„Alle sind so nett gewesen …“

Emine und Jessica aus Manchester, beide 20 Jahre alt, sind nun unterwegs – auf anderen Wegen. Was kam bei den Auswertungsgesprächen heraus?

„Alle haben  mir immer geholfen, von der Fahrtkarte kaufen bis zur Wohnung suchen. Und als ich mich am Anfang davor drücken wollte, deutsch zu sprechen, sagte Dani: das geht nicht, Du musst hier deutsch sprechen. Als ich ankam, konnte ich nicht einmal Brötchen kaufen. In der Uni lernt man nicht deutsch reden, immer nur für die nächste Prüfung.

40 Stunden in der Woche arbeiten ist ziemlich anstrengend. Wäre es besser gewesen, weniger zu arbeiten und einen Deutschkurs parallel zu machen?

Was habe ich über mich gelernt? Dass man fragen muss und fragen kann, auch wenn es peinlich erscheint. Das geht. Man merkt, dass es ganz einfach ist. Man muss nur immer an Sesam Straße denken. Jetzt fühle ich mich in Berlin wie Zuhause und weiß, wie alles geht. Am Anfang war es langweilig, weil ich im Laden so wenig tun konnte.

Vielleicht sollten wir mehr nach unseren individuellen Bedürfnissen frei haben. Wir beide wären gern länger zusammen zum 1. Mai nach Kreuzberg gegangen. Für andere war das weniger interessant.“

Kommentar: Was die individuellen Bedürfnisse sind, finden wir alle deutsche Kollegen erst allmählich heraus. Dann kommen wir dem meist auch entgegen. Einen Deutschkurs parallel machen – das hatten wir auch schon, ist aber im Ergebnis noch anstrengender. Die Lebensorganisation wird schwieriger und fürs Feiern bleibt weniger Zeit. Das muss aber sein – also zum deutsch lernen. Was wir noch erfuhren: In Manchester kostete das Studium bisher 3000 Pfund im Jahr, für die neuen, die jetzt anfangen, 9.000 Pfund.

Supii – und bis bald.