„Als die Mauer stand“ – Besprechungen von Lesern

Cover Als die Mauer standIch bin im Wedding aufgewachsen, die Mauer immer vor Augen. Gerade das Bild aus der Ackerstrasse ist mir sehr bekannt, da eine Freundin von mir dort wohnte. Jetzt seinen Kindern zu erzählen wie es „damals“ war ist komisch, hey ich bin Zeitzeuge ;-) Wenn wir heute nach Berlin reisen und den Kindern erklären, schau mal hier war die Mauer können die sich das nicht vorstellen. „Mama auf welcher Seite hast Du gewohnt? Und auf welcher Seite mein Patenonkel?“ Es ist wirklich ein ganz tolles Buch.

Das Buch ist genial — ich musste gerade in Kurzform die Geschichte des 20. Jahrhunderts einem 8-jährigen erklären und die ganzen Fragen beantworten, die hier auftauchen, wie was sind denn Pioniere, warum kam diese Mauer, wo ist die denn hin, wie konnten die denn auf die Menschen schießen, warum gab es so was überhaupt. Gut fand er die Montagdemos in Leipzig „Ohne Gewalt“ das war ihm megawichtig. Geniales Buch, das begeistert ihn total. Die Reflektionen und Gedanken, die da bei ihm auftauchen finde ich richtig gut.

Ganz toll gestaltetes Buch.

Wir leben ja in Berlin und wir reden oft über früher. Ich bin im Westteil aufgewachsen, mein Mann in Rostock, später Ost-Berlin. Ohne Maueröffnung hätten wir uns wohl nie getroffen …
Das Buch ist gut aufgemacht, sehr informativ, erklärt gut verständlich, wie es zum Mauerbau kam.
Meine Tochter fand etwas schade, dass so Dinge wie Transitverkehr und Wartezeiten, Kontrollen und Geldumtausch bei Besuch im Osten, Westpakete, Geisterbahnhöfe in der U Bahn… nicht erwähnt wurden. Davon habe ich ihr viel erzählt und sie hätte gerne noch mehr darüber erfahren. Mir ist klar, dass in so ein dünnes aber feines Büchlein nicht alles hinein passt.

Das Schicksal von Günter Litfin fand sie sehr schrecklich. Die Flucht per Tunnel im Einkaufsroller fand sie spannend und mutig. Wir hatten im Winter „Sputnik“ gesehen im Kino, da ging es ja auch um die Zeit kurz vor der Wende und um Flucht und Ausreise. Die Grafiken findet meine Tochter gut, vor allem, wo man die Grenze durch Berlin und die Übergänge sieht.

Wir sind bei den Rosinenbombern hängen geblieben. Interessant natürlich für uns die Luftbrücke. Wir haben bei uns ganz in der Nähe in Celle auch ein Luftbrückendenkmal:
http://www.celle.de/media/custom/2092_638_1_g.JPG?1351505374
und die Kinder verstehen jetzt, warum dieses Denkmal hier steht.

Kann man solch eine Geschichte, eine Geschichte, die ein Teil von Deutschland ist, in einem Sachbuch für Kinder ab 9 Jahren unterbringen? Ich habe das Buch zusammen mit meinem 8-jährigen Sohn gelesen und wir können nun beide bestätigen, das haben die Autoren geschafft.

Solch ein Thema kindgerecht und anschaulich zu verpacken, sodass es nicht nur Kinder interessiert und informiert, sondern durch den Stil auch Erwachsene wirklich fesselt, das gelingt den Autoren hier.

Der Beginn des Buches, der war etwas heftig. Die Flucht eines Mannes, der Versuch, in den westlichen Teil Berlins zu gelangen, bis ein Schuss fiel. Da musste man erstmal schlucken beim Lesen und die ersten Fragen vom Kind beantworten. Wie kann jemand auf Menschen schießen? Auf sein eigenes Volk? Warum gab es diese Mauer? Wie kam es dazu?

Die Geschichte wird dann ab 1945 erzählt. Die Kapitulation von Deutschland. Die Aufteilung des ehemaligen Deutschen Reiches unter den Alliierten. Die Entwicklung von West- und Ost-Berlin. Bis hin zum Mauerfall und dem Tag der deutschen Wiedervereinigung 1990.

Kurze, prägnante Sätze. Kindgerecht. Aber informativ.

Fotos, von damals ergänzen dieses Sachbuch. Comics, die einzelne historische Szenen wiedergeben. Karten, wie wurde Deutschland / Berlin in Sektoren aufgeteilt. Kurze Sätze, die nicht zu viele Informationen enthalten, aber prägnant und kindgerecht verpackt sind.

Das Buch ist wirklich gelungen, um schon Grundschulkindern geschichtliches Wissen zu vermitteln.

Das ist kein Buch, das man einem Kind in die Hand gibt, das muss man schon zusammen anschauen, auch mal beiseite legen, sacken lassen und immer wieder die Fragen beantworten, die beim Kind aufkommen.

Ich (8) fand das Buch gut. Die waren wirklich böse da. Die haben auf die Menschen geschossen und die durften nicht verreisen. Und die mussten auch mal ins Gefängnis. Die Comics, die fand ich gut und die Fotos. Am tollsten fand ich die Flugzeuge, die haben den Kindern auch Süßes mitgebracht.

Und dann haben alle zusammen die Mauer kaputt gemacht und immer „Keine Gewalt“ gesagt. Das war gut. Ich gebe 5 Sterne.

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