Silvester korrekt – von TXL direkt in die Berlin Story

Rote Koffer aus Tegel

silvester

Vom Flughafen mit den roten Koffern direkt in die Berlin Story, um Fotos im Trabi zu machen – da freuen wir uns.

Dann kam Prof. Alexander Koch vorbei, nannte eine Zahl und wir wurden vor Ehrfurcht ganz klein.

Er berichtete, wie viele Besucher er gestern hatten. Wir kamen auf knapp ein Zehntel davon. Für Norman Kirsten, den Museumsleiter, ist das doch eine schöne Herausforderung.

Iva, die in diesen Tagen an der Museumskasse sitzt, berechnete, wie wir dann mit unseren AudioGuides hinkommen würden.

 

Vor dem Laden:

„Das ist da so voll … kriegt man da was geschenkt?“ –

„Nee, da gibt es doch nur Bücher.“ –

„Nicht Bücher, das ist der Laden, wo überall Berlin draufsteht.“

Tag vor Silvester – Einlass-Stau

2012_12_30_01Am 30. Dezember 2012 wird es etwas voll. Vor dem Eingang staut es sich.

 

Es ist für das Museum (wiederum) sowie für die Buchhandlung der am besten besuchte Tag des Jahres.

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Alexander Kraft über den Chemiker Johann Heinrich Pott im Bär von Berlin 2012

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Dr._Alexander Kraft veröffentlicht im soeben erschienen Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins von 1865 einen ausführlichen Beitrag über den Chemiker Johann Heinrich Pott (1692 bis 1777).

Zum Lesen der ersten Seite bitte Bild anklicken.

 

Das Jahrbuch ist zum Beispiel erhältlich beim Neujahrsempfang des Vereins für die Geschichte Berlins am Dienstag, dem 8. Januar 2013 um 18.30 Uhr. Da kann man auch Mitglied werden.

Dort spricht der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Florian Mausbach über „Kleider machen Leute – Bauten machen Staat. Die architektonische Selbstdarstellung unseres Staates von der Bonner zur Berliner Republik“.
Mausbauch machte sich als junger Mann mit der Besetzung und Rettung von Bethanien verdient. Bethanien sollte 1968 abgerissen werden.

Alexander Kraft hat im Berlin Story Verlag Chemie in Berlin veröffentlicht. Es handelt sich um eines der besten Bücher, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben.
Hier geht es zur ausführlichen Besprechung von Chemie in Berlin von Alexander Kraft. das Buch ist in der Buchhandlung Berlin Story Unter den Linden 40 und überall im Buchhandel erhältlich.

Mehr über Chemie in Berlin auf der Seite des Berlin Story Verlags …

 

Chemie in Berlin

Lum Lesen bitte klicken.

Museum – der am besten besuchte Tag im Jahr

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Museumshop, ziemlich voll

Die Zeit mit dem stärksten Umsatz im Jahr sind die Tage nach Weihnachten und bis kurz nach Neujahr.

Deutsche Leitkultur

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Das Café ist verschwunden …

Die Besucher gehen nach hinten durch, sehen sich irritiert um, „Das Café ist weg…?!“

Stimmt, vor zwei Jahren war es noch da. Da befand sich die Buchhandlung noch Unter den Linden 26. Wir freuen uns sehr, dass uns die Gäste so gut in Erinnerung behalten und merken an solchen Beispielen, wie viele Stammkunden wir haben, die in größeren Abständen kommen.

Neulich haben wir einen Gutschein über Eintrittskarten für den Berlin Story Salon umgetauscht.
„Umgetauscht“ ist nicht das richtige Wort, nicht juristisch und nicht tatsächlich.
Da aber der Salon ebenfalls vor zwei Jahren nach einer großen Silvesterfeier und mit eine prachtvollen Geburtstagsfeier schloß, haben wir den traurigen Kunden einige Bücher als Trost gegeben.

Vergleichbares? Gibt es leider nicht.

25. Februar 1713, Friedrich Wilhem wird König – Bernd Müller führt und erzählt

Friedrich_Wilhelm_I_1713Bernd Müller erzählt, es sei er dabei gewesen. Vor 300 Jahren wurde Friedrich Wilhelm I. König

Am 25. Februar 1713 starb Friedrich I.,  König in Preußen. Friedrich Wilhelm, der bis zuletzt bei seinem sterbenden Vater gewesen war, ließ sich, nachdem er das Totenzimmer verlassen hatte, als erste Amtshandlung den Etat bringen, um ihn kurzerhand durchzustreichen und für nichtig zu erklären.“

Bernd Müller, der letzte Ureinwohner des Nikolaiviertels, ehemaliger Bezirkschornsteigfeger, begibt sich am Montag, dem 25. Februar 2013 auf seine Spuren. Es geht um 12 Uhr los bei Marx und Engels.

Jüdische Familien müssen für die Erneuerung ihres Aufnahmeprivilegs 8.000 taler zahlen; der König fördert den Hausbau, weil das Steuern bringt; aus dem Lustgarten wird ein Exerzierplatz; das erste Berliner Kaffeehaus wird an der Stelle des heutigen Doms eröffnet (Steuereinnamen); aus dem Pesthaus wird die Chartité; die Maurergesellen, die an der Petrikirche arbeiten, legen wegen Abschaffung des blauen Montag die Arbeit nieder. Dienstmädchen und gemeine Weibsleute dürfen keine seidenen Kleidungsstücke mehr tragen.

Dies und vieles mehr erfahren Sie am 25. Februar 2013 live.

Algarotti – der Kumpel von Friedrich II.

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Bei Algarotti denke ich an Brokkoli und bei Broccoli an Algarotti. Francesco Algarotti hat nämlich Broccoli-Samen aus Italien nach Sanssouci geschickt. Das kommt in unserem Buch vor, dem Briefwechsel zwischen Friedrich dem Großen und dem Grafen Francesco Algarotti. In diesem Buch geht es aber um mehr als um Kreuzblütengewächse.

Mit das Erstaunlichste an solchen Biografien ist ja, wie viel man herausfinden kann, wie viel Norbert Schmitz herausgefunden hat.

Algarotti (am Tisch rechts, braune Joppe, vorgebeugt) kennt ja jeder, denn er sitzt am Tisch der Tafelrunde (Bild unten) und unterhält sich quer über die den Tisch hinweg mit Voltaire (links und lila). Über Voltaire hatte Algarotti den gleichaltrigen (1712 geboren) Friedrich bereits 1739 in Rheinsberg kennengelernt. Seitdem verbindet sie eine Freundschaft, weil beide sich intensiv mit der neuen Zeit auseinandersetzen, die wir heute die Aufklärung nennen.

Dann denkt man bei Algarotti an den Brief, den Schmitz ausgegraben hat, den Friedrich als allerersten nach seiner ThronBESTEIGUNG an Algarotti schreibt. Darin geht es um die Freuden des Orgasmus. Wir wollen das hier nicht vertiefen, im Buch findet man die Stelle auf Seite 36 ff.

Algarotti stammte aus einer wohlhabenden Familie, studierte in Bologna, an der ältesten Universität Europas Mathematik, Astronomie, Physik, Anatomie und Schöngeistiges, Philosophie. Er war also universell gebildet. 1735 war er von Voltaire in dessen Schloss Cirey eingeladen wurden, im Alter von 23 Jahren. Algarotti hatte da bereits über Isaak Newton promoviert. Zwei jahre später veröffentlichte Algarotti das Buch „Newton für die Dame“, das in viele Spachen übersetzt wurde und ihn berühmt machte.

Intellektuell begegneten sich Friedrich und Algarotti auf gleicher Höhe, aber Friedrich hatte Macht und Ansehen und Geld, Algarotti war Kammerherr, also Unterhalter des Königs, zwar in den Grafenstand erhoben, aber mäßig bezahlt. Richtig arbeiten im bürgerlichen Sinne konnte für Algarotti nicht in Frage kommen. Als ehemaliger Kunsteinkäufer am sächsischen Hof (nicht sehr befriedigend als Job, fehlende Anerkennung) wäre für ihn in Preußen zum Beispiele ein Gesandtschaftsposten passend gewesen.

Norbert Schmitz beschreibt sehr schön, dass Friedrich (27) gerade mit den Vorbereitungen für einen Raubüberfall auf das Land von Maria Theresia (24) beschäftigt war und auch deshalb für die Probleme Algarottis nicht viel Zeit hatte.

Und dann die Geschichte mit der Tänzerin Barbarina. Algarotti hatte sich in sie verknallt. Barbarina war von Friedrich nach Berlin verpflichtet worden, machte sich aber mit einem Liebhaber nach Venedig aus dem Staub. Venezien wollte sie nicht an Friedrich ausliefern. Friedrich setzte (völlig unberechtigt) zwei venezianische Diplomaten fest und verlangte erneut die Auslieferung Barberinas – diesmal mit Erfolg. Barbarina brachte, so heißt es, Polenta und Lasagne nach Berlin. Der unglückliche Algarotti verliebte sich und machte in seinem Schmerz erst einmal einige Monate Berlin-Pause.

Noch mehr Sex and Crime? Die Geschichte, wie Voltaire in seinen Memoiren seinen Gönner Friedrich als homosexuell verleumdete. Das galt ja lange Zeit mehr als anstößig, als kriminell.

Norbert Schmitz schreibt nicht für die Regenbogenpresse. Aber diese Geschichten, die er nicht ausspart, zeigen, wie das Leben war und wie diese Intrigen auch in der Zeit der Aufklärung eine bedeutende Rolle spielten.

Schmitz entwickelt sehr schön die Vielseitigkeit Algarottis, seinen schillernden Charakter, seine europäischen Netzwerke.

Dass der in Norwegen lebende Schmitz sich wissenschaftstheoretisch damit beschäftigt, wie aus einem tatsächlichem Leben eine davon in gewisser Weise getrennte Biografie wird, dass es sich um eine Fiktion des Faktischen handelt, das kommt diesem Buch enorm zugute

Schmitz, Norbert, Der italienische Freund, Francesco Algarotti und Friedrich der Große, 2012, 224 Seiten, 25 €.

 

Mehr über Algarotti und Friedrich im Briefwechsel der beiden, herausgegeben von Wieland Giebel …

 

Carl von Siemens – hervorragende Biografie von Martin Lutz

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Ohne Carl von Siemens gäbe es Siemens als Weltunternehme nicht. Er ist der Pionier der Globalisierung. Carl, zwölf Jahre jünger als Werner von Siemens, baute das Telegrafienetz in Russland für den Zaren auf. Das brachte Geld, Ansehen und Erfahrung. Die Streckenwärter steckte er mit Erlaubnis des Zaren in schicke Uniformen, gab ihnen Status und bildete damit ein besonderes Image des Unternehmens.

Martin Lutz erläutert in dem hervorragend ausgestattetem Band mit zahlreichen Abbildungen, wie man eigentlich eine Weltfirma aufbaut und was den Kern eines Unternehmens ausmacht. Wir erleben in diesem Buch, wie die Verkabelung der Welt begann, welche ungeheuren technologischen Sprünge um 1850 den Aufbau einer grenz- und kontinentüberschreitenden Telekommunikation möglich machte. Es entstand damals das erste globale Netzwerk für schnelle Kommunikation, Siemens hatte entscheidenden Anteil und Carl von Siemens war sozusagen das mobile Einsatzkommando des Unternehmens.

Mich macht ja mit Lebens- und Unternehmensgeschichten fast immer glücklich. Hier hatte ich bedenken, ob jemand, der an der Humboldt Universität forscht, die Geschichte auch gut schreiben kann – Lutz kann das, zügig, interessant, mit richtiger Schwerpunktsetzung und mit ausreichendem aber nicht übertrieben detaillierten politischen, wirtschaftlichen und technischem Hintergrund. Immer bleibt Carl von Siemens als Mensch im Mittelpunkt. Hunderte, tausende Briefe sind erhalten, an denen Martin Lutz sich entlanghangeln kann.

Carl von Siemens stieg mit 23 Jahren ins Telegrafengeschäft ein, wurde in Paris über den Tisch gezogen, in London ging es ihm auch nicht gut – was für ein Start, der andere hätte niederschmettern können. Dann ergab sich die Chance mit Russland. Er zog in die Hauptstadt St. Petersburg. Später in den 1860er Jahren, hatte er entscheidenden Anteil an der Telegrafenleitung von London nach Kalkutta. Was für eine logistische, technische, wirtschaftliche Herausforderung!

Das Buch ist gerade erst erschienen und man könnte locker schaffen, es in den restlichen Weihnachtsferien zu lesen.

Das Buch ist noch nicht im WebShop.

Lutz, Martin, Carl von Siemens

1829-1906
Ein Leben zwischen Familie und Weltfirma

2013. Buch. 415 S. mit 119 Abbildungen, 29.95 Euro.

Heiliger Abend Unter den Linden

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