Antisemitismus in Berlin — erster Hitler-Fan im Bunker

„Yeah Berlin! Yeah Hitler!! In my blood till the end. Hitler – Führer.“

Ein Hitler-Fan im Bunker. Das hatten wir noch nie. Nach mehreren Hunderttausend Besuchern ist dies der erste. Ekelhaft.

Wie muss jemand gepolt sein, der nach den Bildern vom Holocaust in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“, nach all den Fotos von grausamen Morden und Menschenversuchen, nach mehr als 60 Millionen Toter, nach dem Film über ihre eigenen sechs Kinder, die Magda Goebbels fanatisch verblendet ermordet hat … wie kann man sich da als Hitler-Verehrer outen?

Am gleichen Tag in Berlin-Wilmersdorf:

Sie riefen „Jude, Jude“ und bespuckten ihn: Rabbiner Yehuda Teichtal von der Jüdischen Gemeinde ist von zwei Männern auf dem Weg von einem Gottesdienst attackiert worden; er hatte eines seiner beiden Kinder dabei. Laut Polizei ereignete sich der Vorfall in Wilmersdorf. Die Männer hätten ihn aus einem Fenster heraus auf Arabisch beschimpft und „Freiheit für Palästina“ gerufen. Teichtals Reaktion: Er bleibe davon überzeugt, dass die meisten Berliner diese Aggression gegen Judennicht hinnehmen wollen. „Natürlich werden wir uns jetzt nicht verstecken, sondern bauen weiter auf Liebe, Toleranz, Dialog und Bildung“.

Quelle: Checkpoint des Tagesspiegels