30. Januar 1972 — Bloody Sunday — heute vor 43 Jahren

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BloodySundayCoffins„Ich war in vielen Ländern, habe viele Bürgerkriege, Revolutionen und Kriege gesehen. Aber nie zuvor habe ich einen derart kaltblütig organisierten, diszipliniert geplanten Mord gesehen.

Ich sah einen jungen Mann, der verwundet war und eine Wand entlang kroch. Er schrie: Nicht schließen! Nicht schießen! Ein Fallschirmspringer ging auf ihn zu und erschoss ihn aus einem Meter Entfernung. Ich sah einen Jungen, etwa 15 Jahre alt, der stand an einer Mauer und versuchte, seine Freundin zu schützen. Mit einer Hand schwenkte er ein weißes Taschentuch, die andere hielt er erhoben. Sie versuchten, den Platz zu verlassen. Ein Fallschirmspringer lief auf sie zu und schoss  ihm in den Magen, dem Mädchen in den Arm.“ – der italienische Fotoreporter Fulvio Grimaldi.

14 unbewaffnete Zivilisten wurden am 30. Januar 1972 in der nordirischen Stadt Derry von britischen Fallschirmjägern erschossen – heute vor 43 Jahren.

Die Bürgerrechtler forderten „Gleiches Wahlrecht, gleiche Chancen bei der Vergabe von Sozialwohnungen und Jobs, ein Ende der willkürlichen Verhaftungen und Internierungen ohne Anklage.“ Die Wahlkreise waren in Nordirland so manipuliert, dass die England-loyalen Protestanten mehr Sitze hatten, auch wenn sie in der Minderheit waren. Es galt Besitzwahlrecht.

Georg Gruber in Deutschlandradio Kultur: Der Bloody Sunday war ein Wendepunkt in der Geschichte Nordirlands. Er radikalisierte die katholische Minderheit: Die IRA erhielt großen Zulauf, auch von Bürgern, die eigentlich eher friedlich eingestellt waren …

Bis heute wurde keiner der Täter wurde belangt oder gar verurteilt. Am 5. Oktober 2014 sollten die ersten Soldaten zu den Morden befragt werden. Zwei Tage zuvor strich die britische Regierung die Gelder für die Strafrechtliche Verfolgung.

Daran erinnert im Tagesspiegel Kübra Özermis,  „Bloody Sunday und kein Ende“ …

Mehr über den Alltag im Krieg in Nordirland …

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