Unter den Linden 40 – wieder ein neues Buch

Wieder ein neues Buch am Freitag. Am vergangenen Freitag kamen zwei neue Titel, Montag kommt der nächste.

Dieses Buch ist ein Klopper. Nicht nur, weil es sich um das Haus handelt, in dem sich die Berlin Story und das Historiale Berlin Museum befindet, sondern weil es ein weiterer Titel ist, der absolut Kleinteilig die Geschichte Berlins darstellt, aber extrem gründlich recherchiert und so anschaulich, wie wir Geschichtsbücher gern machen.

Dr. Dagobert Hoebbel hat mehrere Jahre recherchiert, Archive durchstöbert, Abbildungen gesucht, die frühen Bewohner des Haues, ihre Berufe, ihre Lebensweise, ihre Schicksale verfolgt. Er hat die Toiletten gezählt (3) und die Tätigkeitsgruppen der Bewohner im Jahr 1849 katalogisiert (9).

Wie das Buch über den Luisenstädtischen Kanal  Auf Britzer Sand gebaut oder die Kaiserhöfe handelt es sich um einen kleinen Brillanten der Berlin Geschichte.

Das Buch schildert zunächst die Entstehung der Dorotheenstadt, das entbehrungsreiche Leben selbst zu bürgerlichen Zeiten, die königlichen Bauten, Bäcker, Schneider und immer wieder Buchhändler – seit 200 Jahren.

Unter den Linden 40 – ein Stück Berliner Boulevard und seine Umgebung …

 

 

Oh wie schön …

Email aus der Buchhandlung:

… Zitat eines Kunden, der gerade das Buch “ Strasse des Fortschritts“ von Uli Giersch kaufte:

“ Och wie schön, dass es Sie gibt, ich wüßte sonst wirklich überhaupt nicht, wo ich so etwas finden würde – vielen Dank!“

Hier kann man Straßen des Fortschritts bestellen …

So haben wir das Buch im Rundschreiben der Berlin Story besprochen:

Auf der Straße des Fortschritts. Die Stadtpläne der DDR – Zeugnisse vom Leben im Sozialismus, Dirk Bloch/Gerald Noack, Bien & Giersch, 144 Seiten, 24×22 cm, Broschur, 19,80 Euro.

Stadtpläne der DDR, Zeugnisse vom Leben im Sozialismus. Für Experten? Nein, aber nachher sind Sie Experte. Originalausschnitte von Plänen mit sehr schöner Beschreibung. Wo der BND heute an der Chausseestraße baut, war das Stadion der Weltjugend, davor das W.-Ulbricht-Stadion, „Zickenwiese“ genannt wegen Ulbrichts Spitzbart, und davor, noch 1950 mit fließender Panke und Stettiner Bahnhof. Super zum Verschenken, weil außergewöhnlich.

Kreuzberger Senioren erzählen von früher

Im Kreuzberg Museum wurde heute das Buch “Stillstand und Bewegung. Menschen in Kreuzberg. Fotografien aus den 70ern und 80ern” aus dem Berlin Story Verlag vorgestellt, herausgegeben von Ellen Röhner und Erik Steffen (rechts, vortragend).

Die Buchvorstellung fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe STADT LAND BUCH des Buchhandelsverbandes statt.

Erik Steffen berichtete über die Zeit, um die es im Buch geht, Anfang der Siebziger bis Ende der Achtziger. Hausbesetzungen, Straßenschlachten (Foto rechts von Toni Nemes vom 1. Mai 1987), die Mauer und der Alltag.

Michael Hughes erzählte davon, wie er 1982 aus London nach Berlin kam, als die gewalttätigen Demos gegen Reagan stattfanden. Seine Freunde waren Marxisten (keine Trotzkisten!)  und militante Feministinnen …  „Sie waren sehr geduldig mit mir“. Zum Foto auf der Leinwand: „Ich war auch da, wir hatten einen Stand. Die Polizei kam auf zugerannt – pure Angst in den Augen.“

Wieland Giebel (Mitte) konnte über die frühe Zeit etwas sagen, wie Klaus der Geiger aus Köln auf dem Fest auf dem Mariannenplatz 1972 spielte.

Typisch Kreuzberg: Wenn eine Besucherin dauernd stört und man nicht weiß, ob sie voll oder krank ist, kann man sie nicht rausschmeißen und noch weniger die Polizei holen …

Das Buch gibt es in der Berlin Story Unter den Linden, im Kreuzberg Museum, überall im Buchhandel sowie in der Marheineke Halle in der Browse Gallery, wo die Ausstellung noch bis zum 1. Dezember 2012 in der Galerie über der Marheineke Hall zu sehen.

 

 

ZITTY über die Urlaubsziele von Wieland Giebel

Klicken zum besser Lesen …

99 Cent eBooks – Werbung oder Kulturerhalt?

Das Verlagswesen ist eine komplizierte Sache. Verlage sind Wirtschaftsunternehmen, haben einen kulturpolitischen Auftrag und sind mit der Buchpreisbindung gesegnet und gebeutelt zu gleich.

Daher sind Entscheidungen über Bücher und deren Neuauflagen nie einfach. An sich sollte kein Titel vergriffen sein. Zum anderen kann man sich nicht ewig das Lager mit schwer verkäuflichen Werken vollstellen. Irgendwann muss man die Entscheidung treffen, ob Titel markuliert werden oder nicht. Doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels, oder sagen wir mal ein Teelicht. Zur Zeit der eBooks können wir alle Titel verfügbar halten – aber eben „nur“ als eBook. Auch das Konvertieren in eBooks kostet Zeit und Geld und lohnt sich für viele Werke aus wirtschaftlicher Sicht nicht. In einem früheren Blogbeitrag habe ich die Details erklärt.

Die nächste Frage ist die nach dem Preis. Ein Buch, welches wir nicht mehr verkaufen konnten, hat entweder den Markt bereits gesättigt, der Inhalt war nicht gut, der Preis zu hoch oder das Marketing falsch. Unterm Strich haben wir nicht mehr viel dran verdient. Setzt man nun das eBook zum gleichen Preis in die Marktplätze, wäre es eher verwunderlich, wenn es ein Bestseller wird. Also versuche ich als Verleger, mit den Autoren zu sprechen und diese davon zu überzeugen, einen geringeren Preis zu nehmen. Sie verlieren dabei finanziell nicht viel: Bisher wurde das Buch gar nicht mehr verkauft, nun kann es wieder in kleinen Mengen verkauft werden. Je niedriger der Preis ist, desto höher ist die Chance, dass es sich häufig verkauft. Statt also einen geringen finanziellen Erfolg zu haben, kann man den Titel verfügbar halten und Lesern einen günstigen Zugang zu seinen Werken geben. Und dadurch auf den Autor und natürlich den Verlag aufmerksam werden.

Bei einigen der älteren Titel, die auch ohne Bildrechte auskommen, setzen wir den Preis gar auf 99 Cent. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich die 99 Cent-Titel sehr gut verkaufen, die Umsätze bei den anderen eBooks dadurch aber nicht zurückgehen. Somit kann man es als eine Kombination aus Werbung und Kulturerhalt sehen und den Absatz der regulären Bücher stärken.

Neben den großen Plattformen haben wir nun die ersten Titel auf 99cent-ebooks.de eingestellt und warten gespannt auf das Ergebnis.

 

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Kommen und Gehen Unter den Linden als Ebook

Kommen und Gehen Unter den Linden jetzt als Ebook für 99 Cent …

 

Mehr zum Thema Ebooks, Preisgestaltung und Kulturerhalt von Enno Lenze im Blog des Verlags …

Tucholsky auch als Ebook – jetzt sofort auf den Reader!

Kurt Tucholsky, seine Liebe, sein Leiden, seine Abenteur und Perspektiven … jetzt direkt im Reader lesen, komplett für 99 Cent …

Menschen in Berlin – Buchvorstellung im Kreuzberg Museum

 Buchvorstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe STADT LAND BUCH einladen: 

„Stillstand und Bewegung. Menschen in Kreuzberg. Fotografien aus den 70ern und 80ern“ (Berlin Story Verlag) 
 am Donnerstag, den 29.11. um 20 Uhr im Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg, Adalberstr. 95A, Dachetage
  
Eindrucksvolle Momentaufnahmen aus einem Berliner Bezirk, der damals weder Mythos noch Szene war.
Hinter den Bildern liegen Geschichten von Orten, Menschen und Situationen. Sie sollen ausschnittartig freigelegt werden. Herausgeber Erik Steffen auf einer Spurensuche mit Gästen wie dem beteiligten Fotografen Siebrand Rehberg. 
Wie entstanden diese Fotos, was und wen zeigen sie? Erinnerungen an Kreuzberger Typen wie Jesus, den fußballbegeisterten Punk. 

Kreuzberg Museum
Adalbertstr. 95A, 10999 Berlin, Tel. 50585233

 

China – Berlin – Taiwan


Den Buddy Bären Berliner Netz mit dem Linienplan von U- und S-Bahn haben wir heute nach Taiwan verkauft.
Hergestellt wurde er in China.

Michael Bienert – Zwanziger Jahre – Hufeisensiedlung

Michael Bienert liest in der Info-Station der „Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz“ vor 25 Besuchern aus seinem Buch „Die Zwanziger Jahre in Berlin.“

Michael Bienert und Elke Linda Bucholz schrieben das Buch für den Berlin Story Verlag vor mehreren Jahren.

Jetzt liegt die 4. Auflage der „Zwanziger Jahre in Berlin“ vor, vollständig überarbeitet mit Änderungen auf zwei Drittel aller Seiten. Es handelt sich um das Standardwerk zu den Zwanzigern.

Technikbegeisterung und Tempo sind der Stoff, aus dem sich Berlin stets neu bildet. Tempo literarisch, in der Sprache, im Klang und in der Liebe. Der Großstadtmensch entsteht.

Martin Wagner, der bedeutende Stadtplaner sagt 1929: „Der Stadt Berlin fehlt der Regisseur der Weltstadt.“

Die Hufeisensiedlung, von Bruno Taut entworfen, hatte damlas weltweite Ausstrahlung, sie war das Signal einer neuen Zeit. Das menschenfreundliche Gesicht Berlins nach dem Ersten Weltkrieg. „Hier ist Ruhe und Selbstgefühl“.

 

Das Buch ist mit jeder Auflage besser geworden, weil die beiden Autoren die  Zwanziger immer tiefer durchdrungen haben und weitere Bezüge herstellen konnten.

Der Berlin Story Verlag hat diesem vollständig überarbeiteten, besseren, dickeren, schöneren und schlaueren Buch mehr Farbe spendiert.

 

Farbe spielt hier in der Hufeisensiedlung eine ebenso wichtige Rolle wie in der Tuschkastensiedlung.

Die UNESCO-Siedlungen sind auch im Historiale Berlin Museum zu sehen. Der neue, soziale Wohnungsbau kontrastiert im Museum mit der unmenschlichen Lebensbedingungen in den Mietskasernen.

 

Die Info-Station wurde historisch restauriert und auch ein Haus, das man sogar als Ferienwohnung mieten kann. Ben Buschfeld zeigt hier das Schlafzimmer. Es wurde wie die anderen Räume nach den von Taut vorgegeben Farben restauriert. Eine Dokumentation zeigt die Arbeit von zwei Jahren.

 

In der Hufeisensiedlung sind immer mal wieder Wohnungen frei, siehe ganz unten. 69 Quadratmeter zu 635 Euro warm.