW gibt, um dem Stabschef der Luftwaffe, Koller, ihre Abenteuer zu erzählen – so berichtet der Telefonist Rochus Misch, siehe dieses Tagebuch 2008.

Hitler übermittelt Jodl einen Befehl, nach dem die 12. Armee unter General der Panzer Wenck zu einem Entsatzangriff auf Berlin anzutreten habe. In Berlin toben Straßenkämpfe in Zehlendorf, Steglitz und am Tempelhofer Feld.

In einer Rundfunkansprache verkündet der Staatssekretär im Reichspropagandaministerium Werner Naumann :

An der Spitze der Verteidiger Berlins steht unser Führer. Diese Tatsache allein schon gibt dem Kampf um Berlin sein einmaliges und entscheidendes Gewicht.“


Berlin ist international

Französische Freiwillige sind nicht die einzigen Ausländer, die Berlin verteidigen. Zu ihnen stoßen nun auch Dänen und Norweger. Die Division „Nordland“ in der Hasenheide verfügt über zwei Regimenter: „Danmark“ und „Norge“.

Ihr Kommandeur: „Erfreulicherweise fanden sich fortlaufend die verschiedensten Verstärkungstruppen bei uns ein, vor allem Angehörige anderer SS-Freiwilligen-Formationen, so dass mit der Zeit ganz Europa in unseren Reihen vertreten war.“

In der Napola – Nationalpolitischen Erziehungsanstalt – bei Spandau befinden sich junge Ukrainer und Galizier.

Kampfkommandant General Weidling: „Der 26. April – der Tag der Hoffnung! Immer wieder rief Krebs an, und jedes Mal gab er irgendeine erfreuliche Nachricht durch: Einmal war die Armee Wenck, die mit ihren Spitzen schon Ferch südlich von Potsdam erreicht haben sollte, beträchtlich vorwärtsgekommen, dann war Ersatz in, Stärke von drei starken und gut bewaffneten Marschbataillonen eingetroffen, dann wieder hatte Großadmiral Dönitz versprochen, die Besten der besten Teile der Flotte auf dem Luftweg nach Berlin hineinzuwerfen.“

Mehr ihn „1945 in Berlin – Untergang und Aufbruch“, Wieland Giebel, Berlin Story Verlag …

Mehr in „Hitlers Ende, der Untergang im Führerbunker“, Sven Felix Kellerhoff im Berlin Story Verlag  …

Quelle zur Abbildung über die Luftangriffe: Laurenz Demps, Jahrbuch des Märkischen Museums 1978.  Zitiert in „Bomben auf Berlin“