Samuel Mendler – Abschied

Mehr als 200 Menschen verabschiedeten sich heute von Samuel Mendler.

Samuel Mendler – ruhe in Frieden


Das Dasein in der Berlin Story und in der Historiale ist überschattet von einem tragischen Ereignis.

Samuel Mendler lebt nicht mehr. Er wird morgen bestattet, am Freitag, dem 31. August 2012.

Samuel hat in der Berlin Story die Ausbildung zum Medienkaufmann Digital und Print erfolgreich absolviert. Er war im ersten Lehrgang für diesen neuen Ausbildungsgang am Puls der Zeit.

Samuel hat den Versand des Berlin Story Verlags geleitet, hat den Kontakt zu vielen Buchhandlungen aufgebaut, hat die Bücher des Verlags mit großem Engagement zu den Lesern gebracht.

Wie für viele von uns war die Historiale für Samuel einer der großen Augenblicke im Jahr. Er war immer dabei, hat sich eingesetzt, hat mitgemacht und dabei Lebensfreude und Begeisterung ausgestrahlt. In diesem Jahr hat er gefehlt. Wir haben die Historiale ohne Samuel durchgeführt und mußten in jedem Augenblick an ihn denken. Die Lebensfreude hatte ihn verlassen.

Mit der Anzeige im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels informieren wir die Kollegen.

Samuel war unser Freund, und er wird es bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

Berlin – Herkunft des Namens

Auf der Pressekonferenz neulich, als wir das Buch „Berlin im Mittelalter“ vorstellten, habe ich noch geflachst, dass wir es in der Buchhandlung gar nicht toll finden, dass die Bedeutung des Namens Berlin von -ber = Sumpf kommen soll und nicht von Bären.

„Bären“ wäre schöner, Bären läßt sich auch englich gut erklären – bears – und ist überhaupt sinnlicher als Sumpf. Wer will schon aus dem Sumpf kommen? Einen Beweis dafür, dass -ber für Berlin steht, gibt es nicht. Es ist und belibt Spekulation.

Ich persönlich habe erhebliche Zweifel an der Herkunft des Namens Berlin aus  -ber = Sumpf. Die Onomastik, die Wissenschaft von der Herkunft der Namen, geht davon aus, das Berlin eine slawische Gründung ist. Deswegen liegt ein slawischer Name nahe. Heute wissen wir zweifelsfrei, dass Berlin eine deutsche Gründung ist. Mehr zur deutschen Gründung  in meinem Beitrag in diesem Tagebuch über die Buchvorstellung „Berlin im Mittelalter“.

Auf der Sprachforscher-Internetseite Onomastik.com kann man diese falsche Ausgangsposition (slawische Gründung) gut nachlesen.

Entgegen der bisher festgefügten Meinung begann die Besiedlung nicht durch Slawen.

Der zweite Ausgangspunkt der Erklärung der Namensgebung geht davon aus, dass es hier am Gründungsort Berlins Sümpfe gegeben hat. Nun hat der Forscher Hansjürgen Vahldiek sich um die klimatischen Verhältnisse damals gekümmert. Vahldieck beschäftigt sich seit langem mit dem ersten Spreeübergang und mit dem Mühlendamm, der Mühlendammschleuse.  Sven Felix Kellerhoff berichtete darüber im Jahr 2008 in der Welt.

Vahldieck widerspricht jetzt der einfach in die Welt gesetzten Behauptung, dass es Sümpfe gegeben habe. Bisher wurde argumentiert, Berlin sei so spät besiedelt worden, weil alles voller Sümpfe war. Die Analyse des Klimas, siehe die Abbildung oben, weist eher darauf hin, dass es hier für eine Besiedelung zu trocken war. Die Gegend war aufgrund der Trockenheit lange nicht besiedelt, sagt Vahldiek. Es wuchs nicht genug, um mögliche Bewohner zu ernähren. Erst durch eine Veränderung des Klimas wurde es feuchter, es regnete mehr, das Tal wurde fruchtbar. Mehr dazu in diesem Tagebuch am 18. August 2012.

Die These von der Trockenheit wird sicherlich weiter zu untersuchen sein. Beides zusammen, Trockenheit (und nicht Sümpfe) als Siedlungshemmnis sowie deutsche und nicht slawische Gründung, könnte dazu führen, dass die Herkunft des Namens Berlin doch auf Bären zurückzuführen ist. Das wäre doch schöner, klangvoller, internationaler.

 

Das älteste Schwein Berlins

Berlins ältestes Schwein hat 1174 gelebt. Hier sieht man noch das Skelett. Wahrscheinlich hat die Sau in der Küche gehangen, als das Haus anfing zu brennen. Brände entstanden auch damals meist in der Küche.
Die Küche lag etwas tiefer als der Eingang und war daher etwas kühler.

Der Balken am Eingang des Hauses im Foto (unten links) vorn im Bild stammt laut dendrochronologischer Untersuchung aus dem Jahr 1174.

Das Foto brauchen wir für die nächste Auflage von „Berlin im Mittelalter“.

Die erste Auflage ist fast weg.

Kaum war dieses Foto fertig und im Verlag, holte Norman Bösch den Chip aus der Kamera und bastelte eine neue Seite in die aktualisierte Neuauflage. In zwei Wochen kommt das Buch mit Sau aus der Druckerei.

 

Rechts auf dem Foto im Hintergrund zur besseren Lokalisierung das Stadthaus in der

der Stralauer Straße und Philipp Roskoschinski von AAB-Archäologie.
Die Sickerguben (Foto unten) stammen wahrscheinlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

Demnächst gibt es hier im Blog Informationen zum Mühlendamm, zum Klima früher und zur Frage, ob diejenigen wirklich recht haben könen, die meinen -ber als Bestandteil von Berlin hätte etwas mit Sümpfen zu tun. Wir werden die Nase über die Historiker rümpfen.

Checkpoint Charlie verkommt weiter


Stand das Brandenburger Tor eigentlich im Osten oder Westen?“ fragte eine Frau in der Informationsabteilung der Bundeszentrale für politische Bildung in der Black Box am Checkpoint Charlie.
Die Blackbox ist der Vorläufer des Museums Kalter Krieg. Die Bundeszentrale für politische Bildung, so stand es in den Zeitungen, betreibt einen Informationsstand, damit das Niveau am Checkpoint Charlie angehoben wird.


Das war im Niemandsland„, war die Antwort. „Das war mittendrin, da konnte keiner hin, das stand genau dazwischen.“

In der Verkaufsstelle der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es allgemein Material zur Demokratie und zur Teilung – fast nur deutsch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kiosk der Berliner Frühling GmbH verkauft neben Säften auch die historischen Pläne, Postkarten und Magnete der Edition Panorama Berlin. Er erreicht damit schon das höchste Niveau am Checkpoint Charlie.

 

 

 

 

 
Zwischen den anderen Läden mit überwiegend identischem Angebot an Souvenirs und billigsten Berlin-Heften herrscht ein Preiskampf bei den Postkarten.

 

 

 

 

 
Ausgangspunkt der aktuellen Recherche am Checkpoint Charlie war die Frage, was passiert, wenn Alexandra Hildebrandt vom Mauer Museum das nicht bezahlt Eckhaus zurückgeben muß.

Die Läden in der Zimmerstraße stehen schon lange leer, bzw. die Fensterscheiben sind zugeklebt. Früher war dort in einem Teil der Klett-Verlag.

Immer wieder erklärte der Berliner Senat, etwas tun zu wollen, um der völligen Banalisierung entgegenzuwirken.

Wir berichteten in diesem Tagebuch darüber.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einziger Lichtblick könnte das Mauer-Panorama von Yadegar Asisi werden, das gerade aufgebaut wird.

Das Panorama zeigt einen Blick auf den ehemaligen Luisenstädtischen Kanal in der Nähe des Engelbeckens, die Mauer zwischen Kreuzberg und Mitte.

Mehr zum Museum am Checkpoint Charlie und zu Alexandra Hildebrandt im Tagesspiegel – mit zahlreichen Kommentaren …

Tourismus in Berlin – neue Studie

Wer nach Berlin kommt, wie lange die Touristen bleiben, was sie möchten und wie viel sie ausgeben – diesen Themen ging die Studie nach, über die Isabelle Jürgens in der Berliner Morgenpost berichtet.

 

 

Thalia – von US-Investor übernommen?

Es könnte sein, dass Thalia und Douglas insgesamt vom US-Investor Advent International übernommen wird.

Dazu der Buchmarkt mit Rückgriff auf Financila Times Deutschland …