Anatomisches Theater – mein Geheimtipp

Autor: Wieland Giebel | Datum: 1. Februar 2013 | Kategorie: Berlin Story

Anatomisches_Theater_01Anatomisches_Theater_01aAnatomisches_Theater_02Anatomisches_Theater_03Anatomisches_Theater_04Anatomisches_Theater_05Anatomisches_Theater_06 Anatomisches_Theater_07

Anatomisches_Theater_08

Von einem Geheimtipp habe ich in diesem Tagebuch noch nie gesprochen – soweit ich mich erinnern kann. Geheimtipps gibt es eigentlich nicht. Die Leser dieses Tagebuchs sind in der Regel bestens informiert.

Um es vorwegzunehmen: Dieses Kleinod Berliner Geschichte kann man von Dienstag bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr besuchen – es kostet nichts, der Eintritt ist frei.

Oben sieht man, wie das Anatomische Theater mitten im Gelände der Charité liegt. Rechts auf dem Luftbild kann man sich vorstellen, wie man von der Luisenstraße (links) durch eine Hofeinfahrt auf Höhe von Luisenstraße 56 in 10117 Berlin ins Gelände kommt.

Norbert Heuler vom Landesdenkmalamt Berlin führt Mitglieder von „Denk mal an Berlin“. Heuler war auch für die Restaurierung des Neuen Museums verantwortlich, für den Tränenpalast – und für die Kaiserhöfe. Im Buch des Berlin Story Verlags über die Kaiserhöfe schrieb Norbert Heuler das wichtige Kapitel über die Restaurierung eines alten, heruntergekomenen Gebäudes, das kommerziell genutzt werden sollte. Durch seine Betreuung und seinen unendlichen Erfahrungsschatz wurden die Kaiserhöfe so schön wie sie sind. Das Buch kommt demnächst in einer neuen Auflage heraus.

Das Tieranatomische Theater war Herzstück der neu gegründeten Tierarzneischule. Friedrich Wilhelm II. gab den Auftrag an Carl Cotthard Langhans.

Langhans arbeitete 1789/1790 parallel am Brandenburger Tor – siehe das Buch aus dem Berlin Story Verlag von Monika Bauert.

Beim Anatomischen Theater handet es sich um das älteste und bedeutendste erhaltene akademische Lehrgebäude in Berlin.

Ausführlich mit alten und neuen Fotos sowie Links zu Fachbeiträgen in der Wikipedia …

Die Restaurierung stellte sich als  extrem aufwendig heraus. Vieles war verrotet. Das Sockelgeschoss zur DDR-Zeit verbaut – es wurde nach den Vorgaben von Langhaus zurückgebaut, was ja Denkmalsleuten immer Schmerzen bereitet. Von 2005 bis 2012 wurde am Gebäude gearbeitet.

Der Dachstuhl war voller Schwamm und wurde mit raffinierten Methoden (Erhitzen sechs Stunden über 60 Grad, aber natürlich mit dichtem Mützchen über der riesigen Kuppel) von Schäden beseitigt.

Die Geländer der vielen Treppen wurden in der Art hergestellt, wie Langhans sie an vielen seiner Bauten verwendete.

Der Fahrstuhl für die Kadaver könnte wiederhergestellt werden. Norbert Heuler steht in der Mitte des Saals auf einem ausgespartem Kreis.

Auf  den unteren Fotos ist die ebenfalls wiederhergestellte Bibliothek zu sehen (mit Besuchern und Dr. Agnete von Specht, der Geschäftsführerin von „Denk mal an Berlin“.

 Darunter ein Anbau, der viele Jahre später entstand und der noch nicht restauriert ist. Anhand dieses Fotos erhält man eine Idee davon, welche Arbeit in der Restaurierung steckt.