Als die Juden entwaffnet wurden — eine Voraussetzung für die Vernichtungslager

Damals 1848, kämpfte das Volk in Berlin und in ganz Europa für die Volksbewaffnung. Heute, wenn man die Pegida-Dumpfbacken in Dresden sieht, möchte man meinen „Nur nicht!„.

Die Zeitschrift Pro Militia aus der Schweiz bespricht das Buch von Stephen P. Halbroock über die Entwaffnung der Juden durch die Nazis, erschienen im Berlin Story Verlag. Aus Schweizer Sicht sieht die Frage des Besitzes von Waffen anders aus als bei uns in Deutschland.

SZ: „Zu Waffen haben die Schweizer aus geschichtlichen Gründen eine besondere Beziehung. Das Waffenrecht hat die rechtliche Sonderentwicklung der frühen Eidgenossenschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bewirkte. Denn während in Resteuropa der berittene Adel immer stärker dominierte, zählten die Urkantone auf bewaffnete Bürger und Bauern. In der Folge wurde die Volksbewaffnung zum Garanten der eidgenössischen Unabhängigkeit, siehe Wilhelm Tell. Deshalb marschieren die Männer jährlich auf den Schießplatz, um beim „Obligatorischen“ ihre Treffer-Qualitäten mit dem Sturmgewehr 90 unter Beweis zu stellen.“

WELT Februar 2016: „Weil die Schweiz dem Schengen-Raum angehört, müsste sie die europäische Richtlinie in nationales Recht umsetzen. Die Schweizer haben in einem Volksentscheid für den Schengen-Beitritt gestimmt. 2011 und 2013 bestätigten sie in Volksentscheiden aber auch ihre Wehrverfassung, das Milizsystem, welches von der Idee des bewaffneten Bürgers ausgeht.“

Hier ein Vergleich von Feuerwaffen in den USA und in der Schweiz.

Die Nazis nutzten das Waffenrecht und die Datenerhebung der Weimarer Republik, um die Juden zu entwaffnen. Was in der Weimarer Republik sinnvoll schien, war auf einmel unter den Nazis ganz anders. Der Beitrag in Pro Militia erläutert das — das Buch von Halbrook noch ausführlicher.

 

 

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