Kaiserzeit und Zwanzigerjahre mit Michael Bienert und Elke Linda Buchholz im Kolbe Museum

Donnerstag, 2. März 2017 um 19 Uhr: Gespräch mit Elke Linda Buchholz und Michael Bienert, den Autoren von Modernes Berlin der Kaiserzeit und der Zwanziger Jahre (Berlin Story Verlag)

Berlin befand sich im Tangofieber, als Georg Kolbe 1912 mit seiner „Tänzerin“ berühmt wurde. Die Stadt zählte über zwei Millionen Einwohner, besaß bereits eine U-Bahn, einen Flugplatz und ein aufregendes Nacht- und Kunstleben. Mit seinem 1928/29 bezogenen Atelierhaus fügte der Bildhauer der Stadt ein bedeutendes Zeugnis des Neuen Bauens in der Weimarer Republik hinzu. Wie lässt sich der Bildhauer in der Metropolenkultur vor und nach dem Weltkrieg verorten? Und wie forscht und arbeitet man eigentlich über die Kulturgeschichte dieser quirligen Zeit? Die Autoren Michael Bienert und Elke Linda Buchholz erzählen im Gespräch mit der Direktorin des Georg Kolbe Museums Julia Wallner aus ihrer Arbeit und stellen ihre Bücher zum Thema vor.

Zeit: 19.00 Uhr

Eintritt: 7 Euro / erm. 5 Euro (Museumseintritt)

Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin

Wir nehmen gerne Anmeldungen für diesen Termin entgegen: [email protected] oder 030-3042144

Nazis schicken Arzt nach Paris — danach ist der Patient tot — wird aber Märtyrer

Die Nazis ließen auch schon mal einen über die Klinge springen, wenn es darum ging, einen Märtyrer zu schaffen.

Dr. Karl Brandt, der Leibarzt des „Führers“ wird nach Paris zum Botschaftssekretär vom Rath geschickt. Nur leicht angeschossen war vom Rath nach der ärztlichen Visite zügig tot.

 

Zwei Tage später kam es zur „spontanen“ Reichskristallnacht, Juden wurden zusammengeschlagen, in KZs gebracht,  Ihre Synagogen und Häuser angezündet.

 

Wie nach dem Reichstagsbrand, als die Opposition mit brutaler Gewalt ausgeschaltet wurde,  diente den Nazis der Tod des Botschaftssekretärs als Vorwand. Hermann Göring brachte nach dem Pogrom gegen die jüdischen Deutschen eine Verordnung durch, dass „die Juden“ eine Milliarde Reichsmark als Sühne aufbringen mussten.

 

Hier hier rechts ist das Original Dokument aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amts, wie Karl Brand in Paris angekündigt wurde.

 

Wie in den vorhergehenden Blogposts geht es um die Vorbereitung der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“ im Berlin Story Bunker. Im Mai ist Eröffnung.

 

Ausführlich über diesen Fall berichtet Armin Fuhrer in seinem hervorragend recherchierten und geschriebenen Buch „Herschel. Das Buch ist für jeden ein Erkenntnisgewinn, der sich für junge Helden interessiert, für das Leben von Juden zur Zeit des Nationalsozialismus und für die ungeheure Brutalität der Nazis. Man kann es gut ab 14 Jahren lesen. Herschel war 18, als er Ernst vom Rath anschoss. Er wollte ein Signal setze.

 

 

 

 

 

Kann man mit dem U-Boot surfen? — U 977 auf dem Weg nach Argentinien

U 977 war das zweite der beiden deutschen U-Boote, die es nach Argentinien schafften – ohne Hitler. Nach einer Abstimmung der Mannschaft am Ende des Krieges verließen die 16 verheirateten Unteroffiziere das Boot, um zu ihren Familien zu kommen. Die anderen machten sich auf den lange Weg nach Mar del Plata. Sie mussten langsam fahren, um Diesel zu sparen, hätten gern auf den Kapverdischen Inseln einen kurzen Urlaub eingelegt – zu riskant, und waren 66 Tage ununterbrochen auf Tauchfahrt – Weltrekord.

Als sie aus der Gefahrenzone heraus waren, fuhr das Boot meist aufgetaucht und es wurde langweilig. Der Kommandant Heinz Schaeffer (24, rechts) schreibt:

„Man müsste im Ozean baden können, ist der Wunsch eines jeden. Ein Wellenreiter wäre ideal. Es gibt genug Holz und Seile. Noch am selben Tag wird ein neugebauter Wellenreiter in Betrieb genommen. Nur wollen wir lieber nicht hinter dem Heck, sondern seitlich gezogen werden. Die Leine wird vorn am Bug befestigt, dann steigt der Mutigste auf das schwankende Brett. Es macht wirklich einen Heidenspaß. Natürlich wird viel Salzwasser geschluckt, denn noch sind wir ungeübt in dem neuen Sport, und die meisten kennen ihn nur aus Kino-Wochenschauen.“

 

Am 17. August 1945 erreicht U 977 argentinische Küste. Der Verdacht, Hitler sei an Bord gewesen, kann bald entkräftet werden.

 

 

 

Dussmann Neueröffnung — Housewarming Party

Es wirkt wie ein Kindergeburtstag, aber es ist viel mehr.

 

Das gesamte Kulturkaufhaus ist umgebaut worden, bei laufendem Betrieb.

 

Die Mitarbeiterinnen planten mit – das ging über viele Jahre.

 

Catherine von Fürstenberg-Dussmann (rechts) zeigt mir die neu internationale Kinderbuchabteilung – ihre Idee. Und sie erkundigt sich, ob es mit Dussmann zusammenhängt, dass wir alle drei Läden geschlossen haben – nein.

 

Ich treffe mehrere Mitarbeiterinnen, die im Laufe der vielen Jahre von der Berlin Story zu Dussmann gegangen sind, teils dann noch weiter wanderten.

 

Einige sind Abteilungsleiterinnen.

 

Die Bücher des Berlin Story Verlags sind in allen Abteilungen gut präsentiert.

 

DANKE!

 

Besonders war auch das Catering. Erstmals nicht fleischlastig und phantasielos Currywurst-Klopse, sondern vielfältig, bunt, vegetarisch und vegan.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wilhelm von Boddien als Gast von Paul Spies bei „Berlin-Machern“


Wilhelm von Boddien wird im Märkischen Museum von Paul Spies als einer der Berlin-Macher vorgestellt.
Von Boddien berichtet, wie er im Alter von 19 Jahren für seine Schülerzeitung aus Hamburg nach Berlin kam – direkt nach dem Bau der Mauer. Eine Szene setzte sich bei ihm fest, wie ein Pärchen in Hochzeitskleidung auf einer Seite der damals noch niedrigen und oben mit Stacheldraht bespannten Mauer stand, auf der anderen Seite beide Elternpaare, alle Tränen in den Augen und daneben ein blutjunger Grenzsoldat mit Kalaschnikow, der aufpassen musste, dass sie sich nicht die Hand geben und der wiederum vom Wachturm aus unter Beobachtung stand.

Später fuhr er in den Osten und fragte in der nähe des riesigen, leeren Aufmarschplatzes, was das ist oder war. So erfuhr er vom Schloss. So ging es los. Jetzt ist das Schloss bald fertig und wird übergeben. Das Schloss gibt es nur, weil Wilhelm von Boddien sich unermüdlich dafür eingesetzt hat. Paul Spies gehört zu den ersten Nutzern, er baut mit einem Team die Berlin-Präsentation – Berlin und die Welt. Im Märkischen Museum wird es ab etwa 2023 um Berlin mit Innensicht gehen.

 

Was dann über die Situation im Humboldt Forum zu erfahren ist, macht nicht optimistisch. Die Kuratoren wissen jetzt schon. um welche Themen es gehen wird. Das Humboldt Forum soll Katalysator für Weltbürgerschaft sein.
Von Boddin runzelt die Stirn: Keep it simple. Für ihn ist nicht verständlich warum das erste Diskussionsthema für die Entwicklung des Humboldt Forums der § 175 ist, der Homosexuellen-Paragraph. Er frage sich, ob das eine zentrale Frage von Berlin im Verhältnis zu Welt sei.

Es scheint, bekommt man den Eindruck, dass immer noch kein tragende Konzept für das Humboldt Forum vorhanden ist. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Einrichtungen und die mit Neil MacGregor hat sich wohl immer noch nicht intensiviert. Paul Spies will Menschen die Möglichkeit geben, sich in der Berlin-Präsentation darzustellen. Dafür sollen einige Räume leer bleiben. Man will mit Formaten zum Beispiel nach Neukölln gehen und Menschen von dort ins Humboldt Forum bringen.

Von Boddien legt nahe, den Eintritt ins Humboldt Forum kostenfrei zu gestalten. Spies argumentiert, dann wolle die Museumsinsel, die anderen Berliner Museen und alle in Deutschland das auch so haben. Der Gast kommt darauf hin nicht mehr oft zu Wort. Die Diskussion um freien Eintritt nimmt großen Raum ein. Von Boddien mahnt, das sei ja nur eine Randfrage. Gut wäre, würde geklärt, welche Grundidee das riesige Gebäude trage. Viele von Wilhelm von Boddiens Anhängern sind eigentlich ins gut besetzte Märkische Museum gekommen, um ihn zu hören.

 

 

Bunkertour mit Studenten aus Lausanne

Aus Lausanne in den Bunker. Dies ist die letzte der Gruppen, die Enno heute durch den Bunker führt.

 

Tourismus Berlin 2016 — seit 2006 fast verdoppelt

Quelle: Statistisches Landesamt

Hitler – wie konnte es geschehen — die Dokumentation zum „Dritten Reich“

Dutzende Ausstellungstafeln, eine Palette Fernseher und ein Umzugskarton voller Mediaplayer kommen im Berlin Story Bunker an – ein bisschen wie Weihnachten.

 

Erstmal machen wir aber nur Licht- und Stellproben mit den Tafeln.

 

In der kommenden Woche werden die Tafeln montiert.

 

Klingt, als sei man dann fertig. Aber der schwierige Teil der Gestaltung geht dann erst los.

 

Im Mai eröffnet die Dokumentation über drei Etagen des Bunkers.

E I N G A N G ! ! ! — weil manche an den Stahltüren einfach stehen bleiben

Besser ist, man geht weiter, dann kommt man rein. Weil aber immer wieder welche scheuen, kommen jetzt diese modernen Schilder an den Bunker.

Anden oder Alpen — ist doch egal — Hitlers Ferienhaus in Argentinien

Noch ein Beitrag zum Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“. Dieses Foto ist nicht aus dem Film, sondern aus einem Buch zum gleichen Thema, dass nämlich Hitler in Argentinien überlebt haben soll. Jan von Helsing und Stefan Erdmann stehen vor dem Haus, in dem Hitler lange Zeit in Argentinien in den Anden gelebt haben soll.  Aus dem Kamin des Hauses qualmt es. Da ist also jemand anwesend. Sie stehen einfach da, touristisch bekleidet, warme Sachen, es ist kalt in den Anden. Offensichtlich sind sie da ganz einfach hingegangen. Es sieht jedenfalls nicht so aus, als seien sie geschwommen.

 

Im Film „Hitlers Flucht“ wird diese Grafik eingeblendet. Man sieht, wie schwer man an das Anwesen herankommt, nur übers Wasser. Das Boot hält versteckt hinter einer Insel, damit man es vom Haus aus nicht sehen kann. Dann schwimmt ein Kampfschwimmer auf das Grundstück. Spannungsmusik. O-Ton im Film: „Das Abzeichen der Spezialkräfte zeigt, was wir können, an Land, zu Wasser und in der Luft. Wir müssen äußerst vorsichtig sein. Wir sind nicht auf einem Fronteinsatz. Wenn man hier auf uns schießt, können wir nicht zurückschießen.“

 

Guckt man dann bei Google Maps, stellt sich die Situation ganz anders dar. Unmittelbar am Haus vorbei führt eine Fernstraße. Es sind nur wenige Schritte von der Straße zum Haus, vielleicht etwas mehr als 100 Meter.

Im Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ hechtet ein Kampfschwimmer vom Boot und taucht unauffällig an das Anwesen heran.

Im Film: Das Inalco-Haus in „Hitlers Flucht“. Es wird nur von Ferne gezeigt, weil man an dieses geheimnisvolle und gut gewachte Haus angeblich nicht herankommt. Der Kampfschwimmer musste aufgeben, er kommt unverrichteter Dinge zurück, weil ihn jemand gesehen hab.

Im Film: Der Kampfschwimmer pirscht sich dann an das Haus heran. Er entdeckt eine Rampe, an der Wasserflugzeuge herausgezogen werden können. Es gibt kein Bild, auf dem der Kampfschwimmer zusammen mit dem Haus zu sehen ist.

Den Autoren des Buchs „Hitler überlebte in Argentinien“ scheint es kein Problem gewesen zu sein, sich vor dem Haus gegenseitig zu fotografieren- Seite 293 des Buchs.

„Hitler überlebte in Argentinien“ – die Autoren dieses ausführlichen Buchs werden im Film „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ nicht erwähnt. Sie stehen in Konkurrenz zu den Verschwörungstheoretikern, die beim Film mitgemacht haben.

Gestern, am Sonnabend, habe ich im Berlin Story Bunker zwei Führungen „Dokumentation Führerbunker“ gemacht.

 

Erst geht es dabei um die apokalyptischen Tage im Anhalter Bunker am Ende des Zweiten Weltkriegs und anschließend um die Situation im Führerbunker. Goebbels hatte alle Lebensmittelvorräte freigegeben, es gab Champagner, Endzeitstimmung.

 

Gestern waren Besucher aus Deutschland, England, Irland, Japan. der Schweiz, Italien, Frankreich und Dänemark da. Als es dann am Modell des Führerbunkers um das Ende Hitlers ging, kam wieder die Frage auf, ob es sein könnte, dass er nach Argentinien entkommen ist.

 

Fast immer beruht diese Frage auf der achtteiligen Serie „Hitlers Flucht – Hunting Hitler“ einer amerikanischen Produktionsfirma. Der Film lief in Deutschland zum Beispiel auf n-tv. Der Vertrieb der Firma verkauft in 160 Länder, daher haben so viele zeitgeschichtlich interessierte Menschen ihn gesehen.

 

Deswegen gehe ich hier nochmal auf den unglaublichen Mist ein, der den Menschen in dieser (technisch gut gemachten, überzeugenden) Produktion vorgesetzt wird.

 

Die Zuschauer werden in diesem Film gleich mehrfach verschaukelt. Erstens mit dieser Verschwörungstheorie überhaupt – siehe dazu meine beiden vorigen Blogposts. Es ist völliger Unsinn, dass Hitler entkommen sein könnte. Er nahm sich – wie lange und mehrfach und direkt zuvor – angekündigt das Leben. Gift und Schuss in den Kopf.

 

Der Film „Hunting Hitler – Hitlers Flucht“ will die Zuschauer aber mit fast jeder einzelnen Szene weiter verblöden. Dieses Beispiel über das Inalco Haus habe ich jetzt etwas ausführlicher dargestellt.

 

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele ausgemachten Blödsinns in „Hitler Hunting“.

 

In Berlin entdeckt der investigative Journalist ein riesiges Tunnelsystem. WOW! Die U-Bahn.

 

Und die Tunnel unter dem Flughafen Tempelhof. WOW!

 

Darüber gibt es mehrere Bücher, zahlreiche Fernsehberichte und historische Filme, wie in der Nazi-Zeit unter Tempelhof die Flugzeuge zusammengeschraubt werden.

 

Diese ausführliche Berichterstattung im Blog ist Teil der Vorbereitung auf die Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“, die im Mai im Berlin Story Bunker eröffnet wird.

 

Mehr zu „Hitler Hunting“ in zwei weiteren Blogposts …

Tunnel nach Tempelhof und U-Boot nach Argentinien …

Hitler escape fantasy …