Pittsburgh und wir — Ernst Sternglass

Im Berlin Story Museum denken wir an Ernest Sternglass (* 1923 in Berlin,† 2015 in Ithaca), der viele Jahre als Professor in Pittsburgh Teil der jüdischen Gemeinde war – hier links auf der Tafel neben Albert Einstein, Walter Benjamin und Michael Blumenthal. Im Alter von 14 Jahren flüchtete Sternglass mit seinen Eltern aus Charlottenburg in die USA. 1998 besuchte er uns in Berlin und Enno, damals 16 Jahre alt, unternahm mit Ernest eine sehr lange Stadtführung. Es war für Ernest ein tief bewegendes Erlebnis, Berlin aus der Perspektive eines Kindes in seinem Alter damals zu sehen.

Ernest Sternglass war zwischendurch nie wieder in Berlin oder Deutschland. Ich (Wieland Giebel) habe ihn in New York auf der First Global Radiation Victims Conference im August 1987 kennengelernt und eingeladen. Es ging dort – nach Tschernobyl – um Strahlenopfer von den Atombombenversuchen über Indianer (Native Americans) in Uranminen bis zu medizinischer Verstrahlung. Wir verabredeten einen Besuch und vereinbarten Zusammenarbeit über Krypton-85 aus Wiederaufbereitungsanlagen.

Ernest Sternglass war Leiter des Apollo-Programms bei Westinghouse. Er wies auf die hohe Sterblichkeitsrate durch radioaktive Niedrigstrahlung bei Atombombentests und nach Tschernobyl hin.

 

Fanberichte von einst: Warum sie Nazis wurden

Werner A. Perger schreibt in der Wochenzeitschrift FALTER in Wien:

Fanberichte von einst: Warum sie Nazis wurden
Eine ungewöhnliche Dokumentation über den Weg in die Gewaltkultur des Nationalsozialismus wurde neu aufgelegt und ist hochaktuell

Was ist los in Europa? Sind die neuen Gespenster die alten? Kommt der „Urfaschismus“ zurück, wie Umberto Eco die ständig lauernde Gefahr einmal genannt hat? „Droht Deutschland ein neues 1933?“, fragte denn auch nach den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz der deutsche Historiker Michael Wildt. Eine Gleichsetzung von damals und heute, speziell von AfD und NSDAP, lehnt er ab: zu viel Alarmismus. Aber andererseits: Der Vergleich von damals und heute sei legitim und nützlich. Dadurch werde der Blick auf die Gegenwart schärfer.
Für den Vergleich (nicht die Gleichsetzung) liegt nun eine 923 Seiten starke, ziemlich ungewöhnliche Dokumentation vor. Sie ermöglicht einen sozialpsychologischen Blick in die Zeit der sich ausbreitenden nationalsozialistischen Gewaltkultur. Der Titel ist Programm: „Warum ich Nazi wurde“. Sie enthält über 500 subjektive Aufzeichnungen („Biogramme“) von deutschen Frauen und Männern, die erzählen, warum sie sich für Adolf Hitler und die Nazis begeistert haben.
Eine eigenartige Sammlung mit ebenso eigentümlicher Editionsgeschichte. Zustande kamen diese Bekenntnisse auf Initiative eines Soziologen an der Columbia University, Theodore Fred Abel. Anfang der 1930er-Jahre plante er ein Buch über den Aufstieg des neuen deutschen Politikers Adolf Hitler, den er anhand von Lebensberichten der treuesten Anhänger erklären wollte. Dazu brauchte er die Hilfe der NSDAP und gewann sie für ein überaus ungewöhnliches Projekt: ein Preisausschreiben im Deutschen Reich „für die beste persönliche Lebensgeschichte eines Anhängers der Hitlerbewegung„. Teilnehmen konnte jeder, sofern er oder sie vor dem 1. Jänner 1930 der Partei beigetreten war. Um es kurz zu machen: Abel erhielt nach langem Warten 683 Berichte, von denen er die aus seiner Sicht interessantesten für sein 1938 erschienenes Buch („Why Hitler Came into Power“) auswertete. Ein Sieger des Preisausschreibens wurde nach Recherchen des Herausgebers der nun vorliegenden Dokumentation, Wieland Giebel, Journalist und Chef des Berlin-Story-Verlags, seinerzeit nicht mehr bestimmt. Die europäische Eskalation im Jahr 1938 und der Zweite Weltkrieg kamen dazwischen.
Die Texte aber wurden in den 1970er-Jahren von einer neuen Forschergeneration wiederentdeckt. Was hat die frühen Nazis an Hitler fasziniert, wie war ihr Verhältnis zur Gewalt, wie wurden sie in den 20er-Jahren von ihren Mitbürgern behandelt, und wie waren sie mit den Braunen überhaupt zusammengekommen? Die nun neu sortierten, kommentierten und im Buch zum Teil faksimiliert präsentierten Bekenntnisse der Nazis sind keine objektiven Erzählungen.
Es sind Fanberichte. Harmlos, trotzig, drohend: Die Kernsätze reichen von „Wir sind Gott dankbar für diesen Führer“ und „Wir brauchten in dem Chaos einen Mann, der die Führung übernahm“ bis zum aggressiven Antisemitismus und der Kampfansage gegenüber Andersdenkenden: „Aus den Verwegensten der Verwegenen hatte ich ein kleines Rollkommando meines Sturms zusammengestellt.“

Vor Gleichsetzung wird gewarnt. Auch und besonders 80 Jahre nach dem Novemberpogrom von 1938. Aber vergleichen, das ist erlaubt. Mehr noch: empfohlen!
Der Rezensent Werner A. Perger ist langjähriger politischer Beobachter und schreibt regelmäßig für die Zeit und den Falter

NEU „Hitler – das letzte Jahr. Chronologie einer Apokalypse“

„Wir kapitulieren nicht, niemals. Wir können untergehen. Aber wir werden eine Welt mitnehmen.“ Adolf Hitler

Das letzte Lebensjahr Adolf Hitlers ist geprägt von einer unvorstellbaren Anzahl von Opfern, zynischer Menschenverachtung, dem Bruch mit der Zivilisation.

Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit und niemals danach sind mehr Tote, Verwundete, Vermisste und Vertriebene zu beklagen. Das letzte Lebensjahr Hitlers begann am 30. April 1944 – vor fast 75 Jahren.

Welche Befehle wurden erteilt? Wie veränderte sich Hitlers Führungsstil? Wann setzte sein Realitätsverlust ein? Welche Rolle spielten seine Krankheiten? War er drogensüchtig? War der äußere Verfall echt oder Fassade? Wie verhielt er sich privat und wie war sein Tagesablauf? Welche Reisen unternahm er und wo verbrachte er sein letztes Lebensjahr?

Noch nie wurde das letzte Jahr Hitlers chronologisch und so detailliert dargestellt – aus der Sicht Hitlers, durch Zeitzeugen und aus der Perspektive moderner Historiker. Das Buch wird ergänzt durch 230 Fotos, davon mehr als die Hälfte bisher noch nicht veröffentlicht, sowie durch bisher unveröffentlichte Dokumente.

Harald Sandner, Hitler – Das letzte Jahr, Berlin Story Verlag, 678 Seiten Großformat 17×24 cm, Hardcover 49,95 Euro. kaufen-button_web

 


Harald Sandner (58) ist der beste Kenner des Lebens von Adolf Hitler. Im Alter von 13 Jahren las er die Hitler-Biografie von Joachim Fest und ist seitdem mit dem Leben des Diktators befasst. Sein Hauptwerk, das Hitler-Itinerar, ebenfalls im Berlin Story Verlag erschienen, wurde verfilmt. Sandner führt in der zweiteiligen Fernsehdokumentation zu den entscheidenden Wendepunkten im Leben Hitlers.

 


„Hitler – das Itinerar, Aufenthaltsorte und Reisen von 1889 bis 1945“

6. Auflage kaufen-button_web

„Schier unmöglich schien es, nachzuvollziehen, wo Hitler sich an welchem Tag in seinem Leben aufhielt. So dachte man. Doch Harald Sandner hat sich an diese Arbeit gemacht. In 32 Jahren wälzte er Bücher, bereiste Archive, sprach mit Zeitzeugen, die Hitler persönlich kannten, oder las Zeitungen wie das Blatt der Nazi-Partei Völkischer Beobachter. So ist ein Standardwerk entstanden, auf das kein Historiker verzichten kann, der sich intensiv mit Hitler beschäftigt.“ – Armin Fuhrer, Dagbladet, Norwegen. 2.432Seiten + Text-CD 499 Euro. Das Itinerar wird 2019 in englischer Sprache erscheinen.

 


„Hitler – The Itinerary“ Fernsehdokumentation zum Hitler-Itinerar in englischer Sprache: The Ascent of a Criminal – The War Leader. Harald Sandner führt durch die Dokumentation von Magalie Mignot. Hitler was a nobody; he made a living by selling postcards in Vienna where he had Jewish friends. How did he become an anti-Semitic and the dictator responsible for both the bloodiest war in world history and the Holocaust? Why did millions of people follow him so fanatically until the very end?

DVD 105 Min, 19,99 Euro, nur im Bunker erhältlich, nur englisch.

Hitler — das Itinerar, 6. Auflage im Druck

„Wie soll das denn gehen, ein Buch für 499 Euro?“ Am 28. April 2016 erschien das Buch, vorgestellt im Deutschen Historischen Museum. Mit am Tisch saß Axel Drecoll, heute Chef der Brandenburgischen Gedenkstätten. Nach zweieinhalb Jahren geht das Buch gerade in die sechste Auflage, immer weiter ergänzt und aktualisiert. Es ist das anerkannte Standardwerk im Bereich Hitlerforschung. Viele Historiker haben in der Zwischenzeit ihre Forschungsergebnisse zur Verfügung gestellt, damit das Werk von Harald Sandner weiter abgerundet wird.

„Schier unmöglich schien es, nachzuvollziehen, wo Hitler sich an welchem Tag in seinem Leben aufhielt. So dachte man. Doch Harald Sandner hat sich an diese Arbeit gemacht. In 32 Jahren wälzte er Bücher, bereiste Archive, sprach mit Zeitzeugen, die Hitler persönlich kannten, oder las Zeitungen wie das Blatt der Nazi-Partei „Völkischer Beobachter“ So ist ein Standardwerk entstanden, auf das künftig kein Historiker verzichten kann, der sich intensiv mit Hitler beschäftigt.“ – Armin Fuhrer, Dagbladet, Norwegen

„Hitler – wie konnte es geschehen“ in Thailand


Boonchock Panichsilp berichtet auf The Momentum aus Bangkok über das Buch „Hitler – wie konnte es geschehen“

Die vierte Auflage des Buchs „Warum ich Nazi wurde“ befindet sich jetzt in der Auslieferung. Bei Amazon gab es inzwischen 14 Rezensionen von Kunden mit „bestätigtem Kauf“ – 14 mal 5 Sterne.

„Warum ich Nazi wurde“ in FREITAG

Anna Opel bespricht in der aktuellen Ausgabe des FREITAG  das Buch „Warum ich Nazi wurde“ aus dem Berlin Story Verlag.

„Der amerikanische Soziologe Theodore Abel veranstaltete 1934 in Zusammenarbeit mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels ein Preisausschreiben, bei dem sich bewerben konnte, wer vor 1933 in die NSDAP eingetreten war. 683 Einsendungen zum Thema „Warum ich Nazi wurde“ liegen im Lichtsaal des Maxim Gorki Theaters auf einem großen weißen Tisch, Schauspieler lesen Passagen vor.

Es ist der überraschende Auftakt der Performancetheater-Produktion Kultur verteidigen, die im Rahmen des Festivals War or Peace. Crossroads of History 1918/2018 am Maxim Gorki Theater zur Aufführung kam. Dokumentartheater-Purist Hans-Werner Kroesinger und seine Mitstreiterin, die Filmemacherin Regine Dura, setzen auf das Charisma der Texte und fordern zum Mitdenken auf: Kultur verteidigen zuerst die Teilnehmer des Preisausschreibens. Hertha zum Beispiel, die von der Schmach der Niederlage spricht, von der nationalsozialistischen Bewegung schwärmt. Als sie noch neu und Revolte war.

Die Texte geben Auskunft darüber, wie die ersten Nazis angefeindet wurden. Wie gerade das sie zusammenschweißte, Vaterlose und Benachteiligte, all jene, die sich an der Idee der völkischen Einheit begeisterten. An der Aussicht darauf, gebraucht zu werden. Diese erstaunlichen Bekenntnisse sind im gerade Berlin Story Verlag erschienen. Parallelen zur Tonlage heutiger identitärer Strömungen drängen sich auf. Und das, obwohl die bundesdeutsche Gesellschaft in einer völlig anderen Situation ist als die Nachkriegsgesellschaft der Weimarer Republik. Nation als Ausweg aus gefühlter Sinnlosigkeit, aus der Pulverisierung der Gesellschaft. Nation als Heilmittel gegen Abstiegsängste und Argument gegen das international agierende Großkapital …“

Lesen Sie den vollständigen Text von Anna Opel in FREITAG … 

Kein Halloween in der Hitler-Dokumentation

BILD empfiehlt zu Halloween im Berlin Story Bunker die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ zu besuchen. dort soll es lange, kahle Gänge geben. In Wirklichkeit befindet sich dort eine 2.500qm große Dokumentation über den Nazi-Terror. Hoffentlich liest das keiner. Sonst haben es die Mitarbeiter*innen im Service mit erst kreischenden und dann enttäuschten Teenies zu tun. 
 
https://www.bild.de/reise/deutschland/reise-deutschland/halloween-gruselige-orte-in-deutschland-beelitz-heilstaetten-57989058.bild.html

Morgenpost über „Warum ich Nazi wurde“

Ulli Kulke berichtet in der Berliner Morgenpost über „Warum ich Nazi wurde“, das Buch mit den von Theodore Abel 1934 gesammelten Biogrammen früher Nationalsozialisten, erschienen im Berlin Story Verlag.

BZ heute über Ungeschönt, das FHXB-Buch

 

Die BZ berichtet über Ungeschönt, das Buch über Friedrichshain und Kreuzberg nach dem Fall der Mauer bis heute.

Ungeschönt aus dem Berlin Story Verlag hier mehr Fotos sehen oder gleich bestellen.