Lob der Mitarbeiter im Bunker


Ein Lob der Mitarbeiter*innen

Warum werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Service an der Kasse so viel gefragt? Weil die Besucher ahnen oder weil sie den Mitarbeitern ansehen, dass sie etwas wissen. Weil man ihnen zutraut, eine solide Antwort geben zu können.

Ist dieses Vertrauen gerechtfertigt? Neulich haben wir einen Test gemacht. Grundlage waren die Fragen, die ein Lehrer neulich für einen Fachkurs seiner Oberstufe vorbereitet hatte – ganz schön anspruchsvoll. Unsere Mitarbeiter*innen bekamen 30 Minuten Zeit plus Zuschlag für Fremdsprachler und widmeten sich den Fragen wie in einer Klausur einzeln in einem separaten Raum. Ist das gemein? Eigentlich nicht. Denn alle wichtigen Untersuchungen über Zufriedenheit am Arbeitsplatz sagen, dass an erster Stelle nicht das Gehalt steht, sondern die eigene Sicherheit zu wissen, worum es im Job genau geht und welche Position man im Team einnimmt, was genau die eigene Rolle ist. Dann folgt, ob es im Team untereinander klappt (und mit den Vorgesetzten), dann kommt erst das Geld.

Was nicht kontrolliert wird, ist nicht wichtig. So lautet ein anderer Spruch, der auch stimmt. Dass die Kasse kontrolliert wird, liegt auf der Hand. Wenn da etwas nicht stimmt, springt das Finanzamt im Dreieck. Dass Fachwissen abgefragt wird, ist nicht unbedingt üblich, aber es hilft ungemein, das eigene Selbstvertrauen zu stärken und damit die Ausstrahlung gegenüber den Besuchern zu stärken. Außerdem bietet so ein Test einen hervorragenden Anlass, die Mitarbeiter*innen qualifiziert zu loben.

Es gab 14 Fragen zum Berlin Story Museum und 37 zur Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen.“ Dadurch entstand erheblicher Zeitdruck. Antworten konnte man nur, wenn man das im Kopf hat. Einige Beispiele:

– Erläutere eine der Verschwörungstheorien zu Hitlers angeblichem Überleben.
– Beschreibe, welchen Standpunkt Hitler zur Demokratie vertrat.
– Erkläre den Begriff Gleichschaltung.
– Warum bezeichnete Goebbels 1932 als das Katastrophenjahr der NSDAP?
Wie hebelten die Nazis die Demokratie aus?
– Erläutere die Blut-und Bodenideologie.
– Welche Maßnahmen führten vor dem Zweiten Weltkrieg zur Vergrößerung Deutschlands?
– Wie reagierte die Bevölkerung darauf?
– Welche Anlass führte zur Pogromnacht 1938?
– Welche Verantwortung trugen die Militärs für die Vernichtung der Juden?
– Wer plante die Konzentrationslager?

Wenn man sonst eigentlich koreanisch studiert oder Arabistik oder Medienwissenschaft, liegen diese Themen nicht auf der Hand.

Es kommt aber noch dicker: Zur Qualifizierung gehört außerdem, dass in den ersten Wochen nach Arbeitsbeginn andere Gedenkstätten besucht werde wie die Topographie, der Ort der Erinnerung unter dem Holocaust Mahnmal, das Haus der Wannseekonferenz, Otto Weidt , die Gedenkstätte Berliner Mauer, Bunker, Hohenschönhausen und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Das alles, dieser umfassende Kenntnisstand zu unseren Themen, führt dazu, dass sich die Mitarbeiter*innen nicht von ( zum Glück sehr seltenen) Klugscheißern verunsichern lassen und dass sie den vielen Besuchern aus anderen Ländern etwas erklären und Empfehlungen zu weiteren Besuchen geben können. Und es führt zu den nahezu täglichen positiven Kommentaren über die Mitarbeiter*innen im Gästebuch sowie auf den verschiedenen Bewertungsportalen.

Rainer L. Klemke 70 — bester Mann im Kultursenat


Rainer L. Klemke wird 70 Jahre alt und hat seine Freunde eingeladen. Er war im Kultursenat, als wir mit der Berlin Story anfingen. Sein erster Besuch fand im Februar 1998 statt – um 8 Uhr morgens! Der Laden machte um 10 Uhr auf, und damals war ich noch allein in der Buchhandlung. Die erste Buchhändlerin kam zwei Jahre später. Rainer L. Klemke hat sich das angesehen, angehört, nicht die Nase gerümpft und die Entwicklung der Ausstellung zur Geschichte Berlins Unter den Linden 40, der Buchhandlung und später des Geschichtsfestivals Historiale verfolgt und gefördert.

Er hat uns wie unter Gleichen behandelt, so dass wir Zugang bekamen zu Gedenkstätten und Museen, an Treffen zu Veranstaltungen teilnahmen und zum Jahresprogrammen zur Zeitgeschichte beitragen durften.
Als es uns nach der Insolvenz der Buchhandlung (radikaler Umsatzrückgang 2009 nach der Lehmans-Pleite und der darauf folgenden Weltfinanzkrise) schlecht ging, brachte er uns mit dem Auswärtigen Amt in Kontakt, wo wir beim Rahmenprogramm der NATO-Außenministertagung helfen durften und dadurch die nächsten Hürden genommen haben, bis wieder alles lief. Rainer L. Klemke war auch im Bunker wieder der Erste „Läuft ja. Da muss ich nichts tun.“ Jetzt ist es umgekehrt, wir möchten bei seinem Geschichtsprojekt https://www.berlinhistory.app/ mithelfen.

Unteilbar — unübersehbar Viele

Junge Menschen, selbst gemalte Schilder , also nicht von Organisationen ausgegeben. Sehr viele junge Frauen in kleinen Gruppen. Ich habe den Eindruck, viele der Teilnehmer an der Demo sind parlamentarisch eigentlich nicht richtig vertreten. Es bildet sich etwas anderes.

Ungeschönt — Friedrichshain-Kreuzberg Fotografien 1990-2018

8 Fotografen, mehr als 100 Fotografien, analog & digital, schwarzweiß und farbig. Kein Material für Stadtmarketing.

Ungeschönt. Ein Heimatkundebuch rund um den Berlin Story Verlag,  DE und EN,

Mehr als eine Buchvorstellung: „Ungeschönt“ – Menschen. Bewegungen. Stadtansichten.

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Friedrichshain-Kreuzberg Fotografien 1990-2018
Freitag, 19. Oktober, 19:30 Uhr, Dachetage FHXB Museum, FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin-Kreuzberg am Kotti, Eintritt frei

So wie das im Berlin Story Verlag erschienene Werk mit den Texten von Erik Steffen mehr als ein Katalog zur gleichnamigen Ausstellung ist, so ist dieser Abend mehr als eine Buchvorstellung. Vielmehr ein Blick hinter die Kulissen, ein Gespräch zwischen den Macher*innen und beteiligten Fotograf*innen über Fotoauswahl, Motivsuche, Bildunterschriften, die gravierenden Veränderungen des Bezirks. Geschichten, die Bilder erzählen und Geschichten, die im Verborgenen wirken.

Florian Günther liest aus seinen Foto-/Textsammlungen „Genug Zeit zu verlieren“ und „Aus der Traum“.

Mit u.a. Norman Bösch, Wieland Giebel (Berlin Story Verlag), Ellen Röhner (FHXB Museum, Hg. / Kuratorin),
Heiner Bernd,
Ann-Christine-Jansson,
Ursula Kamischke,
Siebrand Rehberg u.
Michael Sauer (Fotograf*innen).

Moderation: Erik Steffen

 

„Warum ich Nazi wurde“ jetzt auch in Costa Rica

„Warum ich Nazi wurde“, das Buch über frühe Nationalsozialisten, jetzt auch in Costa Rica.

El porqué
https://semanariouniversidad.com/suplementos/entusiasmo-por-hacerse-nazis-en-los-anos-treinta/
Al margen del trabajo de filtro y pulido que seguramente hizo Goebbels, que desde luego no daba puntada sin hilo, los «biogramas políticos» originales indagan en la paradoja que supone que un pueblo culto y de altas miras morales como el alemán, cuna de Schiller, Beethoven o Kant, llevase a cabo el Holocausto. Abel llegó a publicar un libro en 1938, pero poco después estalló la II Guerra Mundial y Europa no estaba ya para ensayos, por lo que no alcanzó gran difusión y los fajos de papeles quedaron archivados, en el olvido, en la biblioteca Hoover, en California.

Enno im wilden Kurdistan

Enno vom Berlin Story Bunker und von der Historiale ist in Kurdistan. Folgen kann man ihm auf Twitter. Dazu muss man nicht „auf Twitter sein“.

Abends gibt es immer ein Video, das auf Twitter verlinkt ist.

Sein Buch „Fronturlaub“ über Kurdistan, damals an der IS-Front, gibt es hier …

Akte 88, die 1000 Leben des Adolf Hitler — alle zehn satirischen Podcasts auf der Suche nach seinem Überleben

 

Zehn Beiträge von Michael Lissek und Walter Filz. Hitler hat überlebt. Nach 1945. Irgendwo auf der Erde. Oder darunter. Oder im Weltall. Viele Menschen glauben das. Wirklich und ernsthaft! „Akte 88“ beschäftigt sich mit den Verschwörungstheorien. Und ihren Theoretikern. In einer realsatirischen Serie. Sie recherchieren das ganz dicke Ding. Das Hitler-Narrativ.

Alles fängt an in Berlin mit der Flucht durch den Tunnel, durch den der „Führer“ zum Flughafen Tempelhof entkam. Bekannte Berliner Tunnelexperten helfen bei der Suche. Die beiden Redakteure des SWR nehmen die Verschwörungstheorien auf die Schippe. Wir folgen dem Führer zum Wannsee, nach Barcelona in ein Kloster, aber auch nach Tibet – wir folgen dort dem Tagebuch von Eva Braun. Schließlich geht es auch um die letzten Geheimnisse um Angela Merkel.

Hier geht es zur Übersicht aller zehn Beiträge von jeweils etwa 17 bis 20 Minuten …

 

 

How visitors see the Berlin Story Bunker

Sonia Spadafora
I visited Hitler how could it happen. This would be the most moving exhibition I have been to. I went in at 12pm and did not realise I had been there for 5.5 hours. For an in depth look into this History and how easy it is for an ordinary person, with an ordinary life, to become a monster. Also, for the rest of the world to understand complicity and to never allow this again. Highly recommend it but it is confronting, so beware.

Suzi Brent
The Hitler exhibition was fascinating – from a haunting picture of baby Hitler to his last days in the bunker. The insight into the mood in Germany and the actions of Hitler and the Nazi party before the war was particularly interesting. There was so much information here that I spent three hours reading and could have spent longer.

Michael Spähn
A really amazingly detailed collection about the life and work of Adolf Hitler and the Nazi period.
Very soberly frightening pictures about a time of history, for which the Germans today should not feel guilty anymore, but which they have to know, so that something like this never happens again. Absolutely worth seeing.

Mirjam Leupold
Impressive exhibition, worth spending some time there. Be sure to use the audio guide.

Bunker 1983 — Foto in einer Trinkhalle in Bochum


Der Bunker im Jahr 1983, deutlich mit „Wer Bunker baut – wirft Bomben“. Im Vordergrund das Portal des Anhalter Bahnhofs. Wie das Foto in eine Trinkhalle (= Späti) in Bochum kommt? keine Ahnung.

Festival of Lights — von der Lichtkunst zum puren Kommerz abgedriftet

Festival of Lights - Fernsehturm

Gestern hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller das Festival of Lights auf dem Alexanderplatz eröffnet. Dass sich das Festival of Lights in den vergangenen Jahren gewandelt hat, ist leider an vielen Stellen zu sehen. Während die Menschenmenge auf den Fernsehturm starrte, stand Müller im Abseits vor einem Blumenbeet und sprach Richtung Baustelle zu ein paar Kameras. An der kleinen Absperrung konnte ein Teil der Leute ein Blick auf ihn erhaschen. Der „Startknopf“ vor ihm dürfte außer den Kameraleuten niemandem aufgefallen sein. Hinter ihm begann pünktlich die Werbung, Verzeihung, die Kunstinstallation. Wer die klassischen großformatigen Dias sucht, die sich exakt um die Gebäude schmiegen, wird kaum noch fündig. Es geht um Videos, die, teilweise im Kampf mit „Berlin leuchtet“, auf die Fassaden projiziert werden. Dazu immer gut im Bild der jeweilige Sponsor. Sehr schade. Früher war mehr Lametta!