New Year’s Eve at the Berlin Story Bunker — „Hitler – how could it happen“ and Berlin Story Museum

Eva aus Marseilles war mit ihrer Schwester und ihren Eltern heute drei Stunden in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“. Eva wird bald 11 Jahre alt. Sie hatte einen AudioGuide in französischer Sprache. Es fiel ihr nicht schwer, sich so lange zu konzentrieren. Ich stand zufällig an der Kasse, als sie kam, und habe bei meinen Rundgängen immer wieder wahrgenommen, wie aufmerksam sie sich die Dokumentation erarbeitete. Für mich steht außer Frage, dass Elfjährige das alles verstehen und es für ihr Leben eine Rolle spielt. Wir haben es jetzt so oft erlebt.

12-Stunden Lesung am 27. Januar 2019 im Theater Darmstadt — Abel-Biogramme, am Tag der Befreiung von Auschwitz

Martina Noltemeier kündigt im Stadtmagazin Darmstadt, FRIZZ, die 12-Stunden-Lesung mit Biographien früher Nazis an, die Theodore Abel 1934 gesammelt hat, „Warum ich Nazi wurde“. Der Eintritt ist frei. Die Lesung im Theater Darmstadt wird als Facebook-LiveStream übertragen.


Götz Aly heute in der Süddeutschen über „Warum ich Nazi wurde“

Götz Aly stellt heute im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung das Buch vor, das ihm im Jahr 2018 am besten gefallen hat.

Bewertungen aktuell — Reviews — Must see

Sehr umfangreich und gut gemacht.

Wir waren zwei Stunden in der Ausstellung, haben aber nur die Hälfte geschafft, weil wir alles ansehen wollten. Wir kommen wieder. Für alle, die sich für deutsche Geschichte interessieren, sehr gut gemacht.

Sehr informativ, tolle zeitgeschichtliche Dokumente.

It was very interesting to see inside the bunker.  The „How Could it Happen Hitler“ exhibition was excellent, if be it quite long. We learnt a lot. It took much longer than expected to get around (approx. 3 hrs) but was worth it. Would recommend visit.

If you are interested in the history of Berlin or how the story of Hitler could have happened, this is a must see. There was so much time and research that was put into this which helps to prove its facial basis. Truthfully, the Hitler, How Could it Happen tour was incredible. We spent about 3 hours in that part. Both parts have English audio tours as well as parts to read.

Went and saw the ‚Hitler How could it happen‘ exhibition. 
Very detailed and super interesting. Top tip bring enough time. Took us nearly 3h to explore all three floors.

Sehr zuverlässige Abwicklung auch für größere Gruppen (50 Personen). Super Kommunikation im Vorfeld und sehr flexible, lösungsorientierte Vorgehensweise. Sowohl die Ausstellung als auch die Guided Tour kamen super bei den Gästen an.

This is a real WW2 bunker. It wasn’t modified a lot since then. There’s not much to see outside apart from the concrete walls and the informational material. The interesting stuff here is what the guide tells. The Bunker now hosts a museum devoted to the history of Berlin from the 13th century to the reunification of Germany. The owner of the company [not company, non profit NGO] running the museum is one of the two guides. He seems to be quite well informed on the subject and is eager to share his knowledge with the visitors. Overall the experience was worth the time. Plan for about 2-3 hours for a visit.

Unbedingt den Audio Guide nehmen. Sind nur zusätzliche 1,50 €. Lohnen sich. Genug Zeit einplanen. Mindestens 2 Stunden. Eine tolle Darstellung mit allen relevanten Informationen. Viel zu lesen. Aber das bleibt nun mal nicht aus ;) wer etwas anderes erwartet ist eh fehl am Platz.

Exzellentes und beeindruckendes Museum, das erklärt, wie es zum Dritten Reich kommen konnte.

In einem der wenigen erhaltenen Bunkern wird auf mehreren Stockwerken erklärt, wie das  Dritte Reich entstehen und bestehen konnte. Auch die Rolle des Auslands wird beschrieben und angeklagt. In einer Bildergalerie mit Audioführer in mehreren Sprachen wird sehr verständlich und fundiert beschrieben, mit welchem Strategien und Hintergründen Hitlers Unrechtsregime und die entsetzlichen Ereignisse geschehen konnten. Für mich in Berlin ein erster Ort, der vor allem auch für Ausländer Fragen beantwortet — wie konnte es geschehen, da oft Fragen kommen, warum es keinen Widerstand gab. Und für mich die Antworten auf die Fragen an die Elterngeneration, wieso sie es zugelassen haben. Die Antworten, dass diese Generation keine Nazis sein mussten und tatsächlich viele Dinge nicht beurteilen konnten und nicht als schuldig abgestempelt werden können. Ein enorm wichtiger Beitrag für eine Beurteilung der Schuldfrage an den ,normalen‘ Bürger und auch diejenige, die damals noch Kinder waren. Wir haben 3 Stunden dort verbracht und es hat meinem ausländischen Mann demonstriert, dass Vorwürfe nicht immer angebracht sind. Ein wichtiger Beitrag für die Bewältigung der Schuldfragen und Erklärungen, was im Detail geschah. Keine Rechtfertigung aber viele Hintergründe.

Obwohl ich mich mit der Zeit sehr intensiv beschäftigt habe, konnte ich noch einiges lernen. Wirklich eine sehr lohnende Ausstellung. Man sollte allerdings genug Zeit einplanen. Wir waren vier Stunden dort und hätten noch länger bleiben können.

Wir waren heute mit 4 Kindern dort. 10,10,13,14
Sehr gut fand ich, dass wir vor drei Räumen gewarnt wurden. Wir sollten erst ohne die Kinder reingehen, um dann zu entscheiden, ob wir unseren Kindern das zumuten.
Insgesamt war ich von der Machart der Ausstellung begeistert. Die Zeit zwischen Geburt und Selbstmord von Hitler wurde sachlich dargestellt, jedoch nicht reißerisch oder Effekt -heischend. Sehr gut gemacht! Sollte Pflichtprogramm für Schüler und Politiker werden!

Express London über das Hitler-Itinerar von Harald Sandner

„As for Hitler himself, his itinerary, compiled by researcher Harald Sandner in decades of work, gives an overview of his daily life – and even he marked the occasion, albeit in a non-Christian fashion.“

Lesen sie den vollständigen, bei Sven Felix Kellerhoff in der WELT abgeschriebenen Beitrag hier im Express …

Stalingrad — 1.837 deutsche Kriegstote gefunden. Hitler ließ den Rückzug nicht zu

Hitler ließ Rückzug oder Kapitulation nicht zu. Die Generäle gehorchten dem Diktator. In dem Buch „Ich traf Hitler“ schildert Winrich Behr, wie er aus Stalingrad zu Hitler in die Wolfsschanze geschickt wurde. Das Buch mit 50 noch nicht veröffentlichten Interviews erscheint 2019 im Berlin Story Verlag.

In Stalingrad, heute Wolgograd, wurden beim Bau einer Wasserleitung die Überreste von 1.837 deutschen Soldaten gefunden. Bei der Schlacht um Stalingrad vom 23. August 1942 bis 2. Februar 1943 kamen 700.000 Menschen ums Leben. Die deutsche 6. Armee wurde vernichtet. Was der Volksbund zur Umbettung schreibt, folgt weiter unten.

Winrich Behr (gekürzt): „Ich bin aus Stalingrad heil herausgekommen, weil ich am 13. Januar auf Befehl des Generaloberst Paulus herausgeflogen wurde, um im Führerhauptquartier vor Hitler über Stalingrad Bericht zu erstatten. Es war so, dass Paulus der Meinung war, nachdem mehrere Generalstabsoffiziere und Generäle bei Hitler vergeblich versucht hatten, dem Befehlshaber dort freie Hand zu geben, vielleicht ein Frontoffizier in Panzeruniform mit Ritterkreuz geschmückt Hitler noch im letzten Moment beeindrucken könnte. Was zweifellos nicht der Fall war.

Das Treffen mit Hitler fand statt am 14. Januar 1943 in der Abendbesprechung und am 15. Januar in der Mittagslage, man nannte das ja Führerlage. Ich bin am 13. Abends aus Stalingrad herausgeflogen – mit Verzögerung in Taganrog, weil der Flugzeugführer sich die Hände erfroren hatte. Abends um sechs bin ich im Führerhauptquartier in der Wolfschanze gelandet.

Es war so, wie es mir auch schon gesagt worden war, dass mir zunächst Hitler etwa anderthalb Stunden die Lage vortrug. Er vermied es, Überbringer schlechter Nachrichten persönlich zum Vortrag kommen zu lassen. Als Hitler seinen Vortrag beendet hatte, sagte er zu mir, so Herr Hauptmann, wenn sie jetzt zum Generaloberst Paulus zurückfliegen, berichten sie ihm, was ich ihnen gesagt habe.

Und ich habe dann gebeten, das, was mir der Generaloberst Paulus aufgetragen hatte, nun auch zur Meldung vorbringen kann. Das hat Hitler anstandslos getan und mich nicht unterbrochen. Ich war beeindruckt von seinen Zwischenfragen.

Zwischenrufe gab es von den Generälen Keitel und Jodl über die Anzahl der angekommenen Verpflegungsbomben, die von Flugzeugen abgeworfen wurden. Sie unterbrachen mich: das stimmt ja nicht, es sind am Tage nicht nur so wenige, sondern soundso viele Maschinen geflogen – so dass ich sagen musste, Verzeihung Herr General, für uns zählen nicht die abgeflogenen Maschinen, sondern die Maschinen, die angekommen sind, beziehungsweise die Verpflegungsbomben, die abgeworfen sind. Ich musste auch, was Hitler sehr beeindruckt hat, beanstanden, dass diese ganzen Verpflegungsbomben mit weißen Fallschirmen abgeworfen wurden und diese weißen Fallschirme im Schnee dann natürlich sehr schnell nicht mehr zu identifizieren waren.“

Behr schildert dann ausführlich, was weiter geschah.

Der Volksbund schreibt (gekürzt) zu dem jetzt gefundenen Massengrab in Stalingrad:

„Genau an dieser Stelle im russischen Bezirk Angarskij befand sich während der Schlacht um Stalingrad eine lange Schlucht, die als Massengrab genutzt und anschließend eingeebnet wurde. Zahlreiche getötete Soldaten wurden hier zusammen mit Pferdekadavern hastig vergraben. Aufgrund der drohenden Seuchengefahr war damals Eile geboten, die unzähligen Leichen von Menschen und Tieren möglichst schnell zu entfernen. Erdlöcher, Schluchten oder auch ausgetrocknete Bachläufe wurden somit zu Massengräbern.

Der Zufallsfund in Wolgograd in dieser Größenordnung ist durchaus besonders, aber kein Einzelfall. Pro Jahr werden im ehemaligen Stalingrad durchschnittlich drei bis vier Massengräber entdeckt. Funde von einzelnen Soldaten kommen sogar heute noch monatlich in der Millionenstadt vor.

Glücklicherweise fanden sich bei den Toten am aktuell abgeschlossenen Fundort auch zahlreiche Erkennungsmarken, die für die spätere Identifizierung ungemein wichtig sind.“

„Unique Clarity — A Huge Credit“

A gentleman came on the first day of Christmas before eleven o’clock and left after 17 o’clock. He had brought himself a three-legged museum folding chair and read everything. Unfortunately, he didn’t want an audio guide, which we highly recommend because it offers another dimension, an important narrative and is more detailed in the section „Documentation  Hitlers Bunker“, where it’s about how Hitler killed himself – and where many people start to go to pieces because they’ve already had three or four hours behind them.

Fortunately, young people often take the AudioGuide. Older people know better. When I spoke to the gentleman, there was some grumbling: „There’s a huge quote from the New York Times, but nothing at all from the London Times, and there’s an excellent caricature of the Long Night of the Knives.“ – „Thank you. Please email me the link, here is my card“. So an Englishman, from the country, near London. England didn’t help Poland, we say in the documentation, but finally, he says, England defeated Germany. That’s right. But the alliance obligation at the time of the German invasion of Poland was not kept and from Poland, when the English came, there was not much left. „We were not yet ready for war. – „Yes, that’s how I see it, that’s more like it.“ After all, Auschwitz, could the British (or rather Americans) have bombed? A long discussion, he had read everything really carefully.

But then it came: „You are the only ones who present the German history of this dark time in detail, correctly, clearly and mercilessly. I know all the documentation centres, I know German history very well. That’s a huge credit to you. And not only that: in Europe and in the world there is no representation of one’s own history that is so analytically accurate, honest, comprehensible and well done. Not in England, not in France, not even in Belgium in the restructured museum of the colonial era, especially not in Russia. Even the National Museum of American History at the National Mall in Washington does not shine with this clarity of statement. The documentation is of unique clarity.“

„Einzigartige Klarheit — ein riesiger Verdienst“

25. Dezember 2018

Es waren so viele Besucher im Bunker wie gestern, ich hatte mir vorgenommen zu fotografieren, aber das dauert sehr lange: Erst mit den Besuchern sprechen, Bildbearbeitung, hochladen. Hier statt dessen einige Gespräche vom ersten Weihnachtstag:

Am Ende der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ spreche ich ein 7jähriges Mädchen mit englischsprachigem AudioGuide an. „Wie war die Erzählung?“- „OK , ich habe das alles gut verstanden.“ – „Und die schrecklichen Bilder mit den Toten?“ – „Die habe ich einfach ausgelassen.“ – „Das ist eine sehr gute Entscheidung.“

Dieses Gespräch bestätigt unseren generellen Eindruck, dass Kinder mit ihren Eltern nicht zufällig in den Bunker hinein stolpern, dass diese Eltern es ihren Kindern zutrauen, dass die Kinder eigene Regelungsmechanismen entwickeln, wie sie damit umgehen. Das Mädchen hatte sich mehr als zwei Stunden auf die Dokumentation konzentriert. Noch zur Erläuterung: Wir sprechen Eltern immer und ohne Ausnahme beim Hereinkommen darauf an, dass die Darstellung des Holocaust sehr emotional und grausam ist.

Ein Herr kam vor elf Uhr und ging nach 17 Uhr. Er hatte sich so einen dreibeinigen Museumsklappstuhl mitgebracht und las alles. Leider wollte er keinen AudioGuide, den wir sehr empfehlen, weil er eine weitere Dimension bietet, einen wichtigen Erzählstrang und im Bereich „Dokumentation Führerbunker“ ausführlicher ist, wo es darum geht, wie Hitler sich umbrachte – und wo viele anfangen schlapp zu machen, weil sie bereits drei, vier Stunden hinter sich haben.

Zum Glück nehmen junge Leute den AudioGuide öfters. Ältere wissen es besser. Als ich den Herrn Ansprach, kam erst einmal Gemeckere: Von der New York Times kommt ein riesiges Zitat, aber von der London Times gar nichts, dabei gibt es zur Langen Nacht der Messer eine hervorragende Karikatur.“ – „Danke. Bitte mailen Sie mir den Link, hier ist meine Karte“. Also ein Engländer, vom Land, aus der Nähe von London. England habe Polen nicht geholfen, sagen wir in der Dokumentation, aber schließlich, sagt er, habe England Deutschland besiegt. Stimmt. Aber die Bündnisverpflichtung zur Zeit des deutschen Überfalls auf Polen wurde nicht eingehalten und von Polen war dann, als die Engländer kamen, nicht mehr viel da. „Wir waren noch nicht bereit für den Krieg.“ – „Ja, so sehe ich das auch, so war es eher.“ Schließlich Auschwitz, hätten die Briten (oder eher Amerikaner) bombardieren können? Eine lange Diskussion, er hatte alles wirklich genau gelesen.

Aber dann kam es: „Sie sind die einzigen, die die deutsche Geschichte dieser dunklen Zeit ausführlich, richtig, übersichtlich und gnadenlos darstellen. Ich kenne alle Dokumentationszentren dazu, kenne die deutsche Geschichte sehr genau. Das ist ein riesiger Verdienst von Ihnen. Und nicht nur das: Es gibt in Europa und in der Welt keine Darstellung der eigenen Geschichte, die so analytisch genau, ehrlich, verständlich und gut gemacht ist. Nicht in England, nicht in Frankreich, auch nicht in Belgien im neu strukturieren Museum zur Kolonialzeit, schon gar nicht in Russland. Selbst das National Museum of American History an der National Mall in Washington glänzt nicht mit diese Deutlichkeit der Aussage. Ihre Dokumentation ist von einzigartiger Klarheit.“

Nächstes Thema: Die jungen Besucher. Man sieht auf den Fotos vom Heiligen Abend, wie viele junge Menschen kommen. Heute zum Beispiel ein Pärchen Anfang Zwanzig, sie mit Kopftuch, er irgendwie ganz anders: „Meine Freundin kommt aus Pakistan, ich aus Ungarn, wir leben in London.“ – Zwei junge Frauen „Wir studieren zusammen in Prag. Meine Freundin kommt aus Bangalore, ich aus Guangzhou.“ Die Mitarbeiter im Service fragten heute intensiv, woher die Besucher wissen, dass wir geöffnet haben. 100 Prozent: Internet.

Jahresrückblick 2018 – Berlin Story Bunker und Verlag

Das Jahr 2018 war das erfolgreichste im Bunker und eines der erfolgreichsten im Verlag. Ein Jahr nach Eröffnung der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ konnten wir bereits 200.000 Besucher begrüßen – eine Familie aus Dänemark.

Im Verlag stieg der Umsatz vor allem, weil das Buch „Warum ich Nazi wurde“ auf breites Interesse gestoßen ist. Erschienen im September 2018 geht es im Januar 2019 die fünfte Auflage. Der bedeutende Historiker Götz Aly bezeichnet es in der Süddeutschen vom 28. Dezember als sein wichtigstes Buch 2018: „Die oft überspezialisierten Studien unserer Zeithistoriker wenden sich an einen selbstgenügsamen inneren Kreis. Anders das privat finanzierte Werk des Berliner Autors Wieland Giebel … Er missbilligt die modische, jedoch nichts erklärende Identifikation mit den Opfern der NS-Herrschaft und geht stattdessen diesen zentralen Fragen nach: Warum folgten so viele deutsche Hitler? Warum führten sie einen monströsen Rassenkrieg? Warum begingen oder tolerierten den millionenfachen Mord an unschuldige Menschen?“

 

In Yad Vashem hätte sie ein orthodoxer Jude darauf aufmerksam gemacht, dass sie uns unbedingt besuchen sollte, wenn sie in Berlin sei.

Die Wertschätzung der Besucher des Berlin Story Bunkers drückt sich aus in Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in den Einträgen im Gästebuch und auf den Bewertungsportalen.

Als exemplarisch könnte der Besuch von Ruth .S. aus Israel im Juli 2018 gesehen werden.

Ruth ist überrascht, dass eine private, nicht staatliche Dokumentation die Verantwortung übernimmt, die Verbrechen von Hitler und den Nationalsozialisten darzustellen. Ein orthodoxer Jude hatte sie in Yad Vashem auf uns hingewiesen. Sie sprach uns an und stellte fest, wie viel Verantwortung wir übernommen haben. Wir bedankten uns höflich, weil das doch recht oft passiert. Dann fuhr sie aber fort, dass dieser Bunker ein authentischer historischer Ort sei, anders als das US-Holocaust Memorial Museum in Washington, das USHMM, und anders als Yad Vashem.

 

Wieland Giebel vor dem Holocaust Memorial Museum in Washington, USHMM. Darstellung und Forschung gehen Hand in Hand — wir haben das genau studiert. Ruth zog den Vergleich.

Das wussten wir natürlich, weil wir beide gut kennen, aber es ist uns noch nie richtig bewusst geworden.

Yad Vashem, Holocaust-Gedenkstätte — Cafeteria. Diese Soldatinnen der IDF achten in der Cafeteria – mehr oder weniger– auf die Maschinenpistolen, während ihre Kameradinnen an der Theke anstehen.

Sie dachte: ach, noch so ein Museum. Nach dem Besuch im Bunker erstaunte sie vor allem, dass wir als nicht staatliche und nicht geförderte Einrichtung diese Verantwortung übernehmen, also nicht von unserem Kampf gegen Nationalismus und Antisemitismus als Angestellte leben wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jüdischen Museum oder der Topographie. Auch das ist uns natürlich bewusst, aber noch kein Besucher hatte das so ausgedrückt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden natürlich bezahlt. Und dann, nachdem sie die Dokumentation gesehen hatte, stellte R.S. fest: Was wir ausstrahlen, sei Tat, Kompetenz, Autorität und eindeutige Positionierung.

Kompetenz und (Sach-) Autorität wollen wir ständig auf zwei Ebenen anheben: An der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feilen wir immer weiter. Wer sich entscheidet, im Bunker zu arbeiten, weiß von Anfang an, dass die eigene Qualifizierung in unserem Bereich eine der wesentlichen Anforderungen ist. Die Besucher merken das. Sie befragen die Mitarbeiterinnen täglich zu Inhalten der Dokumentation. Das schafft bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Service Selbstbewusstsein. Besucherorientierung steht unabänderlich im Mittelpunkt unseres Engagements.

Kompetenz und Autorität auf einer anderen Ebene schafft der Berlin Story Verlag. Die intensive Auseinandersetzung mit Fragen zum Nationalsozialismus stärkt unser Wissen, nicht nur durch die Bücher, sondern auch durch die Diskussionen mit den Autoren. Mit dem Hitler-Itinerar, Hitler Tag für Tag von Harald Sandner, gibt der Verlag das umfangreichste Buch zu Hitler überhaupt heraus, eine Art Terminkalender des Diktators. Dieses Werk von 2.432 Seiten erscheint 2019 in Englischer Sprache für den Weltmarkt.

Hitler – Das Itinerar. Hitler Tag für Tag. Aufenthaltsorte und Reisen von 1889 bis 1945. 2.432 Seiten, wie ein Terminkalender des Diktators. Von Harald Sandner, erschienen im Berlin Story Verlag.

Die Verknüpfung zwischen der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker und dem Berlin Story Verlag wird noch enger. Dokumentation und die wissenschaftliche Bearbeitung ist zumindest hier ein Alleinstellungsmerkmal und, wie R.S. aus Israel sagte, sonst nur im USHMM und Yad Vashem so vorhanden.

Eindeutige Positionierung“ war der weitere Kommentar von R.S. Da gibt es für uns keinen Spielraum. Bei Diskussionen in diesem Jahr mit Pädagoginnen und Pädagogen wurden wir darauf hingewiesen, dass unsere Dokumentation dem Besucher nicht die Entscheidung lässt, wie es nach dem „Beutelsbacher Konsens“ der staatlichen Gedenkstätten sein soll. Danach darf nicht emotionalisiert werden und der Besucher soll in die Lage versetzt werden, sich abwägend eine eigene Meinung bilden zu können.

Wir diskutieren aber nicht, ob an den Verbrechen von Hitler und den Nationalsozialisten vielleicht doch etwas Gutes gewesen sein könnte. Der Besucher soll bei uns auch kein Pro und Contra vermittelt bekommen. Unsere Position gegenüber diesen Verbrechen ist so absolut klar, dass wir uns auf solche pseudo-aufklärerischen Diskussionen nicht einlassen. Uns haben diese Diskussionen jedoch geholfen, unseren Standpunkt deutlicher herauszuarbeiten ohne irgendwelche Kompromisse einzugehen.

Wenn es nicht um deutsche (öffentlich-rechtliche) Pädagogen geht, sieht die Stellungnahmen zur Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ ganz anders aus:

„I was very impressed and moved. An extremely effective reminder of how we should combat any form of antisemitism, racism and xenophobia.“

Jeremy Issachachroff (rechts), der Botschafter Israels in Deutschland bei seinem Drei-Stunden-Besuch in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ mit Enno Lenze in der Dokumentation Führerbunker. Im Hintergrund die symbolische Rekonstruktion des Raums, in dem Hitler Selbstmord begangen hat.

„Ich war sehr beeindruckt und bewegt. Eine äußerst wirksame Erinnerung daran, wie wir jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpfen können.“

Diese Meinung vertritt der Botschafter Israels in Deutschland, Jeremy Issacharoff – nach einem Drei-Stunden-Besuch gemeinsam mit seiner Frau. Sein Vorgänger als Botschafter, Yakov Hadas-Handelsman, stattete uns damals mit seiner Familie ebenfalls einen Besuch von drei Stunden ab.

Yakov Hadas-Handelsman, der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland, mit Enno Lenze im Berlin Story Bunker.

Beeindruckt und bewegt“, das sind die beiden Pole, nämlich die nachdrückliche Darstellung, warum es geschehen konnte, und die emotionale Ebene, was Rassismus und Nationalismus tatsächlich bedeutet: Entwürdigung, Ausgrenzung, Völkermord. Das Grauen des Nationalsozialismus ist unser Thema, wie es dazu kam und warum so viele Deutsche bis zum allerletzten Moment „Führertreue“ gezeigt haben.

Jüdische Besucher sind immer wieder überrascht, wie wir die Geschichte darstellen. Raphi Bloom am 11. Juli 2018:

Raphi Bloom und seine Frau waren erst im Berlin Story Bunker, dann an der East Side Gallery. „Wir haben drei Stunden im Bunker verbracht. Das ist ein Muss für jeden, der Berlin besucht.“

„An unserem zweiten Tag besuchten wir den Berlin Story Bunker. Es ist der einzige noch erhaltene Luftschutzbunker in Berlin, der eine faszinierende und informative Ausstellung über Hitler, seine Kindheit, seine frühen Erwachsenenjahre und seinen Aufstieg an die Macht beherbergt. Es wird gezeigt, wie die Nazis langsam aber sicher ihren Griff zur Macht verstärkten, die aufkommenden Medien zur Mobilisierung der Menschen nutzten und begannen, die „Endlösung“ zu planen. Dann wird der Zweite Weltkrieg, die Siege und Verluste der Nazis und der Holocaust ausführlich beschrieben. Dies war eine der besten Ausstellungen, die ich je besucht habe. Sie lehrte mich viel, was ich nicht über Hitlers Familie, Kindheit, das Scheitern des frühen Erwachsenenlebens und die Nazi-Partei wusste. Die von allen Seiten international beachtete Ausstellung wurde von Wieland Giebel & Enno Lenze gestaltet. Wir haben drei Stunden im Bunker verbracht. Das ist ein Muss für jeden, der Berlin besucht.

 

Monika Herrmann, die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, mit Enno Lenze am Eingang des Berlin Story Bunkers.

Ermutigt hat uns ebenfalls die Besuche der Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, „einer der wichtigsten Orte Berlins.“ In ihrem Bezirk Berlins steht der Bunker.

Mehrmals war der Kultursenator Berlins bei uns, in kleinem und in größerem Kreis.

Klaus Lederer, stellvertretender Regierender Bürgermeister und Kultursenator in Berlin, mit Enno Lenze in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“.

Mit seinem erster Besuch wollte sich Klaus Lederer solidarisch erklären gegen die zahlreichen (Todes-) Drohungen gegen Enno Lenze, hier in Ennos kleiner Hassparade.

Danach widmete er sich der Dokumentation mehrere Stunden – „danke für den unermüdlichen Einsatz gegen rechtes Gedankengut.“

 

Peer Steinbrück, ehemals Ministerpräsident von NRW sowie Bundesfinanzminister mit Enno Lenze im Bunker. Der Besucher mit den bei weitem besten Kenntnissen über den Nationalsozialismus und dessen Verbrechen.

Peer Steinbrück, ehemaliger Bundesfinanzminister, nahm sich mehrere Stunden Zeit, um mit uns Bunker und Dokumentation anzusehen. Er war als ehemaliger Stammkunde der Buchhandlung Berlin Story Unter den Linden (bis Ende 2016) jetzt überrascht, „wie viel Arbeit Sie in den Bunker gesteckt und wie viel Geld Sie in die Hand genommen haben. Der Ort macht demütig. Das ist eine hochinteressante Darstellung der Zeitgeschichte.“

In diesem ersten vollständigen Jahr wurde auch klar, wie sich unsere Besucher zusammensetzen. 95 Prozent sind Individualbesucher, also keine Schulklassen oder Gruppen. Davon sind 70 Prozent zwischen 25 und 35 Jahre alt, der Anteil junger Frauen ist erstaunlich hoch. Sie kommen zu zweit oder in kleinen Gruppen. Sie feiern abends Junggesellinnenabschied und besuchen vorher die Hitler-Dokumentation. Mehr als die Hälfte der Besucher kommt aus anderen Ländern, also bevorzugt aus den Destinationen, die Easyjet, Ryanair und Co. bedienen, aber auch aus außereuropäischen Ländern. Seit Scoot fliegt, haben wir deutlich mehr Besucher aus Malaysia, Singapur und den Philippinen. Es liegt keine wissenschaftlich genaue Statistik vor. Aber durch täglich zahlreiche Gespräche kennen wir unsere Besucher sehr gut und kriegen Veränderungen mit.

Jane kam 21. November 2018 mit Scoot:

 

Es war das beste Museum auf dieser Reise! Es war eine sehr detaillierte Erzählung von Hitler, von seiner Geburt über seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg und wie er den Zweiten Weltkrieg führte, von seinen extremistischen Gedanken bis zu seinem Tod. Mit vielen Fotos, Dokumenten und sogar Videoclips und noch nie zuvor gehörten Geschichten/Informationen über ihn. Ich wusste nicht, dass er ein so großer Maler ist und dass seine Ausstrahlung, wenn er sprach, auf seine Liebe zur Oper, zu Richard Wagner, zurückzuführen ist.

Einige noch nie zuvor gezeigte Fotos waren herzzerreißend, wie das mit einer nackten Frau, die ihr nacktes Kleinkind trug, inmitten einer Gruppe von Frauen, die zu einem Massengrab gingen, wo sie vermutlich getötet und begraben wurden. Die ganze Ideologie der Eroberung der Welt, die Holocaust- und Gaskammern als effiziente Methode der Massentötung, ist einfach so – abartig. Warum? Warum Hitler? Wie konnte das geschehen? Dazu kommt noch das unheimliche Gefühl, wenn man sich durch die Räume dieses echten Bunker bewegt.“

Niederländische Soldaten bei der Einweisung durch Wieland Giebel (rot) vor der Berlin Story Bunker.

Mit einer starken Besuchergruppe haben wir nicht gerechnet, mit den Militärs. Für Soldaten und für die Führungsebene sind die Fragen von Bedeutung, wie es damals im Nationalsozialmus war, wie sich Generäle und Soldaten der Wehrmacht verhalten haben, wo die Grenzen des Gehorsams liegen, wo eigene Entscheidungen erforderlich sind. All diese Fragen werden in der Dokumentation angesprochen: Musste ich mitmachen? Was geschah mit denen, die nicht bei der Jagd auf Juden und deren Ermordung mitmachen wollten? Soldaten kamen aus Deutschland, aus anderen NATO-Staaten, die NATO Einsatzplanungsgruppen und besonders viele aus Großbritannien – zusammen mit Antony Beevor, dem bedeutendsten Militärhistoriker. Im kommenden Jahr arbeiten wir an einem mehrtägigen Seminar zur Schlacht um den Anhalter Bahnhof mit – Städtekampf ist weiterhin ein Thema.

 

General a.D. Wolfgang Schneiderhan spricht im Berlin Story Bunker.

General a.D. Wolfgang Schneiderhan bedankt sich, die Dokumentation im Bunker sei tief beeindruckend. Es zeige sich, wie stark die überzeugende Botschaft gegen Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit von einzelnen Menschen und deren Engagement abhänge.

Es hat in diesem Jahr einige Ergänzungen in der Dokumentation gegeben: die Tafeln über den ehemaligen Bürgermeister von Kreuzberg, Dr. Herz, von den Nazis aus dem Amt gejagt; die Tafel über die Verfolgung von Homosexuellen; die Tafel über den Anhalter Bahnhof als Deportations-Bahnhof; und schließlich die im dritten Holocaust-Raum über Ohrdruf, das KZ bei Weimar. Die US-Armee hat dort zuerst die halb verkohlten Körper gesehen, die Skelette, wie auf einem Scheiterhaufen über Eisenbahnschwellen. General Eisenhower steht fassungslos davor. Mit diesem Foto fängt das US Holocaust Memorial Museum in Washington an.

Anderes Thema: Erweitert haben wir den Bereich 1, die Verschwörungstheorien. Dort ist jetzt auch die Reichsflugscheibe zu sehen, vor der Hitler in weißer Kapitänsuniform steht, um mit Blondi auf die Rückseite des Mondes zu entschwinden.

 

Reichsflugscheibe — Hitler und Blondi vor dem Einstieg auf dem Weg ins Weltall.

Der SWR hat das Thema aufgegriffen und – auch mit uns – einen mehrteiligen Radio-Podcast produziert, Akte 88. Darin werden die unsäglichen Verschwörungstheorien auf die Schippe genommen, die weiter herumgeistern und von History Chanel durch eine achtteilige Serie größten Schwachsinns verbreitet werden.

Ganz erheblich haben wir an der Besucherorientierung gearbeitet. Wir sprechen mit den Besuchern und wissen ziemlich genau, wer uns besucht. Hier das Beispiel einer Sonntagsschicht am 24. Juni 2018: Ich frage ein sehr junges Pärchen, woher sie wissen, dass es die Hitler-Dokumentation gibt. „Ähh, wir wollten eigentlich ins Gruselkabinett.“ – „Und wart ihr vier Stunden hier?“ – „Ja, sie muss nämlich jetzt nach Hause …“

Ich will fünf jüngere in Dublin lebende Inder fragen, wie es für sie war, und erhalte die Antwort „We give you a very good review on Google.“

„Wir geben Ihnen eine sehr gute Bewertung bei Google.“

Ein Paar 50+ geht an der Kasse vorbei zum Ausgang. Man kann an ihren Gesichtern nichts ablesen. Ich gehe hinterher und stelle wie immer die offene Frage „Wie war es für Sie?“
„Fantastic. It was unbearable. You can’t smile when you get out. We need to get some air after three hours. At the hotel they wanted to sell us something else. We are happy to have come here.“ Sie kommen aus New York.

„Fantastisch. Es war unerträglich. Man kann nicht lächeln, wenn man rauskommst. Wir brauchen nach drei Stunden etwas Luft. Im Hotel wollten sie uns etwas anderes verkaufen. Wir sind froh, dass wir hierher gekommen sind.“

Dann sehen mich Besucher im Hof vor dem Bunker und fragen: „Sind Sie der Führer?“ Ich denke, sehe ich inzwischen vielleicht so aus?

Um den Besuchern auf der Fläche von 2.500 Quadratmetern mit mehr als 330 inhaltlichen Tafeln auf drei Stockwerken des Bunkers Orientierung zu geben, bieten wir für 1,50 Euro einen Audioguide in DE, EN, ES, IT, und FR an. Er hilft den Besuchern, den Überblick zu bewahren, er beschleunigt etwas und – vor allem – er erschließt eine zusätzliche Ebene im Sinne politischer Bildung, nämlich die Erzählung des Kurators, immer wieder angereichert durch sehr persönliche Eindrücke und Bemerkungen, die helfen, sich mit dem Projekt zu identifizieren. Politische Bildung – das erkennen die Landeszentrale für politische Bildung und die Bundeszentrale für politische Bildung an. Sie nahmen uns in diesem Jahr auf ihre Empfehlungslisten im Internet auf.

Das Berlin Story Museum, mit dem vor vielen Jahren alles anfing, gewinnt stärker an Bedeutung, seitdem die „Story of Berlin“ am Kudamm Ende 2018 geschlossen wurde. Wenn bald auch das Märkische Museum für drei Jahre wegen Umbaus schließt, wird es das einzige Museum zu Geschichte Berlins sein. Schon heute ist es so, dass ausschließlich in diesem Museum die Geschichte Berlins chronologisch vom allerersten Anfang bis heute darstellt wird. „Freiheitsliebe – Tatkraft und Leidenschaft – Hier hat jede seine Chance“ sind die Leitmotive.

„Hier hat jeder seine Chance“, das war auch unser erster Gedanke, als im Juni 80 Besucher vom Finanzamt vor der Tür standen.

Das Finanzamt — alle bei uns, nur ein Notdienst im Amt. Wir haben uns friedlich verhalten, obwohl wir in Kreuzberg sind. Damals, beim Berliner Unwillen 1448, warfen die Berliner die Finanzbeamten an der damaligen Schloßbaustelle in die Spree. Das ist zu sehen in der ersten Szene des Berlin Story Museums.

Mit Tatkraft und Leidenschaft führten wir sie durch den Bunker und konnten am Ende feststellen, dass sie unsere Freiheitsliebe respektieren.

 

Und weil dieser Jahresrückblick nach Weihnachten erscheint, stellt sich die Frage: Kommt Weihnachten denn überhaupt jemand in den Bunker? Ist Hitler für die Menschen auch zu Weihnachten ein Thema? Am Heiligen Abend dieses Jahres war die Dokumentation während der gesamten Öffnungszeit von 10 Uhr morgens (Schlange vor der Bunkertür) bis 19 Uhr abends voller interessierter Besucher – hier sind die Fotos.


Das ging so weiter bis zu Silvester 2018 — hier sind die Fotos.

Annual Report 2018 Berlin Story Bunker and Publishing House

The year 2018 was the most successful in the bunker and one of the most successful in the publishing house. One year after the opening of the documentary „Hitler – how could it happen“ we already welcomed 200,000 visitors – a family from Denmark. Sales at the publishing house rose above all because the book „Why I Became a Nazi/Warum ich Nazi wurde“ (German only) met with broad interest. Published in September 2018, the fifth edition will go into print in January 2019.

The important historian Götz Aly describes it in the national daily newspaper Süddeutsche of 28 December as his most important book of 2018: „The often over-specialised studies of our contemporary historians are directed at a self-sufficient inner circle. The privately financed work of the Berlin author Wieland Giebel … He disapproves of the fashionable but inexplicable identification with the victims of Nazi rule and instead explores these central questions: Why did so many German Hitler follow? Why did they wage a monstrous racial war? Why did they commit or tolerate the millions of murders of innocent people?“

 

The appreciation of the visitors is expressed in conversations with the employees, in the entries in the guest book and on the evaluation portals.

The visit of Ruth S. from Israel in July 2018 could be seen as exemplary.

Ruth is surprised that a private, non-governmental documentary takes on the responsibility of depicting the crimes of Hitler and the National Socialists. An Orthodox Jew had pointed them to us in Yad Vashem.

 

She approached us and noted how much responsibility we had taken on. We thanked her politely because that happens quite often. But then she continued that this bunker was an authentic historical place, unlike the US Holocaust Memorial Museum in Washington, the USHMM, and unlike Yad Vashem.

 

Wieland Giebel in front of the Holocaust Memorial Museum in Washington, USHMM. Presentation and research go hand in hand — we’ve studied that closely. Ruth drew the comparison.

Of course we knew this because we know both institutions well, but we have never really become aware of it.

In Yad Vashem an Orthodox Jew would have pointed out to her that she should definitely visit us when she was in Berlin. She thought: oh, another museum. After her visit to the bunker she was astonished above all that we, as a non-governmental and non-subsidized institution, take on this responsibility, that is, we do not live from our fight against nationalism and anti-Semitism as employees like the employees of the Jewish Museum or the Topography. Of course, we are also aware of this, but no visitor has ever expressed it that way before. Of course, our employees are paid. And then, after seeing the documentation, R.S. stated: What we radiate is action, competence, authority and clear positioning.

Competence and authority are constantly being raised on two levels: We are constantly improving the qualifications of our employees. Anyone who decides to work in the bunker knows from the outset that their own qualification in our field is one of the essential requirements. Visitors notice this. They ask the staff daily about the contents of the documentation. This creates self-confidence among the service staff. Visitor orientation is the unchanging focus of our commitment.

Berlin Story Verlag/Publishing house creates competence and authority on a different level. The intensive examination of questions about National Socialism strengthens our knowledge, not only through the books, but also through discussions with the authors. With Hitler-Itinerary, Hitler Day by Day by Harald Sandner, the publishing house publishes the most comprehensive book on Hitler ever, a kind of diary of the dictator. This work of 2,432 pages will be published in 2019 in English for the world market.

Hitler – The Itinerary. Hitler day after day. Whereabouts and travels from 1889 to 1945. 2,432 pages, like a diary of the dictator. By Harald Sandner, published by Berlin Story Verlag..

 

The connection between the documentary „Hitler – how could it happen“ in the Berlin Story Bunker and the Berlin Story Verlag becomes even closer. Documentation and scholarly processing is at least here a unique selling point and, as R.S. from Israel said, otherwise only available in the USHMM and Yad Vashem.

Yad Vashem, Holocaust Memorial — cafeteria. These soldiers of the IDF watch (more or less) the submachine guns in the cafeteria while their comrades line up at the counter.

Clear positioning“ was R.S.’s further comment. There’s no room for manoeuvre for us. During discussions this year with educators, we were informed that our documentation does not leave the visitor the choice as it should be according to the „Beutelsbach Consensus“ of the state memorial sites. After that, the visitor should not be emotionalized and should be able to form his or her own opinion.

But we are not discussing whether there might have been anything good about the crimes of Hitler and the National Socialists. We do not want visitors to be given pros and cons. Our position on these crimes is so absolutely clear that we will not engage in such pseudo-enlightenment discussions. However, these discussions have helped us to make our position clearer without making any compromises.

If it is not about German (public-law) educators, the statements on the documentation „Hitler – how could it happen“ look quite different:

„I was very impressed and moved. An extremely effective reminder of how we should combat any form of antisemitism, racism and xenophobia.“

Jeremy Issachachroff (right), Israel’s ambassador to Germany during his three-hour visit to the documentary „Hitler – how could it happen“ with Enno Lenze in the documentary Führerbunker. In the background, the symbolic reconstruction of the room in which Hitler committed suicide.

 

This is the opinion of Israel’s ambassador to Germany, Jeremy Issacharoff – after a three-hour visit together with his wife. His predecessor as Ambassador, Yakov Hadas-Handelsman, also paid us a three-hour visit with his family.

Yakov Hadas-Handelsmann, der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland, mit Enno Lenze im Berlin Story Bunker.

Impressed and moved“ are the two poles, namely the emphatic account of why it could happen and the emotional level of what racism and nationalism actually mean: degradation, exclusion, genocide. The horror of National Socialism is our theme, how it came about and why so many Germans showed „loyalty to the Führer“ until the very last moment.

Jewish visitors are always surprised at how we present history. Raphi Bloom on 11 July 2018:

Our second day saw us start by visiting the Berlin Bunker. This is the one remaining air raid shelter still standing in Berlin and houses a fascinating and informative exhibition about Hitler, his childhood, early adult years and rise to power. It then chronicles how the Nazis slowly but surely enhanced their grip on power, used the emerging media as it was at the time to galvanise the people, and started to plan for the „final solution“. It then greatly details the Second World War, the Nazi’s victories and losses and the Holocaust. This was one the best exhibitions I have ever been to and taught me much I did not know about Hitler’s family, childhood, failing early adult life and the Nazi Party. The exhibition has received international acclaim from all quarters and was designed by Wieland Giebel & Enno Lenze. We spent 3 hours in the Berlin Bunker and this is a MUST SEE for anyone going to Berlin.

Raphi Bloom and his wife were first in the Berlin Story Bunker, then at the East Side Gallery. „We spent three hours in the bunker. That’s a must for anyone visiting Berlin.“

 

We were also encouraged by the visits of the mayor of Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, „one of the most important places in Berlin“. The bunker is located in her district of Berlin.

Monika Herrmann, the mayor of Friedrichshain-Kreuzberg, with Enno Lenze at the entrance of the Berlin Story Bunker.

 

Berlin’s Senator of Culture has been with us several times, in small and large groups.

Klaus Lederer, stellvertretender Regierender Bürgermeister und Kultursenator in Berlin, mit Enno Lenze in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“.

With his first visit Klaus Lederer wanted to declare his solidarity against the numerous (death) threats against Enno Lenze, here in Enno’s small hate-parade.

Afterwards he devoted several hours to the documentation – „thank you for your tireless efforts against right-wing ideas„.

 

Peer Steinbrück, former Prime Minister of NRW and Federal Minister of Finance with Enno Lenze in the bunker. The visitor with by far the best knowledge about National Socialism and its crimes.

Peer Steinbrück, former Federal Minister of Finance, took several hours to watch bunker and documentation with us. As a former regular customer of the bookshop Berlin Story Unter den Linden (until the end of 2016) he was now surprised „how much work you put into the bunker and how much money you took into your hands. The place makes you humble. This is a highly interesting account of contemporary history.“

In this first full year, it also became clear how our visitors are made up. 95 percent are individual visitors, i.e. no school classes or groups. Of these, 70 percent are between 25 and 35 years old, and the proportion of young women is surprisingly high. They come in pairs or in small groups. They celebrate hen parties in the evening and visit the Hitler documentary beforehand. More than half of the visitors come from other countries, i.e. preferably from destinations serving Easyjet, Ryanair and Co., but also from countries outside Europe. Since Scoot started flying, we have had significantly more visitors from Malaysia, Singapore and the Philippines. There are no scientifically accurate statistics. But we know our visitors very well through numerous conversations every day and are aware of changes.

Jane arrived 21 November 2018 with Scoot:

„It was the best museum this trip! It was a very detailed recount of Hitler, from his birth to his participation in WWI and then him leading WWII, his extremism thoughts and eventually his death. With lots of photos, documents and even video clips and never heard before stories/information about him. Never knew he was such a great painter and that his charm when we spoke was due to his love for theatre, that of Richard Wagner’s.

Some never before seen photos on display was heartwrenching, like the one with a naked woman, carrying her naked toddler, amongst a group of women walking towards a mass grave where I suppose they were eventually killed and buried. The whole ideology of conquering the world, the holocaust and gas chambers being an efficient way of mass killing, is just so warped. Really, why? Why Hitler? How could this happen? And I think walking thru this bunker has this chilling effect as one walks thru the exhibit.

 

Dutch soldiers at the briefing by Wieland Giebel (red) in front of the Berlin Story Bunker.

We didn’t expect a strong group of visitors, the military. For soldiers and for the management level, the questions are of importance, as it was in the National Socialist era, how generals and soldiers of the Wehrmacht behaved, where the limits of obedience lie, where own decisions are necessary. All these questions are addressed in the documentation: Did I have to participate? What happened to those who did not want to take part in the hunt for and murder of Jews? Soldiers came from Germany, from other NATO countries, the NATO task forces and especially many from Great Britain – together with Antony Beevor, the most important military historian. In the coming year we will be working on a seminar lasting several days on the battle for the Anhalter railway station – city warfare is still a topic.

 

Former General Wolfgang Schneiderhan thanks the documentary in the bunker for being deeply impressive. It shows how strongly the convincing message against racism, nationalism and xenophobia depends on individuals and their commitment.

There have been some additions to the documentation this year: the plaques about the former mayor of Kreuzberg, Dr. Herz, chased out of office by the Nazis; the plaque about the persecution of homosexuals; the plaque about the Anhalter Bahnhof as deportation station; and finally the plaque in the third Holocaust room about Ohrdruf, the concentration camp near Weimar. The US army first saw the half charred bodies there, the skeletons, as if on a stake over railway sleepers. General Eisenhower stands stunned in front of them. The US Holocaust Memorial Museum in Washington begins with this photo.

Other topic: We have extended the area 1, the conspiracy theories. There you can also see the Reichsflugscheibe, in front of which Hitler stands in a white captain’s uniform to disappear with Blondi to the back of the moon.

 

Reichsflugscheibe — the Third Reich flying disk — Hitler and and his dog Blondi on their way into space.

The SWR radio station has taken up the topic and – also with us – produced a multi-part radio podcast, „File 88“, in which the unspeakable conspiracy theories are taken for a ride, which continue to haunt and are spread by History Chanel through an eight-part series of the greatest bullshit.

We have done a lot of work on visitor orientation. We talk to the visitors and know pretty well who is visiting us. Here is an example of a Sunday shift on 24 June 2018: I ask a very young couple how they know that the Hitler documentary exists. „Uhh, we were actually going to the creepy cabinet.“ – „And were you here four hours?“ – „Yes, she has to go home now…“

I want to ask five younger Dublin Indians what it was like for them and get the answer „We give you a very good review on Google.“

A pair of 50+ goes past the cash register to the exit. You can’t read anything from their faces. I go after them and ask the open question „How was it for you?
„Fantastic. It was unbearable. You can’t smile when you get out. We need to get some air after three hours. At the hotel they wanted to sell us something else. We are happy to have come here.“ They’re from New York.

Then visitors see me in the courtyard in front of the bunker and ask, „Are you the Führer (leader/guide)?“ I think, do I look like that now?

To help visitors find their way around the 2,500 square metre area of the bunker, with more than 330 content panels on three floors, we are offering an audio guide in DE, EN, ES, IT and FR for 1.50 euros. It helps the visitors to keep an overview, it accelerates something and – above all – it opens up an additional level in the sense of political education, namely the curator’s narrative, enriched again and again by very personal impressions and remarks that help to identify with the project. Political education – this is recognized by the Landeszentrale für politische Bildung and the Bundeszentrale für politische Bildung. This year they included us on their recommendation lists on the Internet.

 

A small book about the history of the bunker has been published, about the Berlin Story Museum, the documentation „Hitler – how could it happen“ as well as about the „Making of …“ of the documentation. It is intended to make our work transparent. There will be a catalogue for the documentation in 2019 [but], because there is so much demand.

The Berlin Story Museum, with which everything began many years ago, has gained in importance since the „Story of Berlin“ at Kudamm was closed at the end of 2018. If the Märkisches Museum soon closes for three years due to reconstruction, it will be the only museum on Berlin’s history. Even today, it is only in this museum that the history of Berlin is presented chronologically from the very beginning until today. „Love of freedom – energy and passion – here everyone has his chance“ are the leitmotifs.

„Everyone has his chance here“ was also our first thought when 80 visitors from the tax office came to the door in June.

The tax office— all at the bunker, just an emergency service at the office. We have behaved peacefully, although we are in the militant district of Kreuzberg. At that time, during the Berlin displeasure of 1448, the Berliners threw the tax officials into the Spree river at the former palace construction site. This can be seen in the first scene of the Berlin Story Museum.

With energy and passion we led them through the bunker and at the end could see that they respected our love of freedom.

 

And because this review of the year appears at Christmas, the question arises: will anyone ever come to the bunker at Christmas? Is Hitler also a topic for people at Christmas? On Christmas Eve this year, it was full of interested visitors during the entire opening hours from 10 a.m. (queue in front of the bunker door) to 7 p.m. – here are the photos.