Bericht aus dem Bunker – der Tagesbericht

An jedem Tag berichten die Mitarbeiterinnen abends, was los war. Sie schreiben nebenbei an der Kasse den ganzen Tag über an diesem Bericht, wenn mal gerade Zeit dafür ist. Damit unterscheiden wir uns grundlegend von anderen Museen und Gedenkstätten, bei denen entweder Mietpersonal an der Kasse steht oder die MitarbeiterInnen nicht so ein Interesse zeigen oder es ihnen nicht nahe gelegt wird. Alle Aspekte sind wichtig: Unsere Mitarbeiterinnen KÖNNEN mit den Besucher sprechen, weil sie Ahnung haben. Wir WOLLEN im Interesse der Besucher immer besser werden.

So sah der Bericht aus:

Ein Pärchen aus Belfast hat vorher im Internet recherchiert und der Mann wollte dann unbedingt hier her kommen. Seine Frau war schon mehrere Male in Berlin, für ihn war es aber das erste Mal. Sie waren sehr begeistert und haben gesagt, dass es eine sehr wichtige Dokumentation für die heutige Gesellschaft ist und meinten, dass sie hoffen, dass wir viele Besucher haben.

Von Anfang an hatten wir Besucher, die nur ins Museum wollten.

Vormittags kam dann noch eine unangemeldete Schülergruppe von 25 Personen, die in die Doku wollten. Wir haben das alles recht schnell geregelt bekommen und die Schüler haben alle einen kostenlosen Audioguide mitbekommen.

Zwei Mitarbeiter des Hotels NN sind mit VIP Tickets angekommen [Mitarbeiter von Hitels, in denen unsere Flyer verteilt werden, sind eingeladen, sich anzusehen, was mir machen.]

Ein Pärchen aus UK, der Mann ist Student, war gestern nur im Museum. Dafür brauchten sie zwei Stunden. Heute sind sie für die Dokumentation gekommen. Sie waren mit Audioguide drei Stunden da und meinten, sie könnten noch länger bleiben, aber ihr Rückflug ist jetzt.

Eine Familie aus der Schweiz war in der Doku ebenfalls drei Stunden. Der Mann war erstaunt, wie gut die Ausstellung aufgebaut ist und wie ausführlich alles dargestellt ist. Besonders gefallen hat ihm, dass alles schon mit dem Deutsch-Französischen Krieg anfängt und daher sehr schönen Überblick gibt.

Mehrmals heute wurde es gesagt, dass die Doku sehr emotional ist und es sei schwierig bis zum Ende durchzuhalten but „absolutely brilliant.“

Es gab ein Ehepaar aus Kalifornien, die waren in Berlin, als die Mauer gefallen ist, und waren sehr begeistert wieder in Berlin zu sein.

Ein alter Herr aus der Schweiz informierte sich über unsere Angebote, will alles machen und kommt morgen oder übermorgen. Wir haben geredet, für ihn war es interessiert, wie ich (Na.) mich im Bunker fühle. Es stellte sich dann heraus, dass er seinen Militärdienst in einer Telefonzentrale im Bunker geleistet hat und die Situation aus eigenem Erleben kennt.

Es kommen jetzt im Sommer mehr und mehr Leute nach 17 Uhr, weil sie lesen, dass wir bis 19 offen haben. Manchmal sind sie schon enttäuscht, wenn wir sagen, dass sie eigentlich mindestens 90 Min für die Doku brauchen.

VIP Ticket von Hotel S. Berlin. Junge Mitarbeiterin kam, ihr Großvater hat bezahlt.

Ein Herr, der zu dem Volksbund von neulich gehörte, aber nicht kommen konnte, hat heute vorbei geschaut und meinte, dass er sich die Doku ansehen möchte. Er war etwas mehr als drei Stunden hier und war sehr zufrieden. Er meinte, dass es sehr beeindruckend war und er irgendwann wieder kommen muss.

Wir hatten zwei geführte Touren, alles in allem recht unkompliziert. Tour Enno war ein bisschen länger als geplant. Drei von ihnen sind dann noch in die Dokumentation gegangen. Sie schienen mir sehr interessiert und angetan von der Tour. Später haben sie sich auch bedankt und meinten zum einen, dass die Tour sehr spannend war und S. das sehr gut gemacht hat. Und diejenigen, die im Museum waren meinten, dass auch das sehr informativ war und es den Schülern gefallen hat.

Wir hatten heute eine Rentnerin, sie hat leicht gemeckert, dass der Film im Museum (The Making of Berlin) nicht auf deutsch ist.

Wir hatten heute auch eine Bulgarische Familie, ein älteres Paar mit dem Sohn, sie waren in der Dokumentation mehr als 2 Stunden. Der Sohn hat einen AudioGuide auf Englisch genommen und erklärt. Sie waren sehr beeindruckt von der Dokumentation und sie würden uns weiter empfehlen.

Nachmittags gab es eine Gruppe Spanier von 15 Personen, die spontan vorbei gekommen sind, sie haben etwa eine Stunde in der Doku ohne Audioguide verbracht.

Eine ältere Dame war zweieinhalb Stunden in der Doku. Als sie dann komplett fertig war, meinte sie, dass es sehr interessant war und sie gerne noch mehr Zeit hier verbringen würde, aber nach einiger Zeit ist man einfach nicht mehr aufnahmefähig.

Ich hatte mich mit einem Pärchen aus der Schweiz unterhalten, die im Mövenpick Hotel übernachten und uns von dort aus gesehen haben. Sie waren vier Stunden in der Doku und waren sehr überrascht, wie viel Zeit vergangen war, als sie raus gekommen sind. Sie meinten, dass man in der Doku in einen Bann gezogen wird und dadurch total das Zeitgefühl verliert. Wie viele andere meinten sie, dass so etwas schreckliches nicht wieder vorkommen darf. Sie werden uns weiter empfehlen.

Eine englische Familie hatte sich das Kombi-Ticket gekauft, haben dann aber nach „Hitler – wie konnte es geschehen“ aufgehört, weil sie meinten, dass das zu viel Input auf einmal gewesen war und sie jetzt erst einmal etwas anderes sehen wollen und wiederkommen.