Anden oder Alpen — ist doch egal — Hitlers Ferienhaus in Argentinien

Noch ein Beitrag zum Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“. Dieses Foto ist nicht aus dem Film, sondern aus einem Buch zum gleichen Thema, dass nämlich Hitler in Argentinien überlebt haben soll. Jan von Helsing und Stefan Erdmann stehen vor dem Haus, in dem Hitler lange Zeit in Argentinien in den Anden gelebt haben soll.  Aus dem Kamin des Hauses qualmt es. Da ist also jemand anwesend. Sie stehen einfach da, touristisch bekleidet, warme Sachen, es ist kalt in den Anden. Offensichtlich sind sie da ganz einfach hingegangen. Es sieht jedenfalls nicht so aus, als seien sie geschwommen.

 

Im Film „Hitlers Flucht“ wird diese Grafik eingeblendet. Man sieht, wie schwer man an das Anwesen herankommt, nur übers Wasser. Das Boot hält versteckt hinter einer Insel, damit man es vom Haus aus nicht sehen kann. Dann schwimmt ein Kampfschwimmer auf das Grundstück. Spannungsmusik. O-Ton im Film: „Das Abzeichen der Spezialkräfte zeigt, was wir können, an Land, zu Wasser und in der Luft. Wir müssen äußerst vorsichtig sein. Wir sind nicht auf einem Fronteinsatz. Wenn man hier auf uns schießt, können wir nicht zurückschießen.“

 

Guckt man dann bei Google Maps, stellt sich die Situation ganz anders dar. Unmittelbar am Haus vorbei führt eine Fernstraße. Es sind nur wenige Schritte von der Straße zum Haus, vielleicht etwas mehr als 100 Meter.

Im Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ hechtet ein Kampfschwimmer vom Boot und taucht unauffällig an das Anwesen heran.

Im Film: Das Inalco-Haus in „Hitlers Flucht“. Es wird nur von Ferne gezeigt, weil man an dieses geheimnisvolle und gut gewachte Haus angeblich nicht herankommt. Der Kampfschwimmer musste aufgeben, er kommt unverrichteter Dinge zurück, weil ihn jemand gesehen hab.

Im Film: Der Kampfschwimmer pirscht sich dann an das Haus heran. Er entdeckt eine Rampe, an der Wasserflugzeuge herausgezogen werden können. Es gibt kein Bild, auf dem der Kampfschwimmer zusammen mit dem Haus zu sehen ist.

Den Autoren des Buchs „Hitler überlebte in Argentinien“ scheint es kein Problem gewesen zu sein, sich vor dem Haus gegenseitig zu fotografieren- Seite 293 des Buchs.

„Hitler überlebte in Argentinien“ – die Autoren dieses ausführlichen Buchs werden im Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ nicht erwähnt. Sie stehen in Konkurrenz zu den Verschwörungstheoretikern, die beim Film mitgemacht haben.

Gestern, am Sonnabend, habe ich im Berlin Story Bunker zwei Führungen „Dokumentation Führerbunker“ gemacht.

 

Erst geht es dabei um die apokalyptischen Tage im Anhalter Bunker am Ende des Zweiten Weltkriegs und anschließend um die Situation im Führerbunker. Goebbels hatte alle Lebensmittelvorräte freigegeben, es gab Champagner, Endzeitstimmung.

 

Gestern waren Besucher aus Deutschland, England, Irland, Japan. der Schweiz, Italien, Frankreich und Dänemark da. Als es dann am Modell des Führerbunkers um das Ende Hitlers ging, kam wieder die Frage auf, ob es sein könnte, dass er nach Argentinien entkommen ist.

 

Fast immer beruht diese Frage auf der achtteiligen Serie „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ einer amerikanischen Produktionsfirma. Der Film lief in Deutschland zum Beispiel auf n-tv. Der Vertrieb der Firma verkauft in 160 Länder, daher haben so viele zeitgeschichtlich interessierte Menschen ihn gesehen.

 

Deswegen gehe ich hier nochmal auf den unglaublichen Mist ein, der den Menschen in dieser (technisch gut gemachten, überzeugenden) Produktion vorgesetzt wird.

 

Die Zuschauer werden in diesem Film gleich mehrfach verschaukelt. Erstens mit dieser Verschwörungstheorie überhaupt – siehe dazu meine beiden vorigen Blogposts. Es ist völliger Unsinn, dass Hitler entkommen sein könnte. Er nahm sich – wie lange und mehrfach und direkt zuvor – angekündigt das Leben. Gift und Schuss in den Kopf.

 

Der Film „Hunting Hitler – Hitlers Flucht“ will die Zuschauer aber mit fast jeder einzelnen Szene weiter verblöden. Dieses Beispiel über das Inalco Haus habe ich jetzt etwas ausführlicher dargestellt.

 

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele ausgemachten Blödsinns in „Hitler Hunting“.

 

In Berlin entdeckt der investigative Journalist ein riesiges Tunnelsystem. WOW! Die U-Bahn.

 

Und die Tunnel unter dem Flughafen Tempelhof. WOW!

 

Darüber gibt es mehrere Bücher, zahlreiche Fernsehberichte und historische Filme, wie in der Nazi-Zeit unter Tempelhof die Flugzeuge zusammengeschraubt werden.

 

Diese ausführliche Berichterstattung im Blog ist Teil der Vorbereitung auf die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“, die im Mai im Berlin Story Bunker eröffnet wird.

 

Mehr zu „Hitler Hunting“ in zwei weiteren Blogposts …

Tunnel nach Tempelhof und U-Boot nach Argentinien …

Hitler escape fantasy …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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