Führerbunker — das Modell in „Hitler – wie konnte es geschehen


Das Modell des Führerbunkers, das einzige Modell, gebaut von der Filmarchitektin Monika Bauert für die Dokumentation Führerbunker, den letzten Teil von „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker.

Damit man sich vorstellen kann, wo der Diktator sich das Leben nahm und verbrannt wurde.

Jetzt ist Museums-Wetter …

 

Mit DuMont Berlin ins Berlin Story Museum

Diese beiden Besucher aus Dresden kamen heute mit DuMont Berlin ins Berlin Story Museum.

 

Käufer von DuMont direkt Berlin kommen zum ermäßigten Eintrittpreis rein, das ist weniger als eine Pizza, 4,50 Euro. Dafür gibt es das beste Berlin-Museum und noch zusätzlich den Dokumentarfilm „The Making of Berlin“.

 

Das Buch ist im Berlin Story Bunker erhältlich.

Party für alle — DUMONT direkt Berlin von Wieland Giebel

Berlin ist Party für alle. Ohne Einschränkung. Also auch Party für die Polizei — hier in Berlin darf jeder feiern, „hier soll jeder nach seiner Fa­çon glücklich werden„, sagt Friedrich der Große, der die wildesten Fêten (am Hof sprach man französisch) gab.

 

Die Eskapaden unser Bullen machen alles nur noch spannender.

 

Wieland Giebel hat DUMONT Berlin geschrieben, und  das sind die Kommentare:

… dabei erzählt Giebel in lockerem Plauderton, den man zugegebenermaßen mögen muss, der bisweilen recht bissig ist, den ich jedoch amüsant und erfrischend fand.

 

der wunderbar unkonventionelle Schreibstil von Wieland Giebel. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen, ja es ist manchmal durchaus provokativ. Vielleicht ein bischen Berliner Schnauze!? Sehr authentisch. Hier schreibt jemand, der seine Stadt kennt und liebt.

Pudelwohl fühlen sich die Berliner in ihrem Späti-Biotop zwischen Großstadteleganz und Mauerkunst, sie lieben ihre Freiheit und das Szeneleben und Party für alle.

 

Ein sehr schöner, moderner Reiseführer für alle … die Begeisterung des Autors für seine Stadt wirkt noch zusätzlich ansteckend.

persönliche Worte des Autors Wieland Giebel. Dieser betreibt Unter den Linden eine Buchhandlung, führt einen Verlag mit Berlin-Büchern und das Berlin Story Museum.

… sieht man sehr viel in kurzer Zeit von dem spektakulärem Berlin von heute und gestern. Auch die Empfehlungen von Lokalen sind sehr ansprechend. Die beiliegende Karte ist auch Klasse …

Berlin ist eine Mischung aus Adrenalin, Chillout und Grün.

 

Wieland Giebel ist wahrhaft ein Berlin-Experte, wie seine verschiedenen Tätigkeiten in Zusammenhang mit Berlin und seiner Geschichte zeigen: Er ist u.a. Gründer des Berlin Story Verlags und konzipierte das Berlin Story Museum.

… mit knappen Worten erstaunlich viel Wissen zu transportieren und dem Leser die Stadt nahe zu bringen …

… so findet sich im Buch auch ein Kapitel über „die Geschichte und Zeitgeschichte“ von Berlin – und wo man sich damit näher beschäftigen kann.

 

 

Topographie kennt uns nicht — schade

Im Eingang des Berlin Story Bunkers steht dieser Flyerständer, in dem wir zum Beispiel auf die Topographie des Terrors hinweisen und auf die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Im Berlin Story Museum lenken wir die Aufmerksamkeit mit einem Flyerständer mit 96 Fächern auf zeitgeschichtliche Einrichtungen, Touren die Bunker von Berlin Unterwelten und vieles mehr.

Heute kamen ein Familie, die sich am Infopoint der Topographie des Terrors nach uns erkundigt haben, die ausdrücklich nach dem Bunker mit der Hitler-Dokumentation und der symbolischen Rekonstruktion des Raums erkundigt haben, in dem der Diktator sich das Leben nahm.

Zum Glück hatte diese Familie einen 17 Jahre alten Sohn, der mit Google umgehen konnte. In wenigen Minuten waren sie bei uns. Die Auskunft, so die Familie, sei in der Topographie gewesen: Gibt es nicht. Kennen wir nicht. Wir wüssten das. Wir kennen alle Sachen zu diesem Thema auswendig.

Zur Erinnerung: Der Pressesprecher der Topographie, Kay-Uwe von Damaros, hält uns vor, wir würden Hitler-Disney betreiben. „Habe ich gar nicht so gesagt“, sagt er, und dpa sagt „Haben wir so auf Band.“

 

Ist das von früher?

Die Frage kommt immer wieder, ob es sich um ein historisches Eingangschild in den Berlin Story Bunker handelt. Für uns ist das sehr lustig – gutes Design.

Nein, natürlich ist dieses Schild ein Fake. Zur Nazi-Zeit wurde der Eingang nicht touristenfreundlich deutsch-englisch gekennzeichnet.

Beim Hintergrund des Schild handelt es sich um ein Foto der Bunkerwand. Die Schrift heißt Tannenberg, darüber kann man in der Wikipedia etwas erfahren. Der Rest ist Photoshop.

NS-Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg

„Noch heute zeugen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Dort, in der unvollendet gebliebenen, für 50.000 Menschen ausgelegten Kongresshalle befindet sich das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände.“ Aus der Homepage

Eine großzügige Empfangshalle mit Garderobenspinden und mit Bistro.

Einführung durch einen Sieben-Minuten-Film. Ein Skateboard-Pärchen fährt über das Gelände und erklärt.

Die Ausstellungstafeln sind wiederum sehr ähnlich wie im Berlin Story Bunker: Große Bilder, wenig Text, gut geschrieben. Die Texte sind nur deutsch, es gibt einen AudioGuide für andere Sprachen.

Das Bild haben wir auch, aber so groß, fast lebensgroß, kommt es richtig zur Geltung.

Wann die Tafeln mehr dunkel und wann sie mehr rot sind, hat sich mir nicht erschlossen. Bei meinem Besuch am Sonntag, dem 25. Juni 2017, war gerade eine große Gruppe junger Amerikaner da, die sich auf einer Geschichtstour durch Deutschland und angrenzenden Länder befand.

Die Ausstellung ist in die historischen Räume hinein gebaut. Der historische Orte ist überall sichtbar und wesentlicher Teil der Inszenierung.

Hervorragende Lichtregie, wirklich gute Ideen.

Und wieder die gleichen Bilder, selbst die Texte erscheinen so, als könnten sie vom gleichen Autor sein wie in „Hitler – wie konnte es geschehen.“

Innerer Ring der Kongresshalle, die noch dreißig Meter höher werden sollte.

Vom Reichsparteitagsgelände steht noch viel. Die Zeppelin-Tribüne, von der aus Hitler zu hunderttausenden seiner Anhänger sprach.

Das ist wie in einem Fußballstadion der äußere Ring. Hier gingen die Nazi-Besucher die Treppen hoch und auf der anderen Seite befanden sich die Tribünen des Zeppelin-Feld. In der Mitte standen oder marschierten die Einheiten, wie man es aus den Filmen kennt.

Nach den Besuchen in den drei NS-Dokumentationen in Deutschland, dem Besuch in Yad Vashem in Jerusalem und dem US Holocaust Memorial Museum in Washington kann ich sagen, dass die Dokumentation im Berlin Story Bunker die ausführlichste, die umfassenste ist, die es zur Geschichte des Nationalsozialismus gibt. Besucher, die die anderen Dokumentation kennen, bestätigen das. Vor einiger Zeit der Botschafter Israels, neulich eine amerikanische Familie, und heute gerade ein Historiker aus Ungarn. Eine weitere Beobachtung scheint mir wichtig. Im Berlin Story Bunker ist es in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ (anders als im Berlin Story Museum) still wie in der Kirche. Die Intensität der Wahrnehmung erscheint mir deutlich höher als in allen anderen Ausstellungen. Die Besucher gehen durch die gelbe Tür. Dann sind sie einen Moment im Bunkertreppenhaus ganz alleine. Alleine zwischen dem Nazi-Beton. Dann öffnet sich erst die Tür zum nackten Beton des Geschichtsbunkers. Die meisten bleiben zögernd stehen, bevor sie den ersten Raum betreten.

 

 

„Wer war Hitler“ — Weltpremiere des siebeneinhalb Stunden Films von Hermann Pölking beim Filmfest München

Wer war Hitler? Hier geht es zu den 17 Trailern der 17 Kapitel des Films …

In 17 Kapiteln werden die Lebensstationen Adolf Hitlers aufgezeigt. Durch die Schilderungen von Hitlers Zeitgenossen und die Darstellung seines Werdegangs fügt sich das Bild des Mannes zusammen, der wie kein Zweiter das 20. Jahrhundert geprägt hat.

Samstag, 25. Juni 2017, Weltpremiere. „Wer war Hitler“, der Film von Hermann Poelking. Übervoller Saal, siebeneinhalb Stunden eine intellektuelle, historische, künstlerische, organisatorische und technische Spitzenleistungen, vergleichbar nur mit der 2000 Seiten Hitler Biographie von Ian Kershaw.

 

Hermann Pölking meint nicht, für den Zuschauer alles vordenken, vorsagen und mit Attributen versehen zu müssen. Jeder Moment des Film ist voller Spannung, legt ein ungeheures Tempo vor, fordert intellektuell heraus, die Gedanken jagen sich beim Zuschauen. Es sind wirkliche neue, sagenhafte, überraschende Bilder. Es kommen keine Zeitzeugen vor, die etwas aufsagen. Der Zuschauer muss keinen Professor Schlaumeier ertragen, der das Böse erklärt. Es setzen keine Celli zum Crescendo an. Kein Sprecher aus dem Off erklärt, was ich gerade auf der Leinwand sehe. Der Film von Hermann Pölking ist der anspruchsvollste, den ich jemals zum Thema Hitler gesehen habe, er ist absolut zeitgemäß, in jedem Moment extrem spannend und keinesfalls künstlerisch überkandidelt.

NS-Dokumentationszentrum München

Ein ganz moderneres Gebäude in einer klassizistischen Umgebung – das geht, das kann an so machen. Hell sticht das NS-Dokumentationszentrum München hervor.

Ein großer Teil der Besucher besteht aus Schulklassen. Individualbesucher kommen eher nachmittags. In der Ausstellung sind Damen und Herren eines Wachdienstes, die gern kommen und gern (etwas) Auskunft geben, als ich am Freitag, dem 24. Juni 2017 zu Besuch bin.

Alle Elemente der Ausstellung sind hier gut zu erkennen: Tafeln mit großen Fotos (links), manchmal ergänzt mit kleinen Abbildungen und mit kurzem Text. Lichttische, auf denen die Dokumente abgebildet sind – durchgängig als Faksimile, also als Druck, nicht als Original. Rechts der Guide, der die Schulklasse in eineinhalb bis zwei Stunden durch die Ausstellung führt. Und im Hintergrund über die gesamte Front Fenster, eine riesige Fensterfläche.

Unangenehm wird es, wenn Lehrerinnen einer Besuchergruppe ohne TourGuideAnlage sprechen und dabei laut werden müssen. Das stört die Tourguides, das stört die Individualbesucher. Nur die Lehrerinnen selbst merken es nicht.

Bilder wie in der Dokumentation  „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker. In allen drei Dokumentationszentren finde ich Abbildungen, die wir auch ausgesucht haben. Jetzt bin ich froh, das alles erst im Nachhinein gesehen zu haben und mir nicht selbst vorhalten zu müssen, wir hätten etwas nachgemacht. Norman Bösch, der die visuelle Gestaltung von „Hitler – wie konnte es geschehen“ übernommen hat, war verblüfft, so viele ähnliche oder gleiche Fotos zu sehen. Sogar die Hintergrundfarbe der Tafeln ist ganz ähnlich wie die im Berlin Story Bunker.

Die Dokumentation ist sehr gut gemacht. Weil sie sich auf München konzentriert, ist sie kürzer als „Hitler – wie konnte es geschehen.“

 

Die Dokumentation fängt in der vierten Etage an. Die beiden oberen Etagen befassen sich mit der frühen Zeit des Nationalsozialmus, mit München als Hauptstadt der Bewegung. Alles andere, Krieg und Holocaust sowie das Ende, werden kürzer behandelt. Die Dokumentation geht bis heute, also zur Aufarbeitung der NS-Diktatur. Dabei springen die Ausstellungsmacher nicht zimperlich mit der Stadt München um.

 

Schöne Morgensonne scheint in das Gebäude. Und an diese hell bestrahlte Fensterfront kommt eine Projektion mit einem Mega-Beamer, der es schaffen muss, gegen die Sonne auszustrahlen. Wie bescheuert ist das denn? Gleich mehrere solcher Beamer kämpfen gegen die Sonne.

 

Sitzen kann man nur hier am Ausgang. Hinten vor den Fenstern liegen einig Bücher. Man kann sie sehen, wenn an genau hinsieht. Und noch dahinter links, wo man nichts sieht und am äußerten Ende in einer Ecke befindet sich die Buchhandlung. Das ganze Bauwerk ist absolut ungeeignet für eine Ausstellung. Die offenen Fensterfronten tragen auch nicht dazu bei, dass man sich mitten drin im alten braunen Viertel Münchens fühlt. Es wird ja gar kein Bezug zum Außen hergestellt. Die Architektur ist so kontraproduktiv, wie ich es in noch keinem Ausstellungsgebäude erlebt habe.

 

NS-Dokumentationszentrum Obersalzberg

Etwas zugewachsen inzwischen. So sieht heute aus, was Hitler damals vom Berghof aus sah.

Das Anwesen damals. Hitler verbrachte etwa ein Drittel seiner Regierungszeit in den Alpen.

Der Diktator lebte wie eine Künstlernatur. Er schlief lang, hatte keinen geregelten Alltag, es gab kaum noch Besprechungen mit den Ministern. Wo Hitler war, war die Macht des „Dritten Reichs.“ Deswegen beschreibt das „Hitler-Itinerar“ Tag für Tag, wo er sich aufhielt, mit wem er sprach, worüber, und wie Hitler von einem Ort zum anderen kam,

Auch aus dem Panoramafenster schweifte der Blick in die Weite in die Berge.

 

Heute informiert das Dokumentationszentrum Obersalzberg über die NS-Diktatur. Es liegt ein kleines Stück entfernt, ist gut mit einem Linienbus erreichbar und hat mehr als 170.000 Besucher pro Jahr. Der Weg vom Bahnhof Berchtesgaden ist immer auch englisch mit Eagel’s Nest ausgezeichnet.

Nachdem „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker nahezu fertiggestellt ist, wurde es Zeit, die Dokumentationen am Donnerstag, den 22. Juni 2017 zu besuchen, die sich mit dem Thema befassen, also den Obersalzberg bei Berchtesgaden, das NS-Dokumentationszentrum München und das Dokumentationszentrum Reichsparteitag in Nürnberg.

 

Dart, Bowling, Kegeln im Bahnhof Berchtesgaden. Was sagt uns das? Von dieser Seite ist es nicht gut zu erkennen …

Aber vom Gleis 1 aus erkennt man den vergleichsweise kleinen Ankunftstrakt für Staatsgäste, der voll erhalten aber nicht ausgewiesen ist. Der Durchgang führte damals zur eigener Vorfahrt. Von dort aus ging es dann direkt hoch auf den Obersalzberg zum „Führer“.

Dokumentation Obersalzberg, auf dem Sockel eines alten Gebäudes und mit Durchgang zu einem Tunnelsystem, das man besichtigen kann.

Die Empfangsszene mit Hitler als Vorkämpfer und Erlöser.

Die Dokumentation wurde etwa um das Jahr 2000 erarbeitet. Überwiegend sind es Text Bild Tafeln.

In der oberen Etage geht es weiter. Schwerpunkt ist die Zeit Hitlers auf dem Berghof, eingerahmt vor der gesamten Geschichte des Nationalsozialismus.

Als die Dokumentation entwickelt wurde, waren die Texte noch länger und die Abbildungen kleiner als in jüngeren Ausstellungen.

Hitler auf dem Sockel. Auch im Deutschen Historischen Museum steht Hitler auf dem Sockel und auch in der Dokumentation zum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Man fragt sich, ob den Ausstellungsmachern nichts besseres einfällt, als den Massenmörder auf einem Denkmalsockel zu präsentieren.

 

Richtig interessant ist das Tunnelsystem.

Es war nicht als letzter Regierungssitz für den Notfall geplant.

Die Anwesen der Nazi-Schergen, die allmählich alle gerne ein Haus auf dem Obersalzberg in der Nähe des „Führers“ hatten, waren miteinander verbunden. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde vertrieben.

Ausgeschildert ist alles gut. Besucherführung ist tatsächlich eine der wichtigen Fragen bei der Planung.

Eine Backpfeife für den kleinen Goebbels — Tagebuch der 15-jährigen Johanna Ruf

Oben: Johanna Ruf 1945, Bund Deutscher Mädchen (Ausweis)

Oben: Johanna Ruf, Oktober 2016 in der Dokumentation Führerbunker im Berlin Story Bunker

Johanna Ruf war 15 Jahre alt, als Deutschland unterging. Sie half in den letzten Tagen des Krieges im Anhalter Bahnhof, dann ganz zum Schluss im Lazarett am Führerbunker, also unter der Neuen Reichskanzlei. Sie ist die letzte, die ihr Schweigen nach Jahrzehnten bricht.

Johanna Ruf war bei der Eröffnung der „Dokumentation Führerbunker“ Ende des Jahres 2016 im Anhalter (Berlin Story) Bunker dabei. Sie erzählt dem Fernsehen erstaunlich anschaulich von damals. Bei einem Besuch bei ihr zu Hause zieht sie eine Schublade auf: „Das ist übrigens mein Tagebuch von damals. Ich habe an jedem Tag etwas auf Zettel geschrieben, nachher in ein Schulheft übertragen und dann abgetippt. Lange war es mir peinlich, weil ich Helmut, dem kleinen Goebbels, eine heftige Backpfeife versetzt habe. Der war so frech! Überdreht.“ Wenige Stunden danach wird Helmut von seiner Mutter Magda Goebbels ermordet worden – zusammen mit fünf Geschwistern.

Johanna Ruf berichtet, wie sich ihr Bann vom Bund Deutscher Mädchen schick macht, weil die jungen Damen den „Führer“ am 1. Mai 1945 begrüßen sollen. Kurzfristig wird der Besuch abgesagt. Dass Hitler sich da bereits in den Kopf geschossen hat, wissen sie noch nicht. Am 3. Mai 1945 erfahren sie, dass der „Führer“ verbrannt wurde. Die jungen Männer, die dabei waren, erzählen davon. Johanna kann es nicht glauben.

Die Ereignisse vor der Kapitulation und die Zeit danach, als sie bei der Roten Armee in Frankfurt/Oder dienstverpflichtet ist, werden hier so umfassend geschildert wie nie zuvor. Der besondere Wert von Johanna Rufs Tagebuch liegt in der Unmittelbarkeit ihrer Notizen. Das Tagebuch ist wissenschaftlich kommentiert, wo es zum Verständnis notwendig erscheint.

Das Buch hat 117 Seiten, kostet 12,95 Euro, ist im Berlin Story Bunker erhältlich, kann im Berlin Story Verlag bestellt werden und in wenigen Tagen im Buchhandel.