Adventsandacht am 12. Dezember auf dem Bethlehemkirchplatz

Part_2Am Sonntag Jubilate 1737 (12. Mai) wurde in der südlichen Berliner Friedrichstadt nach nur zweijähriger Bauzeit die Bethlehemskirche eingeweiht. „Als ein geistlich Brot-Haus für hungrige Seelen“ hieß es in dem Lobgesang, den die „drey bethlehemitischen Hirten“ (die drei Pfarrer böhmischer Abkunft) im Festgottesdienst verkündeten. Sie priesen damit Gott und huldigten zugleich König Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der den Exulanten aus Böhmen diese Kirche errichten ließ. Der damals wohl tschechische Lobgesang beschreibt auch den Gewissenzwang und die Repressionen, denen Protestanten im habsburgischen Machtbereich ausgesetzt waren. Dort heißt es: „Ein Volk, das sonst im Finstern saß, mit Irrtum ganz umgeben, das findet hier nun sein Gelaß, und kann in Freyheit leben; das Wort, das ihm sonst war verwehrt, wird ihm nun frey und rein gelehrt, durch Zeugen dieser Gnade.“ An der Bethlehemskirche wirkte später Pastor Johannes Evangelista Goßner (1773-1858), der 100 Jahre nach der Einweihungder Kirche von hier Missionare in alle Welt aussandte und zugleich das erste evangelische Krankenhaus gründete. So stehen die Kirche und die Erinnerung an sie auch dafür, daß der christliche Glaube vor Ort und weltweit zu Hause ist. Die Bethlehemskirche wurde 1943 zerstört und die Ruine 1963 abgetragen. Heute erinnert ein Grundrissmosaik im Bodenpflaster an sie. Der spanische Konzeptkünstler Juan Garaizabal hat im Rahmen seines Projektes www.memoriasurbanas.com eine Nachbildung der ehemaligen „Böhmischen Kirche“ in maßstabstreuem Umriss als Lichtinstallation geschaffen, die bis Ende des Jahres zu sehen ist.

Aus diesem Anlass laden Stefan und Annette Finckenstein und die Gossner Mission am Donnerstag, den 12. Dezember 2013, um 18 Uhr zu einer leuchtenden Adventsandacht unter freiem Himmel am Ort der ehemaligen Böhmischen Kirche, am Bethlehemkirchplatz in 10117 Berlin.

Liturg: Der Direktor der Gossner Mission, Landesposaunenpfarrer Dr. Ulrich Schöntube,
Predigt: Pfarrer Dr. Bernhard Felmberg,
Böhmische Lesung: Marie Eleonore von Bredow

Anmeldung bitte an: [email protected]

 

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