Hitler lebt — Verschwörungstheorien im Radio — Akte 88

Die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker fängt mit den Verschwörungstheorien an. Wir haben ein sehr schönes Originalfoto, wie Hitler in der Badehose braungebrannt in der Karibik am Strand liegt. Demnächst kommt auch noch das Raumschiff, mit dem er entkommen ist. Es befindet sich bereits im Bau.

Der SWR hat eine ausführliche Radiosendungen zu den Hirngespinsten der Verschwörungstheorien gemacht, in der wir auch vorkommen. Im September geht’s los, drei Teile, wir erinnern dann daran.

„Hitler hat überlebt. Nach 1945. Irgendwo auf der Erde. Oder darunter. Oder im Weltall. Viele Menschen glauben das. Wirklich und ernsthaft! „Akte 88“ befasst sich in einer realsatirischen Serie mit den Verschwörungstheorien und ihren Theoretikern.

Hitler hat sich nicht im Führerbunker erschossen, sondern ist geflohen. Bis heute gehört Hitlers vermeintliche Flucht zu den meist verbreiteten Verschwörungstheorien der Geschichte. Viele vermuten, er habe seine letzten Jahre auf einer argentinischen Hacienda verbracht. Andere sind der Ansicht, er habe in einem tibetanischen Kloster gelebt. Manche verorten ihn sogar in der Antarktis, im Innern der Erde, hinterm Mond oder irgendwo in der Galaxis. …“

„Akte 88“ ist eine satirische Dokumentation von Michael Lissek und Walter Filz. Realsatirisch … Akte 88 – Die tausend Leben des Adolf Hitler Podcast und Radioserie: zehn Folgen à ca. 15 Minuten Podcast: ab 17. September 2018 Als Radio-Serie: 17. bis 21. und 24. bis 28. September 2018, jeweils ca. 19:40 Uhr in SWR2 Als Zweiteiler in „SWR2 Feature am Sonntag“: 23. und 30. September 2018

Mehr zur „Akte 88″… im SWR

Tourismus Berlin 1. Halbjahr 2018

Hitlers Reden: Politologen heute „Nicht so wichtig …“

Zwei Soziologen haben herausgefundenen, dass die Reden von Hitler nicht so wichtig waren. Es bestand ihrer Meinung nach gar keine Beziehung zwischen Hitlers vielen Auftritten und den Wahlergebnissen.  Peter Selb von der Universität Konstanz und Simon Munzert von der Berliner Hertie „School of Governance“. Was für ein ausgemachter Quatsch! Zwei Bücher aus dem Berlin Story Verlag hätten dem Professor und dem Doktor geholfen, nicht dermaßen Unsinn zu verzapfen.

Zum Glück nimmt Sven Felix Kellerhof in der WELT dazu ausführlich Stellung.

„Die rhetorische Kraft des NSDAP-Chefs gilt als wesentlicher Faktor für den Aufstieg des Nationalsozialismus. Zwei Politologen stellen diese Gewissheit jetzt infrage. Doch ihre Studie überzeugt nicht.“
„Ein Lücke in Selbs und Munzerts Aufsatz ist, dass sie zur Rekonstruktion von Hitlers Kalender auf eine obskure Website und eine fehlerhafte Sammlung von 2012 zurückgreifen. Dabei liegt seit 2016 das vollständige und oft minutiöse Itinerar Hitlers vor, zusammengestellt in mehr als 20 Jahren Arbeit von dem Coburger Privatforscher Harald Sandner. Schon unmittelbar nach Erscheinen wurde dieses vierbändige Werk, das für wirklich jeden Tag von Hitlers Leben soweit bekannt seine Aufenthaltsorte und – ab Beginn seiner politischen Tätigkeit – seine Aktivitäten auflistet, in den wichtigsten zeitgeschichtlichen Bibliotheken zur Verfügung gestellt.“

Kellerhoff zitiert in der WELT  Wieland Giebel und verweist auf das Buch, das Anfang September erscheint.

„Die wichtigsten Quellen, die man heranziehen muss, um über die NSDAP als dauernd laufende Wahlkampfmaschinerie Klarheit zu gewinnen, sind die Berichte der Abel-Sammlung. Der polnischstämmige US-Sozialforscher Theodore Fred Abel (1896–1988) hatte sie 1934 mithilfe eines Preisausschreibens in Deutschland erhoben. Von ursprünglich 683 Selbstzeugnissen sogenannter Alter Kämpfer der NSDAP, die also bereits vor 1930 der Partei beigetreten waren oder zumindest mit ihr sympathisiert hatten, sind 581 erhalten …

Obwohl Selb und Munzert die 1965 erschienene Neuauflage von Abels Buch von 1938 über die NSDAP in ihrem Aufsatz zitieren, werten sie die dahinter stehenden Berichte nicht aus. Ein Fehler, denn bereits eine oberflächliche Durchsicht zeigt, wie enorm das Mobilisierungspotenzial von Hitlers Reden war. Im September wird der Berliner NS-Experte Wieland Giebel zum ersten Mal eine größere Auswahl der Abel-Berichte als Buch erscheinen lassen; bisher gab es nur die Edition der insgesamt 36 Beiträge von Nationalsozialistinnen zu dieser Sammlung.“

So wirkte Hitler auf seine Zuhörer tatsächlich – Auszug aus dem Buch „Warum ich Nazi wurde“:

„Hier winkten neue Lebensziele und neue Werte, hier wurden wir davon überzeugt, dass für uns ein neuer, großer Tag anbricht.“

Walter W.F. Otto, 1892, Abel#284, Stadtsekretär, Berlin-Karlshorst, S. 7

„War es nach all diesen traurigen Ereignissen ein Wunder, wenn sich ganz Deutschland nach einem Mann sehnte, der diesen Augiasstall mit eisernem Besen ausfegte?“

Margarethe Schrimpff, 1880, #582, Berlin-Lichterfelde

„Von Hitler ging eine unsichtbare Macht aus, die alles in ihren Bann zog.“Hans Thaysen, 1900, #80 

„Wer einmal Adolf Hitler gehört hat, der war ihm ergeben.“Helene Radtke, 1896, #207„Mein Glaube ist, dass unser Führer Adolf Hitler dem deutschen Volke vom Schicksal geschenkt wurde als der Heilsbringer des Lichts über die Finsternis.“Gustav Heinsch, 1890, #110, Berlin, vorher Dittersbach/Nieder­schlesien, S. 30„Ich glaube, dass unser Führer eine Kraft ausstrahlt, die uns alle stark macht.“Paul Moschel, 1911, #416, Ixheim

„Jede Versammlung der Nationalsozialisten war ein inneres Er­leb­nis, ein Gottesdienst manchmal.“
Gustav Kohlenberg, 1907, #10, auf seinem Beamtenlehrgang zum Obersekretär

Monika Herrmann im Bunker: Diese französischen Bauern haben sich dafür entschieden, Juden aus Lyon zu retten

Monika Herrmann: „Einer der wichtigsten Orte Berlins! Danke für Eure hochspannende Führung.  Es ist wichtig, sich das anzuschauen und immer wieder vor Augen zu führen – auch wegen der Parallelen zu aktuellen Entwicklungen.”

Bürgermeisterin Monika Herrmann im Bunker, in dem sich die Dokumentation der Historiale gegen den Nationalsozialismus befindet – hier vor der Tafel über die Bauern in Le Chambon, die 5.000 Juden aus Lyon gerettet haben – einfacher Bauern, Protestanten im katholischen Frankreich, die sich dafür entschieden haben zu helfen.

Aus dem Bezirksticker Friedrichshain-Kreuzberg:
Monika Herrmann hat am Mittwoch, den 8. August, die Berlin Story im Bunker am Anhalter Bahnhof besucht. Das Haus beherbergt neben dem Berlin Story Museum über die Geschichte Berlins auch die umfangreiche Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“. Träger des Museums ist der gemeinnützige Verein Historiale e.V. Der ehemalige Hochbunker, in dem das Museum seinen Sitz hat, gehört dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Bezirksbürgermeisterin ließ sich die Ausstellungen von Geschäftsführer Enno Lenze, dem Vorsitzenden Wieland Giebel und Bunker-Managerin Friederike von Leoprechting zeigen. Die Ausstellung über Hitler wurde kürzlich um eine Informationstafel zum ehemaligen Kreuzberger Bürgermeister Carl Herz ergänzt, der von den Nazis mit Gewalt aus dem Amt gejagt wurde. Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung hatten Dr. Carl Herz am 21. März im ehemaligen Rathaus Kreuzberg gedacht.
(Text und Foto Sara Lühmann)

Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin, besucht den Berlin Story Bunker


Monika Hermann, die Grüne Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, besucht zusammen mit Sara Lühmann, der Pressesprecherin des Bezirks, den Berlin Story Bunker.

Enno Lenze (oben) erläutert die Geschichte des Bunker von außen – aber nicht so lange, denn es ist 39 Grad heiß.

Die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“  stand im Mittelpunkt. Warum die Deutschen Hitler folgten, bis zum letzten Moment für den Führer kämpften und was das mit uns heute zu tun hat. Hier die symbolische Rekonstruktion des Raums, in dem Hitler Selbstmord beging (zweites Foto oben).

Angenehmer, weil erheblich kühler, war es tief unter der Erde im Verteilertunnel (rechts), durch den die Menschen während des Zweiten Weltkriegs in den Bunker kamen.

Bericht der Mitarbeiter vom Service

Aus dem täglichen Bericht der Mitarbeiter*innen vom Servicecounter:
Viele, viele Familien heute, meist englische, deutsche, dänische. Kinder wollen hierher. Wir haben heute auch wieder Lob für HWKEG und das Museum gehört, siehe auch die Einträge Gästebuch.
Heute sind auffällig viele junge Pärchen und auch Freundenspaare zu uns gekommen.
Um kurz vor 18 Uhr ist ein deutsches Ehepaar ( so Mitte 30er, schätze ich) zu uns gekommen. Sie haben sich gestritten, da die Frau zu  HWKEG wollte, der Mann aber dagegen behauptete, dass er über Hitler genug in der Schule gelernt hat, deswegen wollte er ins Museum.  Endeffekt:  die Frau hat den  Mann „besiegt“. Sie sind noch drin, zum Zeitpunkt, wo ich dies schreibe.

200.000 Besucher in „Hitler – wie konnte es geschehen“

Heute am Montag, dem 6. August 2018 kamen die 200.000sten Besucher, Familie Knudsen aus Dänemark. Herr Knudsen ist IT-Experte, sie ist Pädagogin. Die Kinder wollten in die Dokumentation. Bunker-Chef Enno Lenze vom gemeinnützigen Verein Historiale e.V. gratulierte mit einem Buchpaket, T-Shirts sowie einem Ticket, das zum lebenslang freien Eintritt berechtigt.

200.000 Besucher nach einem Jahr. Am 27. Juli 2017 eröffnete mit „Hitler – wie konnte es geschehen“ die umfangreichste Dokumentation über das NS-Regime. Durchschnittlich nehmen sich die Besucher 2.5 Stunden Zeit, um die 2.500 Quadratmeter auf drei Ebenen zu sehen. Ein erheblicher Teil bleibt vier Stunden – fast unvorstellbar. Die Besucher vergessen die Zeit in der dichten, nahezu andächtigen Atmosphäre des Bunker am Anhalter Bahnhof – ohne jegliche Ablenkung, ohne Smartphone.

Das Thema Nationalsozialismus ist direkt mit Berlin verknüpft. Von hier gingen Krieg und Holocaust aus. Besucher können sich heute in dieser bunten, friedlichen und toleranten Stadt kaum erklären, wie es damals war, wie es dazu kam, dass die Deutschen Hitler bedingungslos folgten und bis zum allerletzten Moment, bis zum Untergang für ihn kämpften. Darum geht es in „Hitler – wie konnte es geschehen.“

Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff sagte nach seinem Besuch: „I was very impressed and moved by my recent visit to the Bunker in Berlin that Enno Lenze and his colleagues set up. It reminds us of very dark memories of the Nazi regime and the Holocaust and is a extremely effective reminder of how we should combat any form of antisemitism, racism and xenophobia. Thanks Enno!“

„Ich war sehr beeindruckt und bewegt bei meinem jüngsten Besuch im Bunker in Berlin, den Enno Lenze und seine Kollegen eingerichtet haben. Es erinnert uns an die sehr dunkle Zeite des Nazi-Regimes und an den Holocaust. Die Dokumentation ist eine äußerst wirksame Mahnung, wie wir jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpfen sollten. Danke Enno!“ Issacharoffs Vorgänger, der damalige israelische Botschafter, bat darum, sich die Dokumentation direkt vor der Eröffnung ansehen zu dürfen. Er blieb ebenfalls drei Stunden.

Für uns sind einige Punkte überraschend:

– Die Dokumentation ist für Familien aus vielen Ländern ein Ziel. Eltern kommen, um mit ihren Kindern über diese Zeit zu sprechen.

– Es besuchen uns weit mehr junge Menschen als wir gedacht haben. Den Schwerpunkt machen junge Leute zwischen 25 und 35 Jahren aus, Pärchen, kleine Gruppen, Einzelne.

– Die Mundpropaganda funktionierte schneller als wir es für möglich hielten. „Unsere Freunde sagten, wenn Ihr nach Berlin fahrt, seht Euch unbedingt diese Dokumentation an.“ Das hörten wir zum Beispile von Besuchern aus Adelaide (Australien), Vancouver (Kanada) und San Paolo (Brasilien).

– Seit Scoot fliegt, kommen viel mehr Besucherinnen aus Manila und Singapur – deutlich häufiger junge Frauen als Männer.

Wir wissen selbst sehr viel über die Besucher, weil wir laufend mit ihnen sprechen und weil die Mitarbeiterinnen im Service täglich einen Bericht über ihre Eindrücke, über die Besucher und deren Fragen und Hinweise schreiben. Immer wieder berichten wir darüber im Blog.

Zu den regelmäßigen Besuchern zählen auch Soldaten der Bundeswehr und NATO-Truppen sowie die Polizei und die GSG9. Wieland Giebel dazu: „Wir freuen uns, dass gerade diese Gruppen zu uns kommen, die unsere freie Gesellschaft schützen. In der Dokumentation sieht man, wie wachsam wir sein müssen und wohin blinder Gehorsam führen kann“. Antony Beevor, der bedeutende britische Militärhistoriker, besuchte die Dokumentation mit einer Gruppe aus Sandhurst.

Prof. Thomas Weber führte eine Gruppe seiner Universität Aberdeen durch die Dokumentation, die sich in wichtigen Teilen an seiner Forschung orientiert – wie Hitler Nazi wurde. Berlins Kultursenator Dr. Klaus Lederer kam zunächst dienstlich-solidarisch nach den Morddrohungen gegen Enno Lenze, dann lange mit Freunden. Burkhard Kieker, der Chef von VisitBerlin, nahm sich ausführlich Zeit und mit Dr. Hubertus Knabe, Chef der Gedenkstätte Hohenschönhausen, hatten wir bei seinem Besuch intensiven Austausch.

Die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ wird überwiegend von Individualtouristen besucht. Der Anteil von Gruppen beträgt knapp 7 Prozent. Die Besucher kommen aus Europa und der ganzen Welt.

Inland 48 %, Europa 29 %, Nordamerika 9 %, Südamerika 4 %, Asien 6 %, unklar 4 %

AudioGuides sind erhältlich in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Die AudioGuides unterscheiden sich wie die gesamte Dokumentation deutlich von rein wissenschaftlichen Darstellungen.

Enno Lenze: „Wir beziehen eindeutig Position: gesellschaftlich, politisch, persönlich. Das schätzen die Besucher.“

Fat Tire Tour am Berlin Story Bunker — erfreulich

A good city guide who actually reports what the bunker is about and what happened during the bombings. Well – you’re the first one that was really good.

Itinerar – die DVD, demnächst im Berlin Story Bunker

Harald Sandner, der Autor des Hitler-Itinerars, führt durch die beiden Teile der englischsprachigen Fernsehdokumentation von Megalie Mignot – exklusiv erhältlich im Berlin Story Bunker, nicht online. Der Film läuft ständig in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen.“