Zwanzig Jahre Berlin Story — 20. November 1997 — 20. November 2017

Seit zwnazig Jahren gibt es nun die Berlin Story. Eine bewegte berliner Geschichte und kein Ende in Sicht. Einen Überblick kann man sich in der Chrononologie der Berlin Story verschaffen.

Burkhard Kieker von Visit Berlin im Berlin Story Bunker

„Das hat gefehlt. Diese Dokumentation zeigt beängstigend, was Nationalismus und Rassismus bedeuten.“

Burkhard Kieker (mit Enno Lenze, links und Wieland Giebel) besucht am Sonntag mehrere Stunden den Berlin Story Bunker, die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“, das Berlin Story Museum und den Bereich, in dem Bau und Dasein im Bunker im Zweiten Weltkrieg gezeigt werden.

Hermann Pölking auf Radio 1 über „Wer war Hitler“

Hermann Pölking: „Es ist wichtig, das breit zu erzählen, damit man auch zeigen kann, wie es war, bevor Hitler zur Macht kam. Briefe, Tagebücher, Dokumente – Hitler wird von Zeitzeugen beschrieben. Heute sehen wir mit unserem nachträglichen Wissen die Geschichte anders. Ich erzähle von den Rändern, nicht alles aus Berlin. Henriette Schneider- ich hätte den Film nicht machen können, wenn ich dieses Tagebuch einer fanatischen Hitler-Anhängerin nicht gefunden hatte. Das sind unverbrauchte Dokumente. Der Film erfordert Anstrengung beim Zuschauen. Wenn wir uns sehr stark auf Hitler konzentrieren, könnte es sein, dass Hitler als Verführung da seht. Höhepunkt seiner macht war die Fahrt vom Anhalter Bahnhof zur Reichskanzlei, als er im Sommer 1940 vom Frankreichfeldzug zurückkam.

Wir lenken immer durch die Montage, damit man sich mit der Geschichte auseinandersetzt und in der Gegenwart orientieren kann.“

Hermann Pölking im Gespräch mit Knud Elstermann im Podcast ab Minute 24 des Podcasts … 

 

Tripadvisor — aktuelle Kommentare zum Berlin Story Bunker

Bnaicker,  16792

Reviewed via mobile

The research and energy to synthesise such a great volume of information to a palatable experience means this a must go in Berlin! Ask Bnaicker about Berlin Story Museum

You can do both on a combined ticket or just choose one or the other. We did both and spent around 3 hours wandering the bunker listening to the audio guide. (Included in ticket price). If you don’t know the history of Berlin then worth spending the time.

Und das ist am lustigsten: Zu viel Informationen, deswegen nur 3 von 5 Punkten (immer noch besser als die null Punkte vor einiger Zeit, weil sie keinen Parkplatz gefunden, sonst aber alles ok war)

The video at the end summarized everything much better than the whole Museum. It is too packed with information and lacking in some details or overall picture that one just cant imagine/place the history. That being said, the video at the end was good.

„Wer war Hitler“ — Jörn Seidel bespricht in der ZEIT den Film von Hermann Pölking


Erstmals nach vier Jahrzehnten kommt wieder eine Dokumentation über Hitler ins Kino. „Wer war Hitler“ wirft Licht dorthin, wo Historiker oft dunkle Flecken lassen.

Endlich hat ein Journalist den Film „Wer war Hitler“ von Hermann Pölking gesehen und berichtet mit Substanz darüber.
„Tunichtgut, Volksredner, Kriegsverbrecher“ – von Jörn Seidel in der ZEIT.

„… Wer war Hitler veranschaulicht den für eine „charismatische Herrschaft“ typischen Willen der Gefolgschaft, sich einer Autorität auch tatsächlich zu unterwerfen.

… Auch wie jene „charismatische Situation“ entstand, nachdem Hitler an die Macht kam, zeigt Pölking.

… Zu solchen TV-Dokus (ZDF, Guido Knopp) bietet Hermann Pölking einen Gegenentwurf. Er hat Wer war Hitler ausschließlich aus zeitgenössischem Bildmaterial montiert. Der Kommentar beschränkt sich auf wenige Erklärungen. Bild und Ton unterwerfen einander nicht, sondern nehmen aufeinander Bezug, mal illustrierend, mal kontrastierend, mal karikierend. Politisches und Persönliches verschleiern sich somit nicht länger, sondern stehen ergänzend nebeneinander. Und plötzlich fällt Licht auf die Geschichte, wo Historiker oft dunkle Flecken lassen.“

Jörn Seidel über Hermann Pölkings Film in der ZEIT …

So lange war ich noch nie in einem Museum – top!

„So lange war ich noch nie in einem Museum – top!“
vor 2 Tagen, Tripadvisor

Bewertet von Andrea W
Das Museum bringt ein Thema auf den Tisch, das sonst kein Museum macht: Hitler. Man hat eine absolute Chronologie, die fein säuberlich aufgearbeitet wurde. Es wird immer wieder auf Zitate aus „Mein Kampf“ eingegangen, die sodann widerlegt werden. Wir waren 2,5 Stunden in diesem Museum und es war einfach nur sehr spannend. Natürlich weiß man einiges über Hitler, aber an solche Details kommt man sonst nicht. Zudem wurde mit Verschwörungstheorien usw. aufgeräumt, was ich super fand. Das ist eigentlich ein Muss für jeden.“

Mal was lustiges mit Hitler drehen

Wegen der schlechten Erfahrungen in den vergangene Jahren lassen wir kaum mehr ein Kamerateam im Berlin Story Bunker drehen. Selbst bei den öffentlich rechtlichen fehlt es inzwischen oft an der notwendigen Seriosität. Wir machen Pressekonferenzen mit verpflichtender Anmeldung und schließen auch da Sender aus. So zum Beispiel einen polnischen Sender, der uns in der als Neonazis darstellen wollten oder einen argentinischen Sender, dessen Mitarbeiter unsere Mitarbeiter bedroht haben und gesagt haben, wenn sie nicht überall alles drehen dürfen (auch in den nicht zugänglichen bereichen), dann reden sie alles schlecht und raten vom Besuch ab. Die restlichen 110 Journalisten bei der Pressekonferenz waren normal – aber dennoch machen einen diese Fälle vorsichtig.

Vor Kurzem fragte eine Produktionsgesellschaft für das ZDF an. Sie wollten für eine Satiresendung bei uns etwas drehen – die Anfrage war unklar und komisch. An sich wollten sie eine Tour durch die Dokumentation “Hitler – wie konnte es geschehen” filmen und dann mit Besuchern sprechen und dabei Kostüme tragen. Aber auch auf Nachfrage war nicht ganz klar, worum es geht. Spätestens bei den Kostümen ist so eine Anfrage aber sehr auffällig. Heute lief dann die Sendung – wir sind froh unsere Dokumentation nicht unfreiwillig als Set für so einen Nazi-Blödsinn zur Verfügung gestellt zu haben.

Der letzte vermeintlich seriöse Dreh war mit Jamie Theakston von der BBC. Da sollte man erwarten, dass alles gut geht. Sie wollten etwas zur Geschichte des Gebäudes drehen und zu unserem ehrenamtlichen Engagement dort. Alles machte einen seriösen und normalen Eindruck. Sie waren professionell und Freundlich. Da es der Werbung für das Projekt dienen sollte, zahlten sie zwar eine Aufwandsentschädigung dafür, dass wir ein paar Stunden für sie den Bunker öffneten, mehr aber nicht. Alles ok soweit. In der ausgestrahlten Sendung hieß Enno Lenze auf einmal “Enno Muller” von der Berlin Story war keine Rede mehr. Dafür sagten sie, sie hätten am Rande Berlins einen verborgenen alten Nazi Bunker gefunden. Na vielen Dank.

Ein privater deutscher TV Sender fragte für eine große Sendung an, ob sie mit einer durchaus berühmten Band in der Dokumentation zum NS-Regime ein Musikvideo drehen könnten. Das fanden sie irgendwie lustig. Auf den Einwand, dass das weder lustig ist noch sinnvoll hieß es wieder: “Das ist aber Werbung für sie!”. Das glauben wir weniger.

Anfragen wie diese haben wir leider immer mehr. TV Teams brauchen an sich ein Set für eine Geschichte, die sie sich vorher ausgedacht haben oder einfach für etwas “lustiges”. Da haben wir leider keine Lust mehr drauf.

Der Bunker — das Pflichtprogramm

Bundeswehr in „Hitler – Wie konnte es geschehen“

Enno Lenze führt eine Einheit der Bundeswehr durch die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen.“

Polizeibattailon 101 — Jürgen Mattäus vom US Holocaust Memorial Museum in der Topographie

Dieses Foto am Ghetto von Lodz stammt von Bernhard Colberg, einem der Männer des Polizeibataillons 101. Sie fotografierten viel. Vorn die Herrenrasse. Die polnischen Polizisten hinter dem Zaun mussten knien.

„Ganz normale Männer“ wurden bei den Nazis zum Morden ausgeschickt. Von den 500 Männern des Polizeibataillons 101 aus Hamburg wollten zwölf nicht mitmachen, nicht auf die Jagd nach Juden in Polen gehen. Ihnen passierte nichts. Sie wurden als Kameradenschweine angesehen, als Feiglinge und Drückeberger, das war aber auch alles. Die anderen finden an zu morden.

Dieses Foto stammt von Bernhard Colberg, einem dieser Männer. Sie fotografierten viel. Die Fotos befinden sich im US Holocaust Memorial Museum in Washington. Jürgen Matthäus, Leiter der dortigen Forschungsabteilung und Mitglied im internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors, war zum Vortrag in die Topographie eingeladen, anhand von „erst jetzt zugänglichen Privatalben eines Angehörigen des Polizeibataillons 101 aus der Perspektive des Zeithistorikers zu beleuchten, welches Erkenntnispotential fotografische Quellen dieser Art innewohnt …“

Bei diesem Foto geht es um „Two members of Police Battalion 101 who are guarding the perimeter of the Lodz ghetto, view three Jewish policemen kneeling opposite them on the other side of the fence. One image from a photograph album belonging to a member of Police Battalion 101.“

Ergebnis des Abends: „Um zu wissen, was passierte, ist dieses Fotoalbum keine Quelle.“

Copyright: United States Holocaust Memorial Museum, Michael O’Hara, Second Provenance: Bernhardt Colberg, Collections: 1999.99.1